“Wir sind keine Rassisten” (II)

Von , am Dienstag, 3. September 2019, in Medien, Politik.

Es ist nachgewiesen, dass Sahra Wagenknecht eine kluge, gebildete Frau ist. Im Staat, in dem sie als Jugendliche aufwuchs, wurde das “allseitig gebildete Persönlichkeit” genannt. Was bedeutet es also, wenn sie beklagt haben soll, AfD-Wähler*innen würden „gerne pauschal als Rassisten beschimpft, obwohl viele von ihnen früher links gewählt haben“? Fällt von einer*m Rassismus ab, weil jemand die Linke wählt? Das kann sie doch nicht wirklich meinen. Oder will sie – in Gesellschaft des Ex-Jungdemokraten Wolfgang Kubicki – den “Das (z.B. Rassistisches) wird man doch wohl noch sagen dürfen”-Opfern zur Seite springen?
Ich buche das ab als innerparteilichen Krieg. Da kommt es auf Sachargumente nicht an, hauptsache es trifft die “Richtigen”. Denn sagen darf mann tatsächlich alles, sogar Bücher damit vollschreiben, Talkshows damit vollsülzen und sich dann von bildungsfernen, überforderten Moderator*inn*en als “bürgerlich” auszeichnen lassen.
Ein Menschenrecht ist das Rassistischlabern allerdings nicht. Ein Menschen- und Grundrecht ist es vielmehr, dem zu widersprechen. Dass das gelegentlich auch passiert, ist das Neue, was viele nicht verkraften.
Und tatsächlich wird es gelegentlich langfristig grausam bestraft, mit gesellschaftlichem Untergang. Z.B. die einst mächtigen Organe des Springer-Konzerns. Hetzen wochenlang gegen einen Mann aus Gambia, der beim Zweitligisten Hamburger SV professionell Fussball spielt und gelegentlich die Frechheit besitzt, Tore zu schiessen. Gegen weisse Gegner. War das nicht früher mal verboten? Wo sind wir nur gelandet? Die Verkaufsauflagen solcher rassistischen Hetze sinken beständig. Sportbild z.B. -35.000 (= über 10%) in zwei Jahren. Müssen die nicht von der Pressefreiheit beschützt werden?
Frau Springer und Herr Döpfner, die Verantwortlichen für diese Hetze, sind im Begriff aufzugeben. Sie haben einen US-amerikanischen Hedgefond ins Unternehmen eingeladen. Und der mit seinem Profitinteresse wird bald das eine oder andere unrentable Hetzblatt dichtmachen. Wie grausam. Kann die AfD denn da nichts machen?
Der Sportteil der FAZ ist heute voll mit Rassismus, hier, hier und hier. Romelu Lukaku ist bereit zu kämpfen, und es würde mich freuen, wenn weisse Rassisten vor dem Angst bekommen ;-)
Und ja, es gibt Gegenwehr und Widerspruch – da hat der gnadenlose Habeck völlig Recht. Demokratie gibts immer nur mit Widerspruch. Wer das fürchtet, darf mit dem deutschen Reisepass überall hinreisen.

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