Jemen-Krieg: Gefängnis bombardiert

Von , am Dienstag, 3. September 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Slavoj Žižek verkündet in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), von der jüngst berichtet wurde, dass sie sich immer mehr der radikalen Rechten zuwendet, die steile These, das Leid anderer zu betrachten mache uns “glücklich”, also “auch Krieg, Hungersnöte und Gewalt”. Das Leid des Herrn Žižek, sich als Hofnarr der NZZ zu verdingen (wie es einst Oskar Lafontaine bei Bild gemacht hat), macht mich jedenfalls nicht glücklich. Aber wenn er Recht hat, habe ich Ihnen hier noch was zu bieten.
Vom Jemen-Krieg gab es in den letzten Wochen Meldungen, seine Fronten würden sich noch nicht auflösen, aber doch lockern. Das böte Hoffnung und Ansatzpunkte für Politik. Militärisch vermehrt es dagegen sichtlich die Gefahren. Die Kriegsparteien werden von Panik erfasst, schiessen und bombardieren so wild um sich, dass sie sogar massenhaft “eigene” Leute umbringen. Wäre es nicht mit Toten und Leid verbunden, wäre es Stoff für Satire und Komik.
Lustvolle Bilder für Herrn Žižek, und die, die sich daran seiner Logik entsprechend, glücklich machen, sind hier nicht dabei. Im Gegenteil: vom Jemen-Krieg erreichen uns in Mitteleuropa fast überhaupt keine Bilder. Hiesige Konzerne und Regierungen liefern Waffen dorthin, und die werden ausgiebig ausprobiert. Öffentliche Bilder ihres “Erfolgs” sind nicht erwünscht. Deutsche Journalist*inn*en haben selbst – berechtigte – Angst, bei der Arbeit von “unseren” tollen Waffen erwischt zu werden. Könnten sie dagegen ihrer Arbeit nachgehen, bestünde die “Gefahr”, dass sich Widerstand dagegen entfacht. Wie 1974, als der Vietnamkrieg beendet wurde, Žižek könnte sich daran erinnern. Daraus haben Kriegs-, Rüstungs- und Militärpropagandist*inn*en gelernt, bis hin ins Saarland. Darum sollen wir nur noch Bilder sehen, von denen sie wollen, dass wir sie sehen. Eine “Vierte Gewalt” gibt es nicht.

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