Auf die politischen Abwägungen in den USA hatte ich schon verwiesen. Heute morgen interpretierte im DLF (hier die Textfassung) Volker Perthes, Chef der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP), die US-amerikanischen und saudi-arabischen Interessen. Demzufolge mag Trump seinen Fans einen Krieg mit unvermeidlichen Kriegsopfern nicht zumuten. Das zeigt eine erstaunliche Hygiene der dortigen Öffentlichkeit, die viele deutsche Schreibtischkrieger oftmals vermissen lassen. Und auch Saudi-Arabien habe, so Perthes, kein Interesse an einem offenen Krieg gegen Iran, wenn es selbst ohne Krieg nicht weiss, wie es seine Ölanlagen schützen kann.
Um das weiterzudenken: wenn ich MBS wäre, der mit seinem scheinbar unbegrenzten Kapital sowohl Donald Trump als auch US-amerikanische und europäische Rüstungsindustrien “am Kacken hält”, würde ich mir von meinen Waffenlieferanten ganz schön verarscht vorkommen.
Von Röttgen über Perthes bis Merkel (wo ist Maas?) ist die Strategie richtig: Diplomatie, miteinander reden, statt aufeinander zu schiessen (letzteres pflegte auch der Sprechautomat Honecker zu sagen, trotzdem richtig).

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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