Der VRR spinnt

Von , am Montag, 13. Januar 2020, in Beuel & Umland, Politik.

Wundersame Bahn XLIV
mit Update 13.1. nachmittags
Meine Fahrt zur Fachschule in Düsseldorf ist eigentlich eine recht bequeme Angelegenheit. Oft kann ich sogar von Bonn bis Düsseldorf durchfahren. Als Inhaber eines Jobtickels für den VRS muß ich lediglich das “EinfachWeiter”-Ticket lösen – also zwei für die Hin- und Rückreise. Ich hatte nur noch eines – wollte das zweite Ticket gleich nach Ankunft im Düsseldorfer Hauptbahnhof an einem der Automaten kaufen. Dies jedoch gestaltete sich kompliziert.
Die roten Automaten der DB waren ausgestellt und mit dem Hinweis versehen, dass diese bald abgebaut würden und es bereits seit 15. Dezember 2019 dort keine Fahrscheine für den Nahverkehr mehr gäbe. Der Grund – der VRR hat diesen Verkaufsservice neu vergeben – an den VRR.
Nicht ohne Folgen – das von mir gewünschte “EinfachWeiter-Ticket” war im Automaten offenbar gar nicht vorgesehen. Unter der Taste für “NRW ” wurde lediglich ein Ticket im Wert von rund 3,50 Euro angeboten, aber nicht das Ticket für 6,80 Euro. Telefonische Nachfrage bei der VRR-Hotline ergab, dass zumindest mein dortiger Telefonpartner auch nicht wußte, wo ich das Weiterfahr-Tickelt finden kann. Das irgendwo in der Software des VRR-Automaten vorhandene DB-Programm mochte sich einfach nicht aufbauen.- Meine Online-Suche unter den Schlagwärtern VRR-Automaten ergab zumindest, dass ich mit meinen komplizierten Verhältnis zu den VRR-Automaten keineswegs alleine bin.
Sie funktionieren durchgehend nirgends.
Also richtete einige Fragen an den VRR und erhielt folgende Antwort: “Erst einmal bedauern wir, dass Sie die von Ihnen beschriebenen Probleme an einem Ticketautomaten hatten. Seit dem 15. Dezember 2019 hat die Firma Transdev Vertrieb GmbH (Transdev) den Verkauf von Nahverkehrstickets an den Bahnhöfen und SPNV-Haltepunkten im Verbundgebietes des VRR übernommen. Basierend auf einer europaweiten Ausschreibung läuft der neue Vertriebsvertrag für den SPNV mit dem Dienstleister Transdev bis zum 31. Januar 2030 und fügt sich nahtlos an den auslaufenden Vertrag mit dem bisherigen Dienstleister, der Deutschen Bahn (DB) an. Ergänzend sind in den Städten und Kreisen auch weiterhin die kommunalen Verkehrsunternehmen für den Ticketvertrieb verantwortlich…” Und weiter in der Antwort des VRR: “Leider ist der Vertrieb über die Automaten mit einigen Anlaufschwierigkeiten gestartet. Damit ist der VRR nicht zufrieden.”
Ach so das tröstete mich natürlich sehr, jemand der mich versteht, der VRR – er fühlt wie ich, ist auch unzufrieden. Das beruhigt mich. Zumal, bald alles besser wird. Denn so der VRR weiter: “Der Verbund sieht allerdings auch, dass sich die Situation stetig verbessert.”
Probleme bei den Automaten gibt es vor allem bei der „Performance“, d.h. es gibt an einigen Automaten Systemprobleme (Ticket-Verfügbarkeit, Ausfall, Vandalismus). Es steht zu vermuten, dass dies auch die Ursache bei dem Automaten war, an dem Sie ein Ticket kaufen wollten. Wie Anfangs erwähnt bedauern wir dies. Weiteren Informationen zu Transdev finden die Kunden u.a. unter diesem Link.

Ich erbat gleichzeitig die Zusendung der Beschlußvorlage, die ich gleich erhielt – vielleicht auch deshalb, weil ich ersatzweise einen entsprechenden Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz ankündigte.
Ein interessantes Papier zur Zukunft des Schienenpersonennahverkehrs (BV SPNV-Vertrieb). Wie immer, wenn irgend jemand etwas ändern will, werden “Verbesserungen” und natürlich auch “Einsparungen” versprochen. So werden einige Standorte geschlossen, an denen heute noch richtige Menschen tätig sind. In dem Papier heißt es: “… Somit werden die Vertriebsstellen mit weniger als 11.000 verkauften Tickets pro Jahr – das entspricht unabhängig von den tatsächlichen Öffnungszeiten 30 Tickets pro Kalendertag – zukünftig nicht mehr angeboten, … Folgende Standorte werden deshalb nicht mehr angeboten: Goch (28 VRR-Tickets pro Tag), Castrop-Rauxel Hbf (25), Haltern am See (18), Rheydt Hbf (18), Wanne-Eickel Hbf (16), Geldern (16), Xanten (13), Witten Hbf (13), Emmerich (7), Kevelaer (3), Remscheid (1). Lediglich die Standorte Herne und Kleve werden trotz Unterschreitung dieser Kenngröße weiterhin betrieben, da durch die Schließung nahegelegener anderer Standorte sonst unverhältnismäßige Härten entstehen würden…”
Update 13.1. nachmittags: Folgende Nachricht des VRR erreichte uns heute: “An den neuen Transdev-Automaten am Hauptbahnhof in Düsseldorf funktioniert jetzt die Fahrplanauskunft. Kunden können sich Verbindungen anzeigen lassen und auch ausdrucken. Auch der Kauf der „Weiterfahrttickets“ ist jetzt möglich. Über die Auswahl „Pauschalpreistickets“ kann das EinfachWeiterTicket erworben werden. Der Fehler über die Zieleingabe Köln ist leider noch nicht behoben. Hierzu sind die Kollegen noch in Abstimmung mit dem Dienstleiter Transdev. Hier bitten wir noch um etwas Geduld.”

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