Iran / Deutsche Dürre / GeheimMedienTagung

Von , am Mittwoch, 22. Januar 2020, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Katajun Amirpur/SZ schreibt zur Stimmungslage im Iran, vom Irak und von Köln aus. Mark Rittner/telepolis war im Iran, vermittelt über eine iranische Freundin. Die Beziehung zu ihr beschreibt er kryptisch; seine politischen Eindrücke aus dem iranischen Alltagsleben dagegen sehr anschaulich. Seine Eindrücke wurden mir von iranischen Freunden als zutreffend bestätigt.

Deutsche Dürre

Wenn Beuel in den Jahrzehnten, in denen ich hier lebe, von Hochwassern gequält wurde, dann war es immer um diese Jahreszeit. In der Regel eine Kombination von Schmelzwasser und Niederschlägen in den süddeutschen und alpenländischen Einzugsgebieten des Rheins und seiner Nebenflüsse. Gemessen daran ist der gegenwärtige Wasserstand ziemlich mickrig. Wolfgang Pomrehn/telepolis macht auf eine aktuelle Bestandsaufnahme des Deutschen Wetterdienstes (DWD) “Der Boden vergisst nicht” aufmerksam. Wir Menschen neigen zur Augenblickswahrnehmung – die gestrige Sonne machte mir Serotonin, und damit Wohlbefinden. Zuviel Nachdenken dagegen verschafft Unwohlsein. Doch selbst im nachdenklichen Vergleich mit anderen Weltregionen, leben wir in Beuel am Rhein auf der Serotoninseite der Erdscheibe …

Geheimgehaltene Böll-Tagung sickert durch

Schon 20-30 Jahre, nachdem es hätte getan werden müssen, bemühten sich bei einer Tagung der grünnahen Böll-Stiftung gedanklich um die “Zukunft Medienpolitik – Trends und Gestaltungsbedarfe”. Wie könnten deutsche, wie europäische Alternativen zu den Plattformmonopolen aussehen? Da meckere noch eine*r über Verspätungen bei der Deutschen Bahn. Wie auf den Hauptstadttoiletten üblich, wurde übersehen, wie weit weg Berlin an der Spree von relevanten Medien, und erst recht den Nutzer*innen*massen an Rhein und Ruhr liegt. Es ist schlicht zu teuer (Zeit und Geld), dort Tagungen aufzusuchen. Und da sie in Berlin nichts Anderes machen, als auf Tagungen rumzusitzen, wird die Eine mehr oder weniger wahrgenommen, wie … ein Sack Reis.
Claudia Tieschky/SZ war da, Christian Bartels/mdr-Altpapier und Günter Herkel/ver.di. Wenn Sie auf der Seite der Böll-Stiftung was finden, sagen Sie mir bitte Bescheid. Ich fand da nur eine ähnliche Tagung von 2017. So spät sind sie dort also gar nicht dran. Wenns nur jemand merken würde.
Wie anders der Namensgeber Heinrich Böll. Am 10.10.81 sprach er hier im Hofgarten vor 300.000 Menschen. Ich sperrte damals als Ordner ein Gebiet hinter der Bühne ab, damit Sanitäter*innen einen Epileptiker bergen konnten, der am mit Brettern zugenagelten Uni-Hauptgebäude aussen auf einer Fensterbank sass, im 1. Stock! Eine Krankheit, die sich mit Bonn noch unheilvoller verbunden hat. Zu Böll: heutige Intellektuelle einschliesslich der nach ihm benannten Stiftung wären glücklich, wenn sie ein hundertstel so viele Bücher verkaufen könnten.

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