Thunberg / MBS&Bezos / dos Santos

Von , am Donnerstag, 23. Januar 2020, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Die Sache mit der jungen Frau aus Schweden, ist sie denn so schwer zu verstehen? Der Medienhype um sie irritiert, ist aber mit einem Minimum an Intelligenz zu erklären. Massenmedien gehen davon aus, dass ihr Publikum doof ist. Sie vereinfachen Zusammenhänge (“personalisieren”), damit auch die Dümmsten ihr Zeug kaufen. Die Klügeren kaufen das Zeug genauso, weil sie vorgeblich darüber erfahren wollen, was denn die Dummen denken, insgeheim aber auch mal ungestört dummbleiben wollen. Wolfgang Pomrehn/telepolis versucht auch den dümmsten Dogmatiker*inne*n die Sache von Greta Thunberg zu erklären, kurz & knapp. Danke!
Eine schöne Ergänzung bei brandeins: dort erklärt Stephan Rammler den Autorettern bei der Linken (und woanders), so, dass selbst sie es verstehen können, wie eine klimagerechte Verkehrswende aussehen könnte, wenn sie nur gewollt ist. It’s politics, stupid!
Martin Holland/heise-online hat sich tiefer als andere in die technischen Feinheiten des Kommunikationskrieges zwischen Mohammed Bin Salman und Jeff Bezos eingegraben. Aufschlussreiche Details sind für mich zu entdecken, u.a. dass eine gute Freundin von mir sich im Auge dieses Hurricanes bewegt. Mein Fazit am Ende: es geht nicht um Spionagetechnik und ihre wahrheitsgetreue Aufklärung. It’s politics, stupid!
So auch im Fall Isabel dos Santos. Christian Selz/Junge Welt teilt meine Verwunderung um das Timing dieser Publikation. Sein Hinweis auf die Soros-Finanzierung der veröffentlichenden Medienbündnisse verdichtet meine Politik-Hypothese: die gegenwärtige angolanische Regierung ist zu einem Bündnis mit internationalem Kapital entschlossen, das selbst für eine Milliardärin wie dos Santos zu gross und mächtig ist. Für diesen strategischen Zweck wird sie gerne geopfert. Für die “Opferer” springt so entschieden mehr dabei heraus, als wenn sie es unterliessen. Die verarmte und ausgeplünderte angolanische Bevölkerung ist hier bedauerlicherweise kein Subjekt, nicht im geringsten.
Die von sich selbst so begeisterten Überbringer*innen des Spins fühlen sich hierzulande durchaus zu Recht von Rechts verfolgt. Sie müssen sich halt für eine Seite entscheiden: Menschenhasser oder Menschenfreunde? Menschenfreunde sind die, für die die Menschen Subjekte sind, mit unveräusserlichen gleichen Rechten für alle, nicht nur für jene mit Kapitalmacht, nicht nur für Weisse, nicht nur für Männer.

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