Es hat etwas von Galeerenarbeit, im Wochenrhythmus Lustiges produzieren zu mĂŒssen. Die Nasen, die das auf BĂŒhnen und vor Kameras spielen, haben es noch am besten: alles wirkt, als sei es von ihnen, Ruhm und Gagen werden von ihnen abgesahnt. Richtig grosse KĂŒnstler*innen sind jedoch die, die ihnen die Texte und Ideen liefern. Und die sind es auch, denen eine Pause besonders gut tut.
Ich lĂ€stere gerne ĂŒber diese Pausen, weil sie den geizigen Sendern Geld und KreativitĂ€t sparen. FĂŒr Ideengeber*innen und Texter*innen können sie eine Wohltat sein. In so einer “Weihnachtspause” von 4-6 Wochen sammeln sich die Ideen in den Köpfen weiter an. Und fĂŒr die nĂ€chste Sendung oder nĂ€chsten Auftritt werden dann nur die Besten ausgewĂ€hlt. Dieser Rhythmus war mir schon beim alten Harald Schmidt aufgefallen: bei seinen frĂŒheren Sendeterminen Di. – Do. waren die Dienstagsausgaben immer die StĂ€rksten.
PrĂŒfen Sie mal selbst die aktuellen Ausgaben von
extra3 (Donnerstag, NDR)
heute-show (Freitag, ZDF)
Mitternachtsspitzen (Samstag, WDR).
Insbesondere Ehring (extra3 + heute-show-Auftritt) und seine Texter*innen blĂŒhten spĂŒrbar auf.
Bei JĂŒrgen Beckers Mitternachtsspitzen droht das Ende der tragenden SĂ€ulen Schmickler und Lyko. Seit Redakteur Rolf Bringmann in Rente ging, also schon etliche Jahre, schwĂ€chelt das Talente-Casting des WDR. Lyko und Schmickler legten mit ihrer eigenen starken PrĂ€senz die Latte oft so hoch, dass Neue da kaum drĂŒberkamen. Ihr angekĂŒndigtes Aufhören ergibt nun Zwang und Chance zugleich, die Sendung neu aufzustellen. Ich frage mich nur und zweifle, ob der WDR dafĂŒr noch ĂŒber die geeigneten FĂŒhrungskrĂ€fte verfĂŒgt.
Seit lĂ€ngerem bekannt ist, dass diese einst als Witz gedachten Programme, dem, was einst TV-Journalismus war, beim jĂŒngeren Publikum den Rang abgelaufen haben. Nicht doof, die Jungen.