Schimmi – NRW-Kulturerbe bedroht

Von , am Montag, 17. Februar 2020, in Beuel & Umland, Medien.

Als “Horst Schimanski” unter dem Namen Götz George 1980 seinen TV-Dienst in Duisburg-Ruhrort antrat, war die doofe SPD-Stadtspitze empört, und verlangte vom WDR, das dreckige Kind zurück ins Heim zu stecken. Erst viele Jahre später erkannte die Stadt, und mit ihr das ganze Ruhrgebiet, was der WDR, Götz George, Eberhard Feik, Hajo Gies, Dominik Graf u.v.a. ihr für ein grandioses Geschenk gemacht hatten. Schimmi war als WDR-“Tatort” bis 1991 so extrem erfolgreich, dass er danach noch eine eigenständige Reihe im ARD-Programm bekam.
Es war schon inhaltlich grenzwertig, aber regional nicht komplett abwegig, dass viele Aussenaufnahmen der späteren Reihe in Düsseldoof gedreht wurden. Aber was die Bekloppten in Berlin jetzt vorhaben, das geht zu weit.
Ich habe nichts gegen die Idee von “Schimanskis Tochter”. Könnte sogar gut sein. Was aber kultur- und regionalpolitisch absolut und in jeder Hinsicht -widrig ist, die Tochter, wie alle was-mit-Medien-Tussies, im gentrifizierten Latte-macchiato-Kreuzberg anzusiedeln, als “Journalistin”. Nichts gegen Luise Grossmann, die kann das meinetwegen, und wahrscheinlich sogar gut, spielen. Aber meine Güte, reicht der Ideenreichtum der Neu-Erfinder nur diese wenigen Zentimeter weit?
Ich weiss nicht, wie die Urheberrechtslage ist. Und ja, Götz George war in Wirklichkeit Berliner. Obwohl er zuletzt privat am liebsten in Sardinien lebte – die Sarden, das sind “die Westfalen Italiens”! Schimmi hätte eher eine Berlin-Allergie gehabt – er hat diesen Typus Hipster sein Leben lang bekämpft (fiktiv natürlich). Also bitte, ein bisschen Respekt! Unter Fritz Pleitgen wäre das nicht passiert. Aber hat der WDR überhaupt noch einen Intendanten?

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