Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Namedropping & Tearsdropping

von Dieter Bott
mit Heinrich Heine im Anhang

1. HEUTE mittwoch am 1.april 2020 bei meinem regelmÀssigen
frĂŒh-morgendlichen EINKAUF -immer genau der strasse entlang, die von der
frĂŒhlings-sonne beschienen wird — keine paare und nur wenige passanten
passierend (ein doppltes PP = fĂŒr “PFUI Peufel” fĂŒr den verblödeten
botho strauss) die ihre hunde gassi fĂŒhren,

2.
lande ich im “netto”-supermarkt auf der ellerstrasse – und von der idee
begeistert mich mit außergewöhnlichen dingen zu verwöhnen- studiere
ich sorgfĂ€ltig die obst- und gemĂŒse-abteilung nach kostbarkeiten, die
ich sonst z.B. wegen preis oder flugscham vermeide—

3.
eine in allen farben leuchtende MANGO -2.WAHL– kaufe ich fĂŒr 1,25 euro

-aus PERU-

4.
vor 40 jahren – ich war 35 jahre alt und die frankfurter genossen
leisteten heftigen widerstand gegen die geplante “startbahn west” –kam
ich auf meiner reise von nord-nach-sĂŒdamerika von ECUADOR -nach dem
hĂŒbschen provinz-und universitĂ€t–stĂ€dtchen QUENCA -wo ich auf einem
spaziergang mich problemlos einer friedlichen demo der darĂŒber
erfreuten mĂŒllarbeiter anschliessen konnte

5.
in den norden von PERU auf der ladeflÀche von einem LKW zwischen bergen
von köstlichen mangos — den traveller-rucksack im rĂŒcken–und den
staubigen fahrtwind im gesicht – HERRLICH —bis auf polvo = den staub
zwischen den zĂ€hnen-und das endlose geruckel und geschĂŒttel auf der
ungeteerten land-strasse–

6.
den asphalt hĂ€tte man kĂŒssen können (KK), als nach stunden mein kreuz
wieder entlastet war und meine ohren den singsang der abgefahrenen
reifen im winde knattern hörten—

7.
WAS ist denn da los? -EIN reifen – singsang -? wohl eher bei uns an
manchen autobahn-stellen __und was soll das alberne geknatter wohl
verbergen? erinnerungs-lĂŒcken nach —unglaublichen 40 jahren
!—obwohl— DIE MANGOS einzeln und im halben dutzend-sind

eine der schönsten entdeckungen meiner “REISE UM DIE HALBE WELT”
—-“EIN LEICHTER FALL” -so sollte das buch heissen das von meiner
insgesamt dreijÀhrigen weltreise berichtet hÀtte 1978 -vom 8.AUGUST
bis 30.APRIL 1982–fĂŒnf jahre ohne winter – und in frankfurt rutschte
alles bei glatteis durch die gegend – und schlug der lĂ€nge nach lang
hin, wenn man sich nicht schnell genug am zaun festkrallte-

erst von nord nach sĂŒd-amerika und ab dem winter danach monatelang
durch mehrere lĂ€nder in asien– den sommer zwischen der amerika und der
asien-reise war in frankfurt —

8.
der frankfurter musi- und sympathi-kuss MICKY REMAN- war ebenfalls
unterwegs zeitgleich –und veröffentlichte im “pflasterstrand” von
cohn-bendit -und spÀter als buch weitaus spektakulÀrere erlebnisse als
die, die ich AUF MEINER WELTREISE erlebt hatte oder je erleben wĂŒrde
-zum beispiel die von seinem besuch bei den WAL-gesangs-forschern in
neuseeland –in seiner schnörkellosen reise-schriftsteller-prosa, von
der ich gar nicht erst zu trÀumen wagte

9.
MATTHIAS HORX– der unaufgeregte ZUKUNFTS-forscher und
INDUSTRIE-COACH, der im herbst 2020 in mailand auf der plazza sitzen und
eis-essend heiter auf das AUGENBLICKLICH sehr verdĂŒsterte
frĂŒhlings-SPEKTAKEL zurĂŒckblicken wird –und fĂŒr diesen optimistischen
blick in zumindest seine eigene zukunft mit ĂŒber anderthalb millionen
sympathie-klicks bedacht wurde -wie er im wdr erzĂ€hlte–

10.
der optimistische zukunftsforscher -MATTHIAS HORX– hatte als
lebenskĂŒnstler und “als junger mann” in frankfurt noch keineswegs so
gute karten wie er heute hat, wenn er auch als “danys rechte hand”
eine zeitlang fĂŒr das sponti-zentral-organ “pflasterstrand” zustĂ€ndig
war-

11.
-was schliesslich ALLGEMEIN und auch BESONDERS als SPRACHLICHE
zumutung empfunden wurde –DAS EWIGE EINERLEI der sponti-sprach-
KLISCHEES von WUT–TRAUER und BETROFFENHEIT— und ein GEMEINSAMES
eingreifendes kopfschĂŒtteln provozierte –das u:a. zwei so
unterschiedliche nordhessische charaktere wie wolfgang kraushaar und
mich zusammen brachte

12.
WOLFGANGs vater aus GILSA chauffierte fahrschĂŒler wie mich und meinen
freund volkhard mosler (marx 21—SDS -und LINKSPARTEI) von borken
nach homberg aufs gymnasium und WOLFGANG und sein jĂŒngerer bruder ELMAR KRAUSHAAR, “der nonkonformistische homosexuelle” -so hiess seine
bemerkenswert kritische taz-kolumne— machten in fritzlar abitur bevor
ELMAR K. nach BERLIN ging und wolfgang K. nach seinem ersatzdienst seine
karriere in frankfurt begann –

13.
ĂŒber den ASTA-vorsitz mit einer nebenrolle fĂŒr die spĂ€tere theater-
regisseurin CLAUDIA klaus -(vormals rössler aus kassel) – bis hin zu
seiner promotion bei iring fetscher und seinen peniblen
dokumentationen und umfangreichen expertisen ĂŒber protest und revolte,
RAF-terrorismus und 1968 ff

14.
gemeinsam mit der kĂŒnstlerin KERSTIN ZOLLNA und HORST SCHÄFER (epd),
und den pseudonymen “winny und wolfi, klausi und diddy” produzieren und
verkaufen wir die “LETZTE NUMMER PFLASTERSTRAND”, die ihrem original so
tÀuschend Àhnlich nachgemacht ist, dass viele frankfurter spontis aus
der -scene- glauben, dass auch die KARL-MARX-BUCHHANDLUNG–das
hauptquartier von joschka fischer (antiquariat) und cohn-bendit ebenfalls
schliessen wIrd –“WIR MACHEN DICHT” seite 11-

15.
WEISST DU eigentlich warum der zukunftsforscher MATTHIAS HORX eine
genauso schöne glatze hat wie –sagen wir mal —der FIFA-prĂ€sident?
-HORXENS skalp hat sich christian schmidt geholt – mit “wir sind die wahnsinnigen–JOSCHKA FISCHER und seine FRANKFURTER GANG”-unbedingt die
taschenbuch-ausgabe besorgen, die auf 30 seiten nachwort die reaktionen
nach dem erscheinen der gebundenen econ-ausgabe schildert —

16.
HORX wollte im “pflasterstrand” reise-erlebnisse von mir drucken – und
war besonders scharf auf meine erfahrungen im milieu von bangkok und
angeles-city auf den philippines

gerade noch rechtzeitig bekam ich mit, dass er mich antifeministisch
funktionalisieren wollte -im zusammenhang von frankfurter
sponti-querelen, die ich noch nicht richtig ĂŒberblicken konnte—weil
ich so lange auf reisen war —weit weg vom schuss—

17.
CHRISTIAN SCHMIDT -mit unabhĂ€ngigen berichten aus china– wo er lange
schon lebt–immer noch? hat damals ca. neun bĂŒcher vom zukĂŒnftigen
zukunftsforscher horx durchgearbeitet -siehe seine abrechnung in der
“titanic” –und wie niemand sonst verdient mein preis- und kopfgeld von
1500 mark gewonnen-

18.
jetzt ist die meine tĂ€gliche pc-zeit rum —-gleich kommt mein
“sport-studio” –die 3sat-KULTURZEIT -und die schlussnummer mitSEBASTIAN PUFPAFF –den, wenn er so weitermacht wie in den letzten beiden
tagen, das schicksal von harald schmidt ereilen wird—

19.
und dann kommt die belohnung in der “jungen welt” von heute 1.april 2020
—-mit einem text von GERHARD HENSCHEL ĂŒber die neuausgabe von klaustheweleits MÄNNERFANTASIEN–seite 11

und 2 seiten von stefan ripplinger ĂŒber RUBENS am APPARAT—-“vor 100
jahren schossen GEORG GROSZ und JOHN HEARTFIELD gegen den ‘kunstlumpen’
oskar kokoschka und die KUNST im ALLGEMEINEN”
PS unglaubliche 2 stunden lang hat heute nachmittag das von mir 300
meter luftlinie entfernte altenheim der evangelischen kirche mit live
musik und die arme in die luft geschwenkt auf der grossen terrasse und
den kleinen balkonen gefeiert und mitgesungen–“schöne maid-hast duheut fĂŒr mich zeit” —“liebeskummer lohnt sich nicht, my darling” –

-um 22 uhr 50 kommt heute auf NDR extra 3—-

Aus “KrĂ€hwinkels Schreckenstagen”:

WIR, BÜRGERMEISTER UND SENAT
WIR HABEN FOLGENDES MANDAT
STADTVÄTERLICH AN ALLE KLASSEN
DER TREUEN BÜRGER SCHAFT ERLASSEN:
….

DER OBRIGKEIT GEHORCHEN IST
DIE ERSTE PFLICHT FÜR JUD’ UND CHRIST.
ES SCHLIESSE JEDER SEINE BUDE
SOBALD ES DUNKELT – CHRIST UND JUDE.
….

WO IHRER DREI BEISAMMEN STEHN,
DA SOLL MAN AUSEINANDER GEHN.
DES NACHTS SOLL NIEMAND AUF DEN GASSEN
SICH OHNE LEUCHTE SEHEN LASSEN.
….
WER AUF DER STRASSE RÄSONIERT,
WIRD UNVERZÜGLICH FÜSILIERT.
DAS RÄSONIEREN DURCH GEBÄRDEN
SOLL GLEICHFALLS HART BESTRAFET WERDEN.
….

VERTRAUET EUERM MAGISTRAT,
DER FROMM UND LIEBEND SCHÜTZT DEN STAAT
DURCH HULDREICH HOCHWOHLWEISES WALTEN.
EUCH ZIEMT ES, STETS DAS MAUL ZU HALTEN.

Heinrich Heine

1 Kommentar

  1. Klaus Böttger

    Lieber Dieter Bott…
    wir kennen uns nicht, glaube ich… oder doch? Sind wir uns mal am Kölschfass im Bergweg begegnet? Kann sein das, aber oft war ich dort zu schnell zu betrunken, um mich an Namen oder Gesichter oder GesprĂ€che zu erinnern. Zu jung war ich wohl auch… ;-)
    Jedenfalls: DANKE fĂŒr deine BeitrĂ€ge im Extradienst!
    Es hat lange gebraucht, um deine “Artikel” schĂ€tzen zu lernen, deinen Stil, deinen Fluß… ein paar Jahre womöglich. Doch inzwischen sind das Highlights fĂŒr mich. Literarisch, politisch, lyrisch… und alles gleichermaßen und zur gleichen Zeit.
    Bleib so! Bleib gesund! Und lass uns lesen!
    //Klaus

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