Seit längerem ist bekannt, dass kein Grosskapitalist, der halbwegs bei Trost ist, dem Pleitier Donald Trump noch Geld leihen will. Ausser die Deutsche Bank, “German Silly Money”. Und die Feudalherrscher Saudi-Arabiens – die wissen, dass es sich um einen verlorenen Zuschuss handelt. Für sie ist es eine Investition in ihr eigenes politisches Überleben. Doch jetzt wird es eng.
Karim El-Gawhary/taz, wohlgeratener Sohn eines fortschrittlichen politischen Aktivisten aus München, hat mal kurz durchgerechnet, wie der Familie Saud, letztendlich durch eigenes Verschulden, der ökonomische Arsch jetzt auf Grundeis geht. Und das ausgerechnet in einem Präsidentschaftswahljahr in den USA. Wenn das dortige feudale Herrschaftssystem einstürzt, wird es zahlreiche Grossmacht-Hauptstädte zum Erzittern bringen, zurecht. Nicht zuletzt, weil die Sauds ein Grosskunde der globalen Rüstungsgiganten sind.
Nachdem das Assad-Regime mit Russlands Hilfe in Syrien wieder weitgehend die Regie übernommen hat, werden die meisten neuen Rüstungstechnologien jetzt in Libyen getestet. Das Erdogan-Regime und die Nato sind schon begeistert. Es ist jedoch gleichzeitig der Sprengsatz, der der Nato in Europa ein Ende bereiten kann. Denn Erdogan geht es um die Herrschaft im östlichen Mittelmeer und reiche Teilhabe um die dort vermuteten Öl- und Gasfelder.
Wenn Sie nun glauben, in Libyen sei es schlimm – dann haben Sie natürlich recht. Aber es geht schlimmer, bei den Sauds nebenan, im Jemen. Die kriegsgeschwächten und traumatisierten Menschen sind ein besonders leichtes Opfer für todbringende Viren.
Wenn der von El-Gawhary zutreffend beschriebene saudische Gesellschaftsvertrag nun bricht, wird Europa von Süden her durch humanitäre Katastrophen umringt werden. Saudi-Arabien war schon 2001 der Brutkasten von 9/11. Das war dann im Vergleich nur ein laues Lüftchen …