In der Politik gibt es kein Gut und Böse, sondern Interessen. Darum hat es sogleich mein Misstrauen erregt, als die Bundesregierung den Eindruck erwecken wollte, wenn es um “Hilfe für Syrien” gehe, seien die Bösen die, die es schon immer waren (ich bin jetzt über 60): der Russe und der Chinese. Damals waren die noch Kommunisten. Und jetzt? Der Eine sagt, er sei keiner mehr, sondern ein mustergültiger Kapitalist; der Andere sagt, es sei immer noch Kommunist, und wirkt wie ein mustergültiger Kapitalist.
Alles Lüge? Wer weiss das, und will das entscheiden? Zur Syrienfrage rückt Thomas Pany/telepolis das verbreitete Bild zurecht, mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass im Krieg alle Verbrecher sind.
Zhu Yi, Chinaforscherin an der Uni Heidelberg, hat eine Studie zur Frage der deutschen Abhängigkeit von China abgeliefert, eine Kurzfassung bei Tagesspiegel und bei bruchstuecke.info. Noch aufschlussreicher als die Zahlen sind die Fehler bei ihrem medialen Transport, und was diese Fehler über überkommene falsche Vorstellungen und Bilder (Frames) verraten.
Solche überkommenen Bilder besagen ja auch, dass “die Polizei dein Freund und Helfer” sei, und Sicherheitsbehörden dazu da, Sicherheit zu produzieren, statt die Nachfrage danach zu befeuern. Leser*innen dieses Blogs wissen das besser. Und der Parlamentarische Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Breitscheidplatz-Attentat 2016 in Berlin weiss das jetzt auch. Die Aufmerksamkeit spitzt sich erneut auf “VP01” zu, einen öffentlich Bediensteten, der zwar mit dem Spiegel ein Buch schrieb, der Öffentlichkeit aber vorenthalten bleiben soll. Was ich daran am meisten verstehen kann, ist, dass der Betreffende Angst hat. Anscheinend auch und besonders vor denen, die Sicherheit produzieren sollen, und das offensichtlich nicht tun. Denn er braucht wohl Geld. Warum geht man*frau sonst zum Spiegel?