Einerseits ja. Das Weltbild, der Alltag des Fussballbusiness sind durch die coronabedingten “Hygienekonzepte” noch mehr vom wahren Leben hier draussen abgetrennt, als sie es sowieso schon waren. Andererseits ist zu erkennen, wie härteste Realpolitik, und zwar von ganz oben, durch alle Ritzen aus ihm heraus in Medien und Massenbewusstsein trieft. Was da zu sehen ist, ist nicht schön.
Der beliebteste und lange Zeit beste und stärkste Fussballverein der Welt gibt dazu derzeit wieder die Hauptrolle. Der FC Barcelona wird von einer Vereinsführung, die ähnlich frei wie Donald Trump und Wladimir Putin gewählt worden ist, mit Karacho gegen die Wand gefahren. Der sportliche und ökonomische Ruin ist absehbar. Wie immer wurde und wird hier das Eigentum der Öffentlichkeit von korrupten Figuren und privatem Grosskapital enteignet und ausgesaugt.
Die Wahl des Präsidenten Josep Maria Bartomeu Floreta, sein nicht minder intriganter Vorgänger musste wegen Unterschlagung zurücktreten, gegen Juan Laporta, der u.a. die Unterstützung von Pep Guardiola genoss, war eine kolossale Fehlentscheidung. Alle, die es wissen können, wissen das. Lionel Messi, Xavier Hernández i Creus und Carles Puyol i Saforcada, der leider letzte Innenverteidiger von Weltklasseformat in dieser von der Vereinsführung niedergelegten Mannschaft.
Wenn es Sie interessiert, lesen Sie weiter bei Hans-GĂĽnter Kellner/FAZ, Javier Cáceres/SZ und Florian Haupt/Spiegel. Es geht jetzt um 700 Mio. Euro. Bartomeu will, dass Messi sie heranschafft, um damit seinen eigenen Kopf aus der ökonomischen Schlinge zu ziehen. Messi will “nur spielen” – und nebenbei seinen Clankonzern weiterfinanzieren. Die Angeschmierten sind so oder so dieses „MĂ©s que un club“.
Unberührt von solchem Erdbeben zieht der FC Sevilla, Dauersieger der Europa League, weiter seine sportliche Bahn, auch wenn er nun einen weiteren Leistungsträger an die feudalen Kriegsverbrecher der Familie Saud verliert. Das ähnelt meinem Lieblings-Gegenbeispiel für diesen Politintrigendreck.

Seriosität, Vernunft, Nachhaltigkeit, Freude an gutem Sport: Borussia Mönchengladbach

Daniel Schmitt/FR analysiert die Aussichten von Verein und Mannschaft für eine kommende Saison. Sie sind gut. Sorgen machen wir uns nur um Marc-André. Doch was ist das wert, wenn wir nicht mitmachen können?