Und: vom Edelstein zum Isarkiesel / Fifa: macht der alte Don den neuen kalt?
“Ich glaube, die Natur ist der grösste Bio-Terrorist, der existiert”, sagt ein Virologe – also muss es ja stimmen – Dr. Florian Krammer in einem lesens- (oder hörens-) werten DLF-Feature von Christian Buckard und Daniel Guthmann ĂŒber die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es geht um sehr viel im Spannungsfeld zwischen globalem Kapitalismus, geopolitischen Interessen der Mitgliedsstaaten und unserer Gesundheit. Die Bundesregierung war soeben mit unserem Steuergeld an einem schweren Impfstoffdebakel beteiligt. Da wir aber in einem reichen Land wohnen, hat sie viele Eisen im Feuer. In die Röhre gucken wie immer die Armen.
Die Natur ist keine Person, also auch keine “Mutter”. Sie ist ein System, so komplex, dass es dem Menschen bis heute nicht gelungen ist, sie vollstĂ€ndig zu verstehen. Zwei bemerkenswerte Geschichten zeigen das: einerseits das abbrechende Eis, hier ein neues StĂŒck in Grönland. Wird sich sicher wieder abkĂŒhlen “Sie werden sehen” (Zitat mĂ€chtigster Mann der Welt). Als beschrĂ€nkter Mensch könnte mann meinen, die Orcas haben raus, wer der Feind ist. Sie greifen menschliche Boote an, schön realistisch keine unbesiegbaren Ungeheuer, wie Tanker ö. Ă€hnl., sondern solche, die als Opfer geeignet sind. Es sollen ja “sehr intelligente Tiere” sein.
SĂŒddeutsche in der SchwabenmĂŒhle
Es war absehbar, dass die SĂŒddeutsche Zeitung von ihren schwĂ€bischen Besitzern zermahlen wird. Die JĂŒngeren werden es nicht wissen: sie hatte sogar mal ein Feuilleton, das mit dem Schirrmacher-Feuilleton der FAZ konkurrieren konnte. Kommerziell war das schon immer uninteressant, auch damals. Darum erwĂ€hne ich es ja. FĂŒr mich als Leser war das interessant. Lange her. Wie immer sach- und fachkundig berichtet Anne Fromm/taz ĂŒber die Gegenwart.
Letzter SZ-Edelstein gegen die Fifa
Einer der Edelsteinreste sind die Fifa-JĂ€ger Thomas Kistner und Johannes AumĂŒller. Die Fifa hat sich eine ehemalige US-Justizministerin gekauft, die mal als ihre schlimmste Feindin galt. So macht mann das. Vielleicht hat es sich Gerhard Schröder so auch mit Wladimir Putin vorgestellt, aber als er seinen Grosskapitalfreunden ein “Mir nach!” zurief, sind ihm zu wenige gefolgt. Gianni Infantino macht es so, sehr professionell, aber sicher nicht billig. Dass Kistner und AumĂŒller das nicht unbemerkt durchgehen lassen, ist journalistisch ehrenvoll. Schön zeichnen sie nach, wie der alte Fifa-Don (Blatter, plus Uefa-Platini) vom neuen Don Gianni abgesĂ€gt wurde. Könnte sein, dass ihre Recherche Teil der Rache des Alten ist.