Keine Sensationen gestern Abend im Beueler Brückenforum. Die Bonner Grünen versammelten sich zum ersten Mal nach dem grössten Wahlsieg ihrer Geschichte. In einem Saal, der zu weniger virenbelasteten Zeiten über 1.000 Menschen fassen kann, versammelten sich über 100 Grünen-Mitglieder an weiträumig platzierten Tischen. Die Liturgie war vom ehrenamtlichen Kreisvorstand optimal konfiguriert. Streit und Stimmungskiller gab es nicht.
Während die neugewählte Oberbürgermeisterin Katja Dörner eine lässige Dankesrede absolvierte, war den gewählten Rats-Spitzenkandidat*inn*en Annette Standop und Tim Achtermeyer noch eine hochkonzentrierte Anspannung anzumerken. Sie wollen sich kommenden Montag von ihrer “Vor-Fraktion” (Mandatsbeginn erst im November) zu Vorsitzenden wählen lassen.
Das Votum der Mitglieder erhielten sie lässig. Die vom Vorstand vorgeschlagene Verhandlungsgruppe für die Sondierungen mit anderen Parteien im Rat, zu denen die Grünen als stärkste Fraktion erstmals einladen “müssen”, wurde im Blockverfahren bei 5 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen gewählt: OB Katja Dörner, die zwei Parteivorsitzenden Katrin Uhlig und Andrea Bauer, die schon erwähnten Annette Standop und Tim Achtermeyer, sowie der langjährige Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt, der, das ist wohl nicht sonderlich spekulativ, für die wenigen Nein-Stimmen verantwortlich zeichnet.
Wer über 30 Jahre für Grüne Kommunalpolitik arbeitet, und sich dabei keine Feind*inn*e*n gemacht hätte, hätte wohl wenig richtig gemacht.
Beim anschliessenden Stammtisch von Karl Uckermann entdeckte ich einen weiteren Ex-Jungdemokraten. WDR-Pensionär Wolfgang Zimmer war auch mal einer, ohne jemals in der FDP gewesen zu sein. Im Gegensatz zu den Jusos, war das bei den “Judos” nicht nur möglich, sondern absichtsvolles Prinzip. Bis heute sind wir überall ;-)