Wenn ihre Machtfelle wegzuschwimmen drohen, versuchen sich Alphmännchen damit zu verteidigen, dass es sich um Biologie, Natur und genetisches Erbe handele. Sie können aber nicht Naturwissenschaft ins rhetorische Geschäft führen, weil deren Erkenntnisse über elefenbeintürmischen Determinismus längst hinaus sind. Rebekka Hufendiek, Philosophin, weiss sie darauf hinzuweisen, dass aus der Tatsache, dass etwas in der Natur vorkomme, unzulässig gefolgert werde, dass wir es nicht verändern könnten – und auch nicht verändern sollten. “Denn wir manipulieren ja nun an unserer ‚Natur‘ die ganze Zeit.” Die Alphamännchen werden – u.a. von Frau Hufendiek – enttarnt als das, was wir in meiner Ruhrgebietskindheit einen “Waschlappen” nannten.
Waschlappen allerdings, die noch viel Schaden anrichten können. Wenn die ARD eine Themenwoche androht, dann ist Overkill und Überdruss zu befürchten. Wiewollenwirleben ist ja keine unberechtigte Frage. Aber wer braucht das nur eine Woche? Und danach? Wissen wir dann alle Bescheid? So viele gucken doch gar nicht zu.
In “Krank vor Hitze? Wie das Klima unsere Gesundheit verändert” von Heike Dickebohm und Uta Meyer/MDR (Video 45 min) gehts um die Gesundheitsprobleme, die heute geborene Kinder in ihrer Lebenszeit zu erwarten haben. Zentrales Problem seit vielen Jahrzehnten bis heute: die Luftverschmutzung als Lebensverkürzerin. Da wurde ein bisschen mit Sandmännchen-Didaktik gearbeitet, aber die Älteren sollens ja auch verstehen, und das Sandmännchen war und ist ein systemübergreifendes Erfolgsformat aus der Zeit, als die heutigen Alten jung waren.
Danach lief zur Geisterstunde noch mal Jens Niehuss’ “Armes Schwein – fettes Geschäft: Der wahre Preis des Billigfleischs” (Video 90 min), wenn Sie so wollen ein Film über die Wirklichkeit des Schnitzels, der schon mal auf Arte ausgestrahlt wurde.
In diesen Beiträgen wird die Welt gezeigt, die die Alphamänner von gestern uns hinterlassen. Selbstverständlich ist das keine Frage des Geschlechts, sondern des Systems, in dem produziert und gewirtschaftet wird. Die Führungspositionen in diesem System, insbesondere in den das System beherrschenden Konzernen, werden – an dem Fakt ist nichts zu deuteln – zu über 90% von Männern repräsentiert. Zufall der Natur? Wer das glaubt, der weiss auch, wohin mit dem Atommüll …
Die Weltspiegel-Reportage “Von Covid bis Klima” (Video 30 min) zeigt dagegen Frauen in Kenia, die den Dreck reparieren, den die blindwütigen Testosteronbomben hinterlassen, ein klassischer Fall von “konstruktivem” Journalismus (Autor: Norbert Hahn). Gibt es noch zu selten. Bitte mehr davon Ladies and Alphamen!