“Inspector Barnaby” ist dagegen eine differenzierte Gesellschaftsanalyse
Mobbing kommt an den “besten” Adressen der Welt vor. Edler als Downing Street sind bei Licht besehen doch wohl nur die Windsors. Beide sind Leuchtfeuer des weltweiten Konservatismus, nachdem ihr wilder unerzogener Herold Donald abtreten muss. Doch wenn jemand hinter die Fassade blickt, sind dann nicht ĂŒberall gerissene Weiber zu erkennen, die unerkannt die Strippen ziehen? Es ist ein Weib, das es uns ungeniert enthĂŒllt: Gina Thomas, UK-Feuilletonkorrespondentin der FAZ, Ich unterstelle, dass sie zwar gut schreibt, aber nicht ĂŒbertreibt. Dabei erkenne ich, dass die TV-Serie “Inspector Barnaby” die zurecht lange Jahre fĂŒr ein Fehlen jeglicher DiversitĂ€t in ihrem Schauspieler*innen-Casting kritisiert wurde, gegen das Schauspiel der Tories in Downing Street eine differenzierte Analyse der englischen Gesellschaft ist. Geben Sie die Namen der von Frau Thomas genannten Damen in ihrer Suchmaschine ein, und klicken Sie auf die Bilder – dann wissen Sie, was ich meine. Ich geniesse die TV-Serie “Barnaby” derzeit wie ein Ritual montags immer zu der Zeit, zu der ich 10 Jahre lang der GrĂŒnen Stadtratsfraktion beiwohnte. Zwei Doppelfolgen Barnaby auf ZDFneo sind genauso lang, weit amĂŒsanter, und weit weniger erregend.
Ungarn & Polen in der EU
Interessant gegen den Strich bĂŒrstet Tim Gerber/telepolis den EU-internen Streit, der sich in hiesiger Darstellung gegen die Rechtsregierungen Ungarns und Polens richtet. Gerber weist richtig darauf hin, dass bei der von Deutschland angefĂŒhrten EU-Mehrheit, in der sich selbst tiefe von der Bundesregierung beförderte Risse zeigen, von “gemeinsamen europĂ€ischen Werten” wenig mehr als Nichts zu erkennen ist. Auf einer aktuell-operativen taktischen Ebene wĂŒrde ich dennoch Eric Bonse/taz rechtgeben. Das wertefundamentfreie Agieren der Bundesregierung mĂŒssten wir zunĂ€chst erst mal im innenpolitischen Diskurs ĂŒberhaupt verankern – es ist den meisten BundesbĂŒrger*inne*n völlig unbekannt.