Walter Benjamin / Pauline Schäfer / Marcus Thuram
Der fabelhafte Rudolf Walther/taz weist auf eine aus seiner Sicht nicht minder fabelhafte Walter-Benjamin-Biografie hin, die mit vielen Jahren Verzögerung und zu einem für den Verlag fabelhaften Verkaufspreis (58€) endlich auf deutsch erschienen ist: Howard Eiland, Michael W. Jennings: „Walter Benjamin. Eine Biografie“. Aus dem Englischen von Ulrich Fries und Irmgard Müller. Ich bin nur wegen dieses fabelhaften Textes, den ich schon dreimal in diesen Blog gehoben habe, Walter-Benjamin-Fan geworden. weil er Benjamins fabelhaftes Verständnis der Dialektik von Gier und Genuss verrät. Er hat auch sonst viel vom politischen und sonstigen Leben verstanden. Doch Vorsicht! Eine Benjamin-Biografie bleibt ohne Happyend, und ist auch sonst kein Vergnügen, sondern Arbeit. Arbeit wiederum ist mit klarem Abstand das grösste Gesundheitsrisiko.
Pauline Schäfer
Dass Pauline Schäfer Turnweltmeisterin war, ist mir entgangen. Der schulische Sportunterricht hat mich gelehrt, diese Sportart vor allen anderen am meisten zu hassen. Was Frau Schäfer heute ans Licht der Öffentlichkeit bringt, bestätigt mich in dieser Weltsicht. Politisch daran ist, dass sie nicht nur ihren eigenen prominenten Fall zum Thema macht, sondern daraus Schlüsse für strukturelle Weichenstellungen zieht. Sie engagiert sich dafür, dass das, was ihr geschehen ist, den Nachlommenden nicht wieder passiert. Vorbildlich.
Marcus Thuram
Dieser politische Mensch sorgt für fabelhafte Wertsteigerungen im Betriebsvermögen von Borussia Mönchengladbach. Mit so viel Hirn! Im Fußball! Der DFB grübelt derzeit darüber, warum seine Nachwuchsteams in der internationalen Konkurrenz komplett zurückfallen; die FAZ berichtet hinter Paywall über ein entsprechendes internes Diskussionspapier. Durchstecherei, wie sie beim intriganten DFB üblich ist.
Was Marcus Thuram zu so einem starken Fußballer gemacht hat, berücksichtigt dieses Diskussionspapier offensichtlich überhaupt nicht. Wie formt sich aus dem Weltbild des Spielers sein Selbstbild? Wie und aus welchen Motiven entsteht sein Wille, an seine körperlichen Grenzen als Fußballdarsteller zu gehen? Welchen Einfluss hat dabei seine Empathiefähigkeit und Solidaritätsbereitschaft? Marcus Thuram und sein Vater Lilian wissen die Antwort.