Und die Grünen
Katharina Sophie Hübener/telepolis kritisiert die ungerechte Impfstoffverteilung, und bläst damit gegen den Wind von Springerpresse bis SPD, die erst die falsche Selbstdarstellung der Bundesregierung als “gerecht” möglich machen. Fallen die Grünen darauf nur rein, oder haben sie ernsthaft weitergehende/andere Politikvorstellungen? Darüber können Sie sich anhand eines Spiegel-Interviews von Anton Hofreiter selbst ein Bild machen.
Ich weiss von unserer Oberbürgermeisterin, dass sie im Bundestag mit Hofreiter gut zusammengearbeitet hat. Ihr zufolge ist er eine ehrliche und politisch seriöse Haut. Ich würde aus eigener Fernwahrnehmung ergänzen, dass er in PR-taktischen Dingen schwer beratbar zu sein scheint. Aber mangelhafte Medienkompatibilität kann bei Politiker*inne*n, die auf ihre Glaubwürdigkeit wertlegen, ein Vorteil sein. Nach Rückkehr der was-mit-Medien-Leute aus ihrem Jahresendurlaub ist damit zu rechnen, dass sie ihre Bemühungen um die fortgesetzte Domestizierung der künftigen Regierungspartei kämpferisch intensivieren werden. Der Spiegel wird sich darin von niemandem übertreffen lassen wollen.
Inhaltlich gewichtige Beiträge finden sich in der Jungle World. Leider greift deren Redaktion auf ihrer Homepage zu dem schwer erträglichen Mittel, auch Texte in der Paywall zu vermauern, die vorne im Inhaltsverzeichnis als unverschlüsselt erscheinen (das Mike-Davis-Interview z.B.). Zuwenig Hasser? Immerhin stimmt oft die Qualität: bei Axel Berger: “Hunger, Armut, Pandemie – Die Covid-19-Pandemie hat dramatische Folgen in ärmeren Ländern. Eine humanitäre Katastrophe zeichnet sich ab.”, sowie bei Johannes Hauer/Marco Hamann: “Sie Seuche und das UngeheuerDer Staat des Kapitals in der Coronakrise”. Letzteres liest sich wie ein nachgeliefertes Drehbuch der Krise, inkl. systemimmanenten Widersprüchen.