Walter Benjamin / Isolde Charim / Andreas v. Westphalen / Franziska Augstein
Haziran Zeller/Jungle World, der sich in seiner Jugend mal hier im Rheinland aufgehalten hat, feiert eine Monumentalbiografie über Walter Benjamin von Howard Eiland und Michael W. Jennings. Benjamin ist der, von dem dieser köstliche Text über Frische Feigen ist. Ich würde die ja gerne lesen, kann mir aber beim besten Wlllen nicht vorstellen, wie ich ein Buch mit dem Gewicht eines Paketes Kopierpapier handhaben soll. Erforderlich wäre also eine digitale Version, die auf ein Tablet passt – schon wegen der Navigationsmöglichkeiten für Sehbehinderte. Das faszinierende an der Person Benjamins, das arbeitet Zeller in seiner Rezension schön heraus, ist die Beweglichkeit seines Denkens zwischen den Linien der Kommunist*inn*en und der ihnen begründet-kritisch gegenüberstehenden Frankfurter Schule – ohne dass sich das bei Benjamin in Feindschaft auswuchs. Dass in seinem individuellen Leben schöne Frauen auf diese Prozesse Einfluss ausgeübt haben, spricht nicht gegen ihn. Finde ich.
Weitere kluge Texte:
die von mir verehrte Isolde Charim/taz: Der grassierende Aberglaube – sehr intelligent-materialistisch erklärt.
Andreas v. Westphalen/telepolis: Wir oder sie! Er begründet sehr gut, warum angesichts grassierender globaler Krisen diese Kategorien überwunden werden müssen. Angesichts marodierender Grüner wie Baerbock (mit der Nato gegen Russland) oder Bütikofer (gegen das Reich des Bösen China) frage ich mich, wie das politisch gehen soll, was Westphalen völlig richtig erklärt.
Ja, und auch wenn ich den Spiegel hasse: die Kolumnen von Franziska Augstein und Sascha Lobo sind gut eingekauft.