Der “Kettenhund” Axel Springers hat sich losgerissen
1972 war Ingrid Matthäus Bundesvorsitzende der Jungdemokraten, omnipräsent in den damaligen Medien. Eine rhetorisch perfekte selbstbewusste Linksliberale, die von keinem Macho aufzuhalten war. Als ich 16 geworden war, 1973, hatte ich nichts eiligeres zu tun, als in ihrem Jugendverband Mitglied zu werden. Ihr Versuch über die NRW-Landesliste der FDP in den Bundestag zu kommen, scheiterte 1972 an einem gewissen Jürgen Möllemann. Dessen “historische Bedeutung” ist: wäre er noch am Leben, hätte der sich in der FDP durchgesetzt, gäbe es die AfD nicht. Ihre Rolle würde die FDP spielen.
Damals konnte das noch niemand ahnen. Und wahrscheinlich ist es, so wie es heute ist, besser, als wie es gekommen wäre. Heute sind die Propagandisten des Springer-Verlages auf so Halbstarke wie die Herren Merz und Lindner angewiesen. Albrecht von Lucke/Blätter hat soeben messerscharf analysiert, wie die Kettenhunde des Springerkonzerns über die politische Wiese marodieren. Mathias Döpfner ist intellektuell so abgedreht, wie sein Vorbild Rupert Murdoch (Döpfner sieht besser aus, ist aber dafür dümmer) und schickt seinen unzurechnungsfähigen Milizionär Julian Reichelt ungebremst auf die Reste deutscher politischer Öffentlichkeit los.
Brückenköpfe dieser politischen Reaktion in öffentlichen Medien und demokratischen Parteien gibt es, doof genug, ihnen Teppiche auszurollen, weil sie sie für mächtig und politisch relevant halten, als selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn Schwarz-Grüne glauben damit regieren zu können, und ich kenne einige persönlich, dann machen sie sich mitschuldig: sie stellen die demokratischen Elemente dieses Landes mutwillig zur Disposition.
Was diesen Figuren fehlt, das müssen sie mit ihrem Hass auf Frau Merkel kompensieren, ist ein Donald Trump. Es spricht für das Immunsystem der BRD und ihres Grundgesetzes, dass es den nicht gibt, und ein Möllemann scheitern musste.
Aber das Immunsystem altert. Das WDR-Rundfunkratsmitglied, das sich laut vernehmbar für Trash in der ARD stark gemacht hat, war Ingrid Matthäus-Maier.