Boris Rosenkranz/uebermedien berichtete gestern (hinter Paywall, die erst in einer Woche aufgelöst wird) darüber, dass die “Dienstvereinbarung”, die nach der Henke-Affäre erarbeitet und vereinbart worden war, vom WDR-Personalrat im Herbst 2020 gekündigt worden sei. Sie muss neu verhandelt werden. Die Vereinbarung sah Ansprech- und eine Clearingstelle vor, die offensichtlich nicht aus der Sicht aller Beteiligten funktioniert haben. Der Mediendienst dwdl hat bei uebermedien mitgelesen, und berichtet offen zugänglich, was uebermedien hinter Paywall meldet.
Beide Medien heben auf “neue Fälle” ab. Dass es solche gibt, habe ich keinen Zweifel. Neben dem Geschlechterverhältnis verbirgt sich hinter #metoo-Fällen immer ein Machtgefälle, und ein wenig kreativitätsförderndes Arbeitsklima, auf das die stellv. WDR-Rundfunkrätin Karin Knöbelspies schon zu Beginn der ganzen Debatte im WDR hingewiesen hatte.
Dass das Melde- und Clearingverfahren nicht von Beginn an reibungslos funktioniert, muss kein schwerer Unfall sein, wenn es zügig nachgebessert wird. Ob das dafür nötige Vertrauen und die Kompromissfähigkeit zwischen Senderleitung und Belegschaftsvertretung im WDR besteht, wird von nicht wenigen angezweifelt. Aber frau und mann sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Die Belegschaft hat dafür eine sensibilisierte Öffentlichkeit im Rücken.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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