Michael Maier/Berliner Zeitung gelingt mit seinen Porträts von Lisa Paus/Grüne und Fabio de Masi/Linke eine bedenkenswert prägnante Zwischenbilanz des Wirecard-Untersuchungsausschusses des Bundestages. Der Ausschuss endet mit der Legislaturperiode, also jetzt. Es ist klar: er hat trotz exzellenter Arbeit weniger als die Hälfte des Skandals zutage gebracht.
Im Porträt von Lisa Paus wird gut erkennbar, was von einer Grünen-Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl realistisch zu erwarten ist, im Guten. Paus gehört zu den eher kritisch gepolten verbliebenen Linken in der Partei, und verfügt über die nötige politische Reife, um nicht naiv in die Regierungspolitik hineinzustolpern.
Fabi de Masi/Linke ist noch weniger naiv, und hört lieber ganz mit seiner Politkarriere auf. Während Paus auf die Mängel der Finanzbehörden hinwies, benennt de Masi die Geheimdienst-Fragen, die wahrscheinlich auch eine nächste Bundesregierung überhaupt nicht öffentlich wird anfassen wollen. Umso wichtiger, dass sich jemand drum kümmert. Wer wird das sein? Wer kann das?
Was bleibt von “Die Linke”?
Hört de Masi “gerade rechtzeitig” auf? Um “Die Linke” muss mann und frau sich Sorgen machen, ungefähr diese von Stefan Reinecke/taz. Der Genosse Horst Kahrs ist im Bruchstuecke-Interview mit Wolfgang Storz ähnlich besorgt.