Das ist nicht die 7-Tage-Inzidenz (die ist in Bonn bei 6,1), sondern der Pegelstand des Rheins: gestern Abend 5,04 m, im Hochsommer. Und ab morgen soll noch drei Tage lang ordentlich was dazukommen. Die Wetterberichter*innen zeigen Karten, die fast genau den ehemaligen Warschauer Pakt in tiefem Rot zeigen. Da ist der Sommer, und zwar mehr, als es der Mensch vertragen kann. Wenig berichtet – fast schon Gewöhnung? – wird, dass in Russland (und Griechenland) wie jedes Jahr die Wälder brennen.
Gegen dieses trockene Hoch kommt das Tief nicht an, das sich über der alten BRD und Frankreich dreht, und unser Land in den nächsten Tagen reichlich mit Wasser versorgen soll. Rheinpegel “steigend”. Bis zur Beueler Deichkrone sind es noch 4,50 m, insofern kein Grund zur Beunruhigung. Ausser Sie grübeln, was dieser Pegelstand im Sommer bedeuten soll. Und was dieses Wetter mit dem Klima zu tun hat. Aber in Deutschland ist gerade Wahlkampf, da geht es um Wichtigeres.
Seit der offiziellen Meldung des Coronavirus durch China bei der WHO sind es jetzt 18,5 Monate. Was mag es für eine Lernkurve sein, die deutsche Wissenschaftler*innen und Behörden jetzt dazu veranlasst, die Zahl der 7-Tage-Inzidenz in ihrer politischen Relevanz herunterzupegeln, um jetzt schon auf die Idee zu kommen, dass für die durchgehend angeführte “Belastung des Gesundheitswesens” die “Hospitalisierung”, also die Krankenhausbelegung durch Viruspatienten, von weit höherer Wichtigkeit sei? In Bonn sind es derzeit 18 Personen, davon 9 auf Intensivstation.
Die “Stimmung”, sie soll nicht (wieder) “kippen”. Im Ruhrgebiet sagen wir: “Verarschen kann ich mich selber.”

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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