Die Krisen-Grünen / Staatsmonopolistische EM / Milliardäre im Weltraum
Oft bin ich nicht schlauer als Andere, und kann es auch nicht besser schreiben. Zu den Grünen schreibt Stefan Reinecke/taz alles Wichtige und Richtige. Die grüne Realo-Strategie des zu-allen-lieb-und niemand-wehe scheitert an der Realität. Diese besteht aus politischen Gegner*inne*n in Politik, Wirtschaft und Medien und lässt sich nicht wegumarmen. Ein schwerer Analysefehler. Die Gegner*innen haben Namen und Adresse (heisser Tipp: Axel-Springer-Strasse 65, PLZ 10888), sind keine anonymisierte, nebelige Gemeinheit aus dem Nirgendwo. Wer glaubt im Wahlkampf ohne Kämpfen auszukommen, sollte sich lieber woanders eine “neue Herausforderung” suchen.
Viva Italia & Argentina
Bei der EM haben sportlich die Richtigen gewonnen: die beste Mannschaft. Auch im Kampf gegen die Deltavariante des Coronavirus war das vermutlich die “beste” Lösung. Denn nicht nur das Wembleystadion leerte sich schnell, die Pubs vermutlich auch (statt die Nacht bis in den Morgengrauen durchzufeiern). In Italien dagegen haben etliche Städte Public Viewings vorher abgepfiffen, die Lehren aus den Pandemiewellen.
Zur Andersartigkeit dieser EM hat Martin Krauss/taz alles Richtige geschrieben. Seine Perspektive wird gestützt durch das FR-Interview mit Michael Gabriel, dem Sprecher der deutschen Fanprojekte. Fabio Chelli/taz schreibt ergänzend und sympathisch, warum er für die “Falschen” gehalten hat. Stellen Sie sich vor, Sie seien ein 19-jähriger schwarzer junger Mann, werdender Fussballmillionär mit nicht wenigen zu versorgenden Verwandten, Freund*inn*en, Angestellten, also ein halbwüchsiger mittelständischer Unternehmer. Wieviel könnten Ihre Schultern tragen und verkraften? Beim Elfmeter z.B.
Extradienst-Gastautor André Dahlmeyer schreibt in der Jungen Welt – heute mal ohne Paywall – über das andere nicht weniger wichtige Kontinentalfinale eines nicht weniger korrupten Kontinentalverbandes. Auch dort unterlag im Finale die Mannschaft aus dem Land mit der weit bekloppteren Pandemiepolitik.
One-Way-Ticket
Es soll eine Petition geben, dass Milliardäre, die ins Weltall reisen, dort bleiben und uns mit ihrer Rückkehr verschonen sollen. Netter Scherz. Es handelt sich jedoch nicht um Bekloppte, sondern um politökonomisch gebildete Machtstrategen (Frauen sind mir keine bekannt). Markus Reuter/netzpolitik hats begriffen.