Gestern belästigte ich Sie mit schlechten Nachrichten. Darum im Folgenden ein Wiedergutmachungsversuch. Bitte schicken Sie die Kinder ins Bett, denn weiter unten geht es um Sex. Da ihre Kinder schon Bescheid wissen, würden sie sich von derartiger Langeweile gequält fühlen.
Also zunächst für die ganze Familie: Stefan Niggemeier/uebermedien hat sich den Spass gemacht, Sekundenbruchteile zusammenzuschneiden, die er in den ARD-Tagesthemen fand, wenn eine oder mehrere Personen gerade nutzlos im Studio herumstanden, und nicht wussten, welches Gesicht sie dazu machen sollten. Netterweise nicht eingemauert der Spass.
Sie können zu diesem unterschätzten Thema eigene Studien anstellen: ohne intellektuellen Verlust stellen Sie bei einer beliebigen Talkshow den Ton ab. Die Macht der Bilder wird absolut. Entscheidend sind die Bilder, die die Kameraregie einblendet, wenn die betreffende Person nicht spricht. In diesem Moment lassen sich mit der passenden Körper- und Mienensprache rhetorische Niederlagen in optische Siege verwandeln (gerne auch umgekehrt). Das Publikum entscheidet nämlich nicht über Expertise und Argumente, sondern über das Benehmen. Wer ist nett? Und wer verhält sich wie ein Rüpel? Um Letzteres gibt es meistens Kampfkandidaturen der Männer. Und wie gesagt: ohne Ton wissen Sie anschliessend, wer gewonnen hat.
Sex
Sibylle Berg (Sp-on) behandelt heute den Geschlechtsverkehr. Die Mehrheit der Männer kann hier noch was lernen.
Und wo wir gerade beim Thema sind: in der Berliner Zeitung gab es vor einigen Tagen eine Reportage von Sören Kittel, ganz ohne Altersbeschränkung oder Paywall, wo welcher Sex im Berliner Tiergarten öffentlich stattfindet. Solche Stellen gibt es in Beuel auch. Ein schwuler WG-Mitbewohner hat sie uns mal bei einem Spaziergang am helllichten Tag gezeigt. Wenn Sie da als einzelner Mann langgehen, dürfen Sie sich über nichts wundern …
Und, wenn Sie bis hierher gelesen haben – auf was haben Sie jetzt Lust? Tun Sies. Das Leben ist zu kurz.