Das Thema kommt, ob wir wollen oder nicht. Dass es die breite Öffentlichkeit bisher kaum – oder besser: nicht – beschäftigt, ist nicht vertrauenerweckend. Dass bisher niemand die “Smart Meter”-Technologie für digitale Stromzähler finanzieren will, ist ebenfalls keine Beruhigung. Denn die Technologien und ihre Anwendung schreiten dennoch voran. Und niemand von uns wird vorher gefragt, ob die Anwendung von “König*in Kund*in” gewünscht ist. Haben Sie etwa irgendeiner Kamera zugestimmt, die sie täglich überwacht? Oder als Autofahrer*in der umfangreich eingebauten Überwachungstechnik Ihres Fahrverhaltens?
Jennifer Clark/heise, Professorin für Regional- und Stadtplanung in Ohio/USA, sieht die Städte und ihre bisherigen “Smart City”-Projekte “falsch verdrahtet”. Es läuft nicht nach dem Willen der Bürger*innen. Die werden gar nicht gefragt. Es läuft nach den Interessen der grossen Technologie-Monopole und ihrer Dienstleistunssatelliten. Shoshana Zuboff analysiert das schon einige Jahre, nur wenige Eingeweihte nehmen es zur Kenntnis. Wollen Sie ihre zukünftige Lebensweise dem Denken von Ingenieur*inn*en überlassen? Ich definitiv nicht.
Es wäre also auch bei uns in Bonn an der Zeit, dass eine an Demokratiefragen interessierte Mehrheitskoalition und ihre OB eine entsprechende öffentlich zugängliche Debatte in der Stadtgesellschaft initiieren. Und wenn sie den Arsch nicht hochkriegen, finden sich vielleicht zivilgesellschaftliche Akteur*inn*e*n?
Bundesweit kontinuierlich daran arbeitende Medien sind z.B. netzpolitik.org und heise.de. Also bitte schön: wer fängt an?