… und die Pennermedien
Knut Mellenthin hatte ich hier schon gewürdigt. Sein Führerjob beim Kommunistischen Bund (bis 1991) war im Innern spektakulärer, als ich ihn seinerzeit von aussen wahrnahm. Das Agieren dieser Sekte in bündnispolitischen Zusammenhängen Ende der 70er Jahre weckte in mir und unter meinen Freund*inn*en Infiltrationsverdacht durch “Dienste”. Bei der Jungen Welt, die sich selbst als Beobachtungsobjekt des Inlandsgeheimdienstes feiert, sind sie der keineswegs abwegigen Meinung, dass so einer viel weiss.
Darum sind die aussenpolitischen Analysen des älteren Herren in der Tat lesenswert. So auch seit heute (aber nur einige Tage) online zugänglich: “Finde den Versager – »Who lost Afghanistan?« Eine imperialistische Niederlagendiskussion” (in einigen Tagen nur noch in einem Paywall-Archiv). Mellenthins Schluss auf einen zukünftigen “Vorwand” für die Nato, erneut in diesen Krieg zu ziehen, halte ich allerdings nicht für realistisch.
Vielmehr spitzt sich die globale Konfliktlage auf die Rivalität zwischen den USA und China zu. Darauf deuten die täglichen Analysen der anonymen Autor*inn*en von German Foreign Policy (ältere Texte nur im Paywall-Archiv) ebenso hin, wie der ehemalige MSB-Spartakist Bernd Greiner in seinem neuen Buch, aus dem die Blätter einen Auszug bringen. Greiners Text ist kein Vergnügen, so brutal zeichnet er die Wirklichkeit.
Es wird auch kein Vergnügen für die EU und die zukünftige Bundesregierung sich dazu zu positionieren. Klar ist nur: die vernagelten Atlantiker*innen sind pures Vorgestern. Wollen Sie dahin? Ich nicht.
Pennermedien
Zu Optimismus besteht allerdings kein Anlass Den Träumer*inne*n von der “Vierten Gewalt”, die uns auf Verfehlungen der Politik rechtzeitig aufmerksam machen müsste, ja, wenn sie ihre Arbeit täte …
Tut sie aber nicht.
Zwei sehr verschiedene, aber beide besonders absurde Beispiele:
Boris Rosenkranz/uebermedien über das Casting für die ARD-“Wahlarenen”. Der Autor arbeitete selbst häufig für den NDR.
Thomas Knüwer über die Nicht-Berichterstattung zum Einzug des Raubtiers Softbank als Hauptaktionärin in den Stall der Bonner Telekom. Niemand braucht sich doof zu stellen. Selbst in diesem lächerlichen Blog wurde das Raubtier schon gewürdigt (6 Treffer). Und in Bundesregierung und Konzernzentrale sind sie schmerzfrei? Sehr aufschlussreich. Oder ist etwa wieder Andy Scheuer zuständig?