mit Update nachmittags
Die Verzweiflung in der CDU ist so gross, dass ihr die Frage gar nicht einfällt. Die Jungs und strammen Mäxe sind so froh, dass sie sie los sind, dass sie im aktuellen Getümmel keine Gelegenheit mehr zu klaren Gedanken finden. Die Mehrheit der Journalist*inn*en in der Hauptstadtblase schliesst sich ihnen an. Action ist geil. Und davon bietet die CDU/CSU in diesen Tagen jede Menge.
Niemand von ihnen wird Isolde Charims taz-Kolumne lesen. Die Autorin hat sich einem Experiment ausgesetzt, wie ich es gelegentlich auch gern tue. Sie hat sich Günter Gaus’ Gespräch mit der jungen Angela Merkel von 1991 noch einmal angesehen. Und wer damals verstanden hätte, im damaligen Hauptstadt-Bonn, hätte ahnen können, was kommen würde. Sie haben es so übersehen und überhört, wie sie heute das meiste Wichtige nicht bemerken. Heute gibt es keinen Gaus mehr – ich meine nicht den Namen, sondern diesen wissbegierigen Typus “Alpha”-Journalist. Ist weg, kommt nicht wieder. Nur gelegentlich in Österreich. Da, wo Isolde Charim lebt.
Update nachmittags
Mein ehemaliger ruhrbarone-Kollege Holger Pauler versteht, was ich mit meiner letzten Bemerkung meine. Er rezensiert in der Jungle World eine Studie des zu früh verstorbenen Medienforschers Axel Schildt: “Medien-­Intellektuelle in der Bundesrepublik” (Wallstein-Verlag, Göttingen 2021, 896 Seiten, 46 Euro). Im heutigen Medienbetrieb haben die Schwätzer*innen die Denker*innen weitgehend ersetzt. Der Einzige, bei dem diese Performance noch stimmig wirkt, ist der Herr Habeck. Beim dem weiss ich leider “zu viel” über die inhaltliche Substanz dahinter. Aber seine Beliebtheit speist sich aus der stimmigen Darstellung