Der PR-Gau Aserbaidschans – herbeigeführt von einem früheren Jungdemokraten-Vorsitzenden
Christoph Strässer gibt fliessend-englische TV-Interviews. Da hätte sich so mancher deutsche EU-Kommissar mal ein Beispiel dran nehmen können. So zu sehen in einer Arte-Dokumentation “Die Kaviar-Connection” (Mediathek bis Anfang Dezember), die nachzeichnet, wie das Alijew-Regime zunächst mit Hilfe zahlreicher bestechlicher deutscher Parlamentarier den Europarat kaufte, um am Ende doch mit einem veritablen PR-Gau den Kürzeren zu ziehen.
Das hatte auch was mit Christophs Dickschädel zu tun. In den gezeigten Bildern ist seine Verblüffung zu erkennen, mit welcher unverhüllten Unverfrorenheit ihm 2013 zunächst gezeigt wurde, wer “den Längsten” hat. Einer, der in seiner politischen Jugend vier Jahre am Stück als Jungdemokraten-Bundesvorsitzender (1977-81) und FDP-Parteivorstandsmitglied ausgehalten hat, vergisst sowas nicht. Es lässt ihm keine Ruhe. Es gibt da einen Gerechtigkeitssinn, der dann erst richtig heissläuft. Obwohl in Velbert geboren, hat das was westfälisches. Das beweist, dass es nicht auf den Genen steht, sondern sozialisiert ist: Strässer lebt die längere Zeit seines bewegten politischen Lebens in Münster.
Ich selbst war noch nie in diesem mutmasslich wunderschönen Aserbaidschan, lebte aber ein Jahrzehnt mit einem in Bonn eingebürgerten politischen Flüchtling in einer WG, der erfolgreich ein Studium in der damaligen Sowjetrepublik absolviert hat. Von ihm wusste ich bereits, wie schlau alte Kader der Kommunistischen Partei ihre sozialistischen Latifundien umstandslos in die Mafia-Republik eines Familienclans verwandelten.
Die westlichen politischen Kompasse kommen damit bis heute nicht wirklich zurecht. Gehören die nun zu “uns” oder zu den Bösen? Da gehen die Meinungen gelegentlich auseinander, wie am Beispiel Aserbaidschans. Ich weiss seit 1974, dass Christoph Strässer jedenfalls zu den Guten gehört.
Der Uefa-Fussball ist da ganz schmerzfrei
Ein Mafia-Projekt aus Transnistrien, das es als Staat völkerrechtlich gar nicht gibt, hat sportlich gesehen gestern Abend Real Madrid langgemacht. Die Schadenfreude ist so lange gross, so lange man keine Details über Sheriff Tiraspol kennt.
Die Details über die Republik Spanien sind kaum erfreulicher. Real Madrid- und Hochtief-Boss Florentino Perez (ACS-Konzern) lässt da einen “Handelsrichter” vortanzen, der der konkurrierenden Uefa-Mafia auf der Nase herumtanzt, dass es sogar Sportjournalisten zurecht empört. Nun, liebe Öffentlichkeit, das ist die gleiche Justiz, die gewählte katalanische Europa-Parlamentarier über die ganze Welt verfolgt, weil sie sich der “Rebellion”, in der Spanien-Republik ein umstrittener Straftatbestand mit franquistischem Odeur, schuldig gemacht haben sollen.