In New York City ist eine gute Freundin, ähnlich wie ich nicht mehr ganz jung, coronainfiziert. Vollständig geimpft. Nun ist begründet zu hoffen, dass die Impfung die Viruslast im Zaume hält, und sie gut durchkommt. Während wir uns hierzulande die Mäuler über “Impfpflicht” zerreissen, sieht es beim großen Bruder in Nordamerika viel mieser aus. 7-Tage-Inzidenz in New York City 343 (in Bonn heute knapp unter 300), Impfquote NYC 69% (Bonn: 82%), USA-weit sind es sogar nur 59,6%, Trump sei “Dank”. Woanders is besser.
Lesen Sie mal hier, was gestern Volkart Wildermuth von Forschung aktuell/DLF berichtete. Kuba hat eine Impfquote wie Bonn: 82%. Daraus errechnet sich, dass die erwachsene Bevölkerung nahezu durchgeimpft ist. Unklar bleibt bisher, sowohl in der Wissenschaft als auch in den Statistiken, was mit den Kindern und Jugendlichen ist. Ihre Impfbereitschaft ist hoch. Aber wie sinnvoll?
Der Hammer aber ist Kubas 7-Tage-Inzidenz. Im kubanischen sozialistischen Gesundheitssystem dürfen wir davon ausgehen, dass die Dunkelziffer gering ist. Natürlich birgt die Insellage Vorteile, und in diesem Fall sogar die ökonomische Blockade durch die meisten kapitalistischen Grossmächte. Andererseits sollten wir Mitteleuropäer*innen die Nasen nicht zu hoch tragen: überall auf der Welt lässt sich dazulernen.
Kuba hat dazugelernt, und sich die deutsche Blockadepolitik gegen die Patentfreigabe von Impfstoffen zum Vorbild genommen, was in dem DLF-Bericht von einem kanadischen Unternehmensforscher bedauert wird. Tja, sowas kommt von sowas. Blockaden und Sanktionen gegen Kuba aufheben? Wer zuerst?

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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