Sie haben sicher auch schon den Wahl-O-Mat zur NRW-Landtagswahl gespielt, oder? Und? Sind Sie über sich selbst schockiert? Sie sind nicht allein. Auch ich habe leichtfertig nach Beantwortung aller inhaltlichen Fragen die Option “alle Parteien” angeḱlickt. Was dabei herausgekommen ist, ist mein Wahlgeheimnis. Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten. Eine Umfrage im Freund*inn*e*nkreis ergab: ganz ähnlich. Darum machen Sie sich klar: der Wahl-O-Mat ist keine Empfehlung, ist auch kein Auskunftsbüro über Parteiprogramme, oder noch doller: die praktische Politik dieser Parteien. Das alles ist er nicht. Er ist ein Spiel.

Ich nehme nur mal als Beispiel die sogenannte “MLPD”. Sie ist von “Diensten” der “Sicherheits”-behörden infiltriert (wie viele andere Sekten auch). Die sind heute nicht mehr so doof wie früher, sondern besser gebildet und können Marktforschungsergebnisse lesen und – noch doller – verstehen. So schreiben sie dann auch und füttern den Wahl-O-Mat entsprechend. Ich weiss vor allem, dass die gleiche MLPD in meinem Geburtsort Gelsenkirchen-Horst ein florierender Immobilienhändler ist, dem u.a. die ehemalige Sparkassenfiliale (die, wo ich als Kind meine ersten 5 Mark geschenkt bekam). die ehemalige Polizeiwache (Zufall, reiner Zufall) und die ehemalige Post gehören. Nur das Krankenhaus, in dem ich geboren wurde, gehört noch der Katholischen Kirche. Aber wo ist da der Unterschied?

“Die Partei”, die sonst bei den Wahl-O-Mat-Spielen bei mir immer in der Spitzengruppe landete, weil ich auch immer für Sarkasmus und gute Laune bin, hatte dieses Mal bei mir Probleme mit der Champions-League-Qualifikation. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht deswegen? Der Witz verliert an Biss, wie bei allen Parteien. Und all denen, auf denen ein “Satire”-Etikett klebt. Die schärfsten Scherze schafft die Wirklichkeit.

Die “Sonstigen” werden bei den NRW-Umfragen zwischen 5 und 8% taxiert. Bundesweit geben ihnen die meisten Umfrager sogar 9. (Ergebnisse NRW 2017: 3,7%, Bund 2021 8,7%). Eine “Gefahr” des Zusammenschlusses besteht nicht. Diese Stimmen sind also – auf das Parlament bezogen – “weg”.

Noch ein guter Rat: gucken Sie auf keinen Fall “Maischberger”, jetzt wöchentlich in doppelter Dosis rezeptfrei verfügbar. Überdosierte TV-Talkshows führen zu das Immunsystem schwächender Verzweiflung am Gemeinwesen. Das ist so eine Art staatlich geförderter Betäubungsmittelmissbrauch. Ihre Hausärztin (Männer mitgemeint) würde abraten.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net