Uli Röhm ist gestorben. In seiner politischen Jugend war er Jungdemokrat. Als erwachsener ZDF-Redakteur ein engagierter, auch illusionsloser Gewerkschafter. “Ein sehr witziger schwäbischer Landsmann … und ein guter Journalist … immer aktiv, voller Ideen … habe gerade erst durch Google erfahren, dass er aktiver Protestant war… halt en Sauschwob :-)” schreibt eine Freundin, die ihn ein wenig besser kannte als ich. Hoffen wir, dass ähnlich Gute nachkommen.

Der wichtigste heutige Extradienst-Text ist “Nukleare Abschreckung ist Gift” von Maren Vieluf und Sascha Hach, beide in der Friedensforschung berufstätig, eine Übernahme aus der “Open Source” der Berliner Zeitung. Von der Pandemie auf den Ukrainekrieg übertragen wären sie also so eine Art Virolog*inn*en. Aber so viel Fachkompetenz ist im Medienbetrieb nicht mehr so viel gefragt. Reinhard Olschanski hat zum verwandten Themenkomplex in “Steinmeier – ein ‘Nationaler Beleidigungsfall’?” ein paar Ratschläge für die SPD. Michael Maier/Berliner Zeitung hatte ein paar wenig verklausulierte für den Botschafter der Ukraine.

In “Jürgen Roth – noch unbepreist?” preise ich einen ein gutes Jahrzehnt jüngeren Schriftsteller, der sich rätselhafterweise in Frankfurt/Main niedergelassen hat. Was er jüngst von dort geschrieben hat, weist darauf hin, dass er fast überall heimisch werden kann. Meine Lobpreisung kippt dann um in eine autobiografisch geprägte Meditation über die Bude (hochdeutsch: Trinkhalle, Kiosk). Die Schönste ist in Essen-Karnap, und unser Maschinist hat in den Kommentaren ein veraltetes Google-Foto davon verlinkt.

In “Wen wählen? II” rate ich von der Wahl der Wahl-O-Mat-Favoriten “MLPD” und “Die Partei” bei der NRW-Landtagswahl ab, sowie davon, die eigene Wahl vom Wahl-O-Mat orientieren zu lassen. Meine Empfehlung: selber denken, auch wenn es schmerzhaft ist.

Haben Sie was gehört, wann es wieder Regen gibt? Hier die aktuelle Dürrelage – da wünsche ich doch viel Spass mit Tesla (Brandenburg) und Intel (Magdeburg). Rheinpegel Bonn 237 cm, “fallend”.

Wenn Sie älter sind als ich: vergessen Sie das Trinken nicht. Und schieben Sie keinen Genuss auf. Die Jüngeren lieber auch nicht.

Freundliche Grüße
Martin Böttger

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net