Das Schiff, das sinkt und stinkt, einen nicht recht weiterbrinkt

Zwei Johnson-Minister, die lange das Spiel des BoJo mitgespielt haben, sehen für sich offensichtlich keine Zukunft mehr an der Seite des Clown-Darstellers unter den Premierministern. Das könnten recht deutliche Signale für ein Ende der Ära Johnson sein. Überfällig wäre es allemal.

Die Aufmerksamkeit auf den “moral conduct” von Politikern wie Johnson ist übrigens nicht bloß eine spießige Ersatzhandlung (wie Johnson-Fan Ulf “Porschi” Poschardt insinuiert). Tatsächlich haben der Staat und sein Personal eine Art “Über-Ich”-Funktion. Sie sollen für ein gerüttelt Maß an Allgememeinverbindlichkeit angesichts des Interessenskampfs der vielen Einzelnen stehen.

Wenn sie es nicht tun und stattdessen mit Clownerie (Johnson), permanentem Andissen von Personen (Trump) oder durch einen “Ich-bin-wie-Ihr”-Stil in Sachen Steuerhinterziehung (Berlusconi) nur noch Infotainment und Eigeninteresse in der öffentlichen Ansprache bedienen, fängt der Fisch vom Kopf her an zu stinken.

Stinken, sinken, nicht weiterbrinken.

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Über den/die Autor*in: Reinhard Olschanski (Gastautor)

Geboren 1960, Studium der Philosophie, Musik, Politik und Germanistik in Berlin, Frankfurt und Urbino (Italien). Promotion zum Dr. phil. bei Axel Honneth. Diverse Lehrtätigkeiten. Langjährige Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent im Bundestag, im Landtag NRW und im Staatsministerium Baden-Württemberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Politik, Philosophie, Musik und Kultur. Mehr über und von Reinhard Olschanski finden sie auf seiner Homepage.