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Mediathek- und Rezensionsperle zu Roy Orbison

Die meisten Ausführungen kann ich mir sparen und auf die ausgezeichnete Rezension von Harald Keller/Fr verweisen. Gestern erfreute ich mich an der Musikdokumentation “Von ‘Pretty Woman’ zu ‘Only the Lonely’ – Die Rocklegende Roy Orbison” (Video 56 min, Mediathek bis 13.12.). Orbison war Mitglied meiner Traumband “Traveling Wlburys” (“alle” = 2 LPs auf Vinyl), bei ihnen allerdings derjenige, mit dem ich am wenigsten anfangen konnte. Das habe ich mittlerweile korrigiert.

Leider sind überhaupt nur noch zwei Bandmitglieder am Leben: Dylan und Lynne. Und dass der gestrige Film laut Keller ein Neuaufguss mit Filmmaterial von 2008 ist, kann ich verschmerzen. Als junger Mann war mir dieser Orbison kein Begriff. Andererseits habe ich alle Titel, die in dem Film eingespielt wurden, gewiss viele Dutzend mal in der Pubertät gehört, ohne zu wissen, dass er es war. Aus dem Film von Steve Cole geht ausserdem zur Genüge hervor, wie sehr er als Künstler von seinen zeitgenössischen Kolleg*inn*en verehrt wurde – wie eine Legende des Business.

Und meine Güte, mit 52 ist er schon totgegangen. Was für ein dramatisches Leben der Kerl gelebt hat. Aber das Drama war nur in ihm drin, er hielt es in seiner Bühnenperformance optisch verborgen, und teilte sich ausschliesslich über seine Musik mit. Das ist Kunst.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

Ein Kommentar

  1. Der Maschinist

    Lieber Martin,
    danke für diese kurze aber auf den Punkt gebrachte Würdigung von Roy Orbison. Eine echte Perle, fürwahr! Wir kennen alle seine Songs, rauf und runter. Selbst die Generationen X, Y und Z werden sie nicht zum ersten Mal gehört haben. Und ich – als letzter Boomer Jahrgang – erinnere mich sogar noch an die eingedeutschte Version von Paola in Ilja Richters unvergessener Disco (1979). Kein Meilenstein aber ein zeithistorisches Dokument der Universalität von Orbisons Genie: https://www.youtube.com/watch?v=CvB-2iN-KnU
    Leider hast du in deiner Notiz den Link zu seinem musikalischen Testament vergessen (Die Dokumentation zeigt ja leider nur kurze Ausschnitte…): Den Konzertmitschnitt “Roy Orbison – A Black and White Night”. Eigentlich der Höhepunkt seines Comebacks, aufgenommen nur ein Jahr vor seinem frühen Tod. (Bis 02.11. in der Arte Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/107161-000-A/roy-orbison-black-and-white-night/ )
    Dieses Konzert belegt in der Tat – wie auch die Dokumentation – wie sehr Roy Zeit seines Lebens ein “Musician’s Musician” war. Jackson Browne, T Bone Burnett, Elvis Costello, k.d. lang, Bonnie Raitt, J.D. Souther, Bruce Springsteen, Tom Waits und Jennifer Warnes gemeinsam mit Elvis Presleys Band… wie auch die Wilburys eigentlich “nur” eine weitere Variante in der Beweisführung. Und was für ein großartiges Konzert!
    Ich habe die DVD und das Album damals (1988) direkt nach dem Erscheinen gekauft, doch hier müsste ich eigentlich noch einmal nachlegen. Einfach weil der Arte Mitschnitt auf einer von Orbisons Erben überarbeiteten und erweiterten Version der Konzert-DVD basiert. Ich bin froh und dankbar dafür es nun auch in dieser Form auf meiner Festplatte zu haben.

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