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Sparen bei Frost und Hitze

Minister Habeck empfahl aus Energiespargründen, kürzer zu duschen. Ministerpräsident Kretschmann regte an, an Stelle der Dusche den Waschlappen zu benutzen. Der Vor­schlag, einmal wöchentlich zu duschen, stieß jedoch allgemein auf Unverständnis: Warum so oft? Offenbar bahnt sich ein Wettbewerb um ausgefallene Energiesparvorschläge an. Da kann auch ich etwas beitragen: In meiner Jugend wurde das Badewasser nacheinan­der von allen vier Familienmitgliedern genutzt; der dreckigste kam zuletzt. Wahrscheinlich kann man das auch beim Toilettengang praktizieren: Eine Person nach der anderen, die letzte zieht ab.

Hier eine kleine Sammlung von Sparmaßnahmen, bei denen jede/r mitmachen kann:

# Nachts und während der Dienstzeit den Automotor abstellen.

# Während des Urlaubs zu­hause das Licht löschen.

# Kühlschränke kaufen, die nach zehn Sekunden automatisch schließen.

# Aufs Bügeln verzichten; Knitterlook ist heute ein Zeichen von Verantwortungs­bewusstsein.

# Große Fernsehgeräte ausmustern, weil kleine Bildschirme das gleiche Pro­gramm bieten.

# Mobiltelefone nur selten laden, das erspart oder verschiebt unliebsame Anfragen und Nachrichten.

# Abends auf Beleuchtung verzichten, das Licht des Fernse­hers reicht aus.

# Im Büro übernachten, wenn es Hause kalt ist.

# Den schicken Wollpull­over nur im Winter anziehen.

Auch unsere Ernährungsweise kann zum Energiesparen beitragen, z.B. durch kalte Plat­ten, Kalte Ente und kalten Kaffee. Ein findiges Unternehmen ist auf die Idee gekommen, Thermometer mit variablen Temperaturanzeigen für Sommer und Winter herzustellen, zum Selbstbetrug. Die Polizei ist aufgefordert, Tränengas nur sparsam zu verwenden. In den Freibädern werden die Schwimmbecken halbiert. Jemand hat festge­stellt, dass 4 x 25 m genau so lang sind wie 2 x 50 m.

Eine besonders hohe Stromersparnis würde die Abschaltung der sozialen Netze wie Twit­ter, TikTok, Facebook, Instagram und YouTube und ähnlicher, zumeist überflüssiger und niveauarmer Netzwerke bringen. Die Internet-Rechenzentren mancher Staaten beanspru­chen bis zu 14 % des gesamten Stroms. Bitcoin verbraucht weltweit mehr Strom als Belgi­en.

Wir sollten den Umstand nutzen, dass Deutschland über besonders fähige Ingenieure ver­fügt. Vielleicht können diese Maschinen entwickeln, mit denen wir heiße Diskussionen und den Kalten Krieg anzapfen können. An heißen Sommertagen helfen Gefühlskälte, eisige Stimmung und Kaltschnäuzigkeit. Bei Frost helfen Sonnen­creme und warme Gedanken, notfalls auch Heißhunger auf heißblütige Partner/innen. Und so mancher Strom ist noch gar nicht richtig gewürdigt worden: der Rhein, die Elbe, die Donau.

Über den/die Autor*in: Heiner Jüttner (Gastautor)

Der Autor war war 1984 bis 1991 Ratsmitglied der Grünen in Aachen, 1991-98 Beigeordneter der Stadt Aachen. 1999–2007 kaufmännischer Geschäftsführer der Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel, die die Stadt Aachen und den Kreis Aachen mit Trinkwasser beliefert.

Ein Kommentar

  1. Annette

    Bei mir ist seit 4 Monaten tagsüber mindestens 30 bis 35 Grad und nachts mindestens 26 Grad warm. Diese Temperaturen sind absolut nichts für Warmblüter.

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