“Desperate Despots” gibt es in sehr verschiedenen Ausprägungen. Die meisten versetzen nicht die ganze Welt in Angst und Schrecken, sondern nur ihre persönliche Umwelt. Eine aktuelle Sorte Despoten habe ich in meinem Text noch vergessen zu erwähnen. Sie sind ganz nah, in Süddeutschland.

Dort bauen sie im Untergrund der Weltstadt mit Herz eine “2. Stammstrecke” für die S-Bahn, unter der Münchner Innenstadt durch. Neben der ersten Stammstrecke von 1972, die völlig überlastet ist. Wie das bei Tunnelbauten so läuft (aber in München oberirdisch überwiegend unsichtbar bleibt) unfassbar – technisch, finanziell, korruptiv, politisch. Den Widerstand gibt es seit 2006. Dass er weit weniger öffentlich auffällt, als Stuttgart21, hat vielleicht was mit solchen Internetseiten zu tun.

Mehr aber mit despotenfreundlichen Medien. Die Süddeutsche z.B. hat völlig zurecht ihre Rechercheredaktion an das Thema gesetzt. Die veröffentlicht auch. Der Verlag lässt das aber digital einmauern. Bundesweit existiert das Thema also publizistisch eher nicht. Das Verlagshaus der SZ, die SWMH, war eine engagierte Propagandistin von Stuttgart21. Was für ein Zufall.

Ich verrate Ihnen exklusiv: das in München ist noch schlimmer, und vor allem teurer. Der Södermarkus versucht es verzweifelt unter der Decke zu halten. Es wird ihm nicht gelingen. Er hätte sich besser bei Winfried Kretschmann informiert, wie mann sowas macht.

Ihnen einen schönen Sonntag.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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