Zwei Jahre Grüne Regentschaft reichen nicht für eine Fussgängerampel

Noch vor der letzten Kommunalwahl setzte die CDU mit der SPD den “Versuch” durch, die Fussgängerampel zwischen von-Sandt-Strasse und Bistro Horizonte/Bücher Bartz/Café Maya zu sperren, um den ÖPNV zu “beschleunigen”. Haben wir gelacht, damals schon. Ein Trick der Autoparteien für Doofe. Wer tatsächlich mit der Bahn fährt, erfährt das. Das war vor nunmehr drei Jahren und hat sich bis heute nicht gebessert.

Kürzlich sprach ich mit einem einflussreichen, gutwilligen und kompetenten Beueler Kommunalpolitiker über diese Ampel. Er redete nicht drumrum, sondern sagte mir ehrlich: “Mich darüber mit der Verwaltung/Stadtwerke rumzuschlagen, ist mir zuviel Arbeit.” Ich kann nicht übelnehmen. Der Mann ist berufstätig in einem Stressberuf, hat Familie – Kommunalpolitik, das wissen die Wenigsten, ist ein Job für Amateure.

Ich habe nun einen neuen Vorschlag. Sie wissen schon: Verkehrswende! Der Bereich, der bisher in Deutschland am wenigstens zum Klimaschutz beiträgt. Mitten in Beuel ist er zu bewundern, am KAP, Konrad-Adenauer-Platz. Statt dieser kleinen Piss-Ampel habe ich eine bessere Idee, die es in einigen Metropolen der Welt (Tokio, Mexico-City u.a.) schon gibt. Was es dort gibt, entsteht in Bonn üblicherweise 20-50-100 Jahre später. Es könnte also bald so weit sein.

Statt zahlreicher Einzelampeln wird der Konrad Adenauer Platz von der Brücke bis zu den Bahnhaltestellen zu einem kompletten All-Grün-Fussgängerüberweg, der in der Grünphase in alle Richtungen zu allen Zielen überquert werden kann. Die Ampelschaltung wird so programmiert, dass die Bahnen den Platz vor dem Fussgänger-Grün verlassen können.

Wer nun auf neue Ideen für den Bertha-von-Suttner-Platz auf der falschen Rheinseite kommt – Glückwunsch! – die*der hat was verstanden.

Bitte schön. In der Demokratie, von der ich in der Schule gelernt habe, macht die Verwaltung das, was die politisch Gewählten beschliessen – und nicht umgekehrt. Ich weiss, dass in der Alltagspraxis alle darüber lachen. Ist aber nicht zum Lachen.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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