Nach dem Mittagessen hatte ich die Absicht (und Lust) mich zum Verdauungsnickerchen zu begeben, statt Sie mit weiteren Blogeinträgen zu behelligen. Aber Ulrike Heider ist es mir wert. Und wenn ich schon dabei bin, benenne ich Ihnen noch eine weitere Option für den Weltuntergang. Bis dahin: nutzen Sie die Zeit für so viel Sex, wie Sie schaffen (und jede*r so, wie es gefällt, also jede*r anders). Denn die Zeit könnte sogar knapp sein, wenn es China gelänge, einen Frieden in der Ukraine zu vermitteln. Aber dazu weiter unten.
Sex in diesen Zeiten
Zunächst zu Ulrike Heider. Und zum Sex. Zu ihrem jüngsten Buch hatte sich Dieter Bott schon begeistert geäussert. Die beiden kennen sich. Zweimal durften wir im Extradienst Texte von ihr übernehmen. 2018: “Der Traum vom anderen Leben – Die 68er-Bewegung stand für einen sexuellen Aufbruch. Körperlichkeit und Revolte gehörten zusammen”. Und 2019: “Michel Foucault – Die Abschaffung der Sexualität zugunsten der Religion”.
Monsieur Foucault wird auch in Ulrike Heiders jüngstem Buch “Die grausame Lust” gewürdigt. Und in ihrem Interview mit der Jungle World: “»Die menschliche Sexualität ist grundsätzlich weder gut noch schlecht« – Von Marquis de Sade zur Verhandlungsmoral: In ihrem Buch »Die grausame Lust« erzählt Ulrike Heider die Geschichte des Sadomasochismus ideologiekritisch nach. Im Interview mit der »Jungle World« spricht die Autorin über linke Bewunderer von de Sade, die SM-Subkultur und über die Frage nach der Natur der Sexualität.”
Ich gestehe, ich bin sehr stolz, diese Frau zu den Autor*inn*en des Extradienstes zählen zu dürfen. Es gibt nicht mehr viele mit so viel Verstand.
Und nun zu denen, die ihn bräuchten – den Verstand
“Die Medien”, auch dieser Blog, sind voll mit Diskussionen zum Ukrainekrieg. Auch die innenpolitische Lage im Iran kommt dank einer aktiven Exil-Community durchaus vor. Doch alle Genannten übersehen etwas. Ausser, immerhin, unser Gastautor Detlef zum Winkel..
Markus Kaim/SPW macht im Spiegel darauf aufmerksam “Atomwaffen-Bedrohung aus Nahost: Wenn Iran die Bombe hat – Im Schatten des Ukrainekriegs braut sich ein weiterer Konflikt zusammen: Das Atomwaffenprogramm der Mullahs steht kurz vor dem Durchbruch. Die deutsche Außenpolitik muss reagieren.” und hat sich prompt digital einmauern lassen. Ist er auch über unser Aussenministerium verzweifelt? Es sieht so aus, und er wird es gewiss nicht so schreiben.
Seine Kolleg*inn*en Muriel Asseburg und Hamidreza Azizi sind unvermauert im Tagesspiegel zu lesen: “Irans Atomprogramm: Warum ein israelischer Angriff wahrscheinlicher wird – Die Kooperation Teherans mit Russland bedroht europäische Interessen. Außerdem reichert Teheran Uran immer höher an. Wie werden Israel und der Westen reagieren?”
Ich fürchte, diese Wissenschaftler*innen übertreiben kein bisschen. Es wäre ein gemeinsames Interesse der USA, Chinas, und Russlands, aller Atommächte, das zu verhindern. Und Deutschlands, der EU selbstverständlich auch. Und was machen die den ganzen Tag?
Da unten ist Sommer
Wenn das gerade mal eben noch so gutgehen sollte, bleibt noch diese Möglichkeit. In Australien, Neuseeland, Südafrika, Argentinien und Chile wissen sie davon: der grausame Sommer. Uns steht er bevor. Gestern meldete der NRW-Wetterbericht, die Vegetation sei dieses Jahr jetzt schon einen ganzen Monat “zu früh”. Aber das ist ja nur “Wetter”.
Jutta Blume/telepolis berichtet zum Klima das hier: “Eisschild in der Antarktis: Meereis auf Rekordtief, Thwaites-Gletscher schwindet – Energie und Klima kompakt: Die Meereisbedeckung der Antarktis erreicht im Februar historischen Tiefstand. Neueste Forschungsergebnisse liefern zudem ein genaueres Bild zum Abschmelzen des Thwaites-Gletschers.”
Aber dafür hat jetzt wirklich keine*r mehr Zeit. Und so weit weg …
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