ARD macht aus “Dreileben” nur eins
Die ARD-Filmtrilogie “Dreileben” habe ich vor 15 Jahren bei ihrer Erstausstrahlung mit Interesse gesehen. Alles erste Liga. Die Regisseure Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler, sowie ihre erstklassigen Ensembles. Mich hatte damals Hochhäuslers dritter Teil am meisten beeindruckt. Aber die ARD-Angsthasen und -häsinnen haben damals angesichts der enttäuschenden Einschaltquoten bestimmt beschlossen: nie wieder!
Nun ist ausgerechnet der mittlere Teil von Dominik Graf “Komm mir nicht nach” im ARD-Nachtprogramm und der Mediathek – 1 Jahr verfügbar – wieder aufgetaucht. Was das so zusammenhanglos soll, fragen Sie am besten die ARD-Programmdirektion. Die Ware ist gut abgehangen, ein Wiedersehen nach 15 Jahren macht Veränderungen im Auge des Betrachters spürbar.
Französische Trilogie bei Arte
Besser macht es Arte. Eine Trilogie von Guillaume Nicloux ist komplett verfügbar bis 22.1.27.
Eine ganz private Affäre (2002)
Im Schatten der Wälder (2003)
Der Schlüssel (2007)
Ärgerlicherweise mit Nachtbeschränkung oder Datenzwangsabgabe wg. “Jugendschutz”. Es sind Nackte zu sehen. Dann lieber Festplattenrecorder.
Wir lassen uns den Spass nicht verderben
“Hubert mit und ohne Staller” wird mit einer nur schwer erklärbaren Strategie in der ARD-Mediathek und mit unübersehbaren linearen Wiederholungen (ARD-Vormittag, SWR, WDR, BR u.v.a.) präsentiert, einfach weil es lustiges Feelgood-TV mit starker Tourismus-Komponente – fast ausschliessliches sonnigstes Wetter im unbezahlbaren Alpenvorland – ist. Die frische 14. Staffel soll am 2. Dezember starten. Vorgelagert ab nächste Woche die 2. Hälfte der 13. Die Hauptdarsteller Christian Tramitz (71) und Michael Brandner (74) folgen den Weisungen des Bundeskanzlers und arbeiten hoffentlich zu unserem Vergnügen, bis sie tot umfallen. Oder kurz davor. Solange es Spass macht, jedenfalls 😉 Danke Jungs!
In einer weiteren Hauptrolle: die bayrischen Seen im Voralpenland. Das ist dort, wo sich kein*e Normalbürger*in mehr Wohnung oder gar Haus leisten kann, und sich die Herren Merz und Weimer, sowie bundesweit bekannte Steuerkriminelle unter den gestrengen Blicken des Södermarkus nachts am Seeufer gutenachtsagen. Da will mann nicht dazwischensein. Dann lieber Fiktion mit grundsympathischen Menschen. Meine Eskapismus-Empfehlung.

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