Wer will schon digitale Souveränität, wenn er selbst was tun muss? Kein Googlemail oder outlook-Opfer will die Komfortzone verlassen, alles so schön kuschelig und vorgewärmt. Nichts fehlt, was ein Warmduscher zum Überleben braucht. Der will noch nicht mal ausprobieren, wie sich ein anderer Wasserhahn anfühlt, es könnte kalt über ihn abrieseln. Und wenn es schiefgeht, steht er im Regen. Sie wahrscheinlich auch.
Legen wir die Regenschirme weg, die sind nicht notwendig, das Wasser habe ich vorgewärmt, deshalb können wir die Maus elegant über den Bildschirm schubsen.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, mit der Zukunft fertig zu werden:
Entweder eine akademische Übung mit allen Erklärungen und Finessen, liest sich gut, danach passiert nix. Oder an einem konkreten Beispiel ohne Rücksicht auf Verluste gezielt innerhalb kürzester Zeit von Erfolgserlebnissen verwöhnt werden. Das geht ohne Vorkenntnisse, nur die mentale Ladehemmung muss überwunden werden. Ein paar Grundbegriffe sind im letzten Wochenrückblick gefallen, gerne nochmals einen Blick hier…
Premium-Anbieter für Mail gibt eine überschaubare Menge, die datenschutzkonform und sicher sind. Die können wir nicht alle ausprobieren, genannt seien beispielsweise Posteo, Proton, Mailbox.org oder Mail.de.
Vorausgewählt – um an einem konkreten Szenario zu bleiben – habe ich Mail.de, die Funktionalitäten bieten die anderen genannten Beispiele in ähnlicher Form ebenfalls, dennoch favorisiere ich Mail.de, subjektiv, weil ich selbst ein Konto dort habe und objektiv geht es nicht um einen Vergleich mit einem Ranking, wer bietet was, sondern um die Beschreibung eines erfolgreichen Umstiegs. Zudem gibt es für die Geizhälse unter uns eine durch Werbung finanzierte Variante, also billig genug, um kostenlos umzusteigen – aber mit der Option upzugraden. Für die treuen und gebildeten Leserinnen und Leser vom Extradienst gibt es zusätzlich einen Umzugsbonus von mail.de!
Im ersten Schritt richtet die geneigte Leserin oder der datenschutzbewusste Leser seine neue Mailadresse ein. Das ist keine Herausforderung: Mail.de aufrufen und einen passenden Namen für den neuen Account finden. Wer nicht gerade Fritz Müller heißt, wird schnell fündig. Beim Klick auf Mail.de gibt es zwei Varianten „Freemail Zero“, weniger Speicher und 25 Mails pro Tag zum Versand aber: ohne Werbung oder „Freemail“, mehr Speicher, 50 Mails zum Versand pro Tag, aber werbefinanziert. Monatliche Kosten in beiden Fällen: 0,00 Euro. Wem das nicht reicht, kann upgraden, davon später mehr. Selbst die 25 Mails pro Tag (zum Versand) reichen länger, als es sich anhört.
Vor allem die Mailadresse kann sich sehen lassen, die endet mit @mail.de, eindeutiger ist es wohl kaum möglich. In jedem Fall sieht es wesentlich eleganter aus als @googlemail.com, @hotmail.de oder @outlook.com.
Im Laufe der Registrierung kommen zwei wesentliche Dinge zusammen, eine neue einprägsame Mailadresse und ein selbstgewähltes Passwort, das darf ruhig etwas länger sein.
Um Mails zu lesen, können wir fortan Mail.de aufrufen und uns einloggen, aber besser auf den Endgeräten ein Mailprogramm nutzen! Auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Programm dürfen wir keinesfalls nehmen: Outlook. Microsoft nimmt sich alle Mails in deren Cloud, damit haben wir auch mit einer neuen Mailadresse nichts gewonnen. Vor allem, sämtliche Zugangsdaten wandern gleich mit zu Microsoft – uns unser Vertrauen haben sie längst verspielt.
Um möglichst schnell erfolgreich zu mailen, laden wir uns Thunderbird auf den Rechner. Schon während der Installation werden wir nach einer Mailadresse gefragt und die haben wir jetzt. Zusammen mit dem Passwort sucht sich Thunderbird alle notwendigen Angaben (für den Empfang von Daten imap.mail.de und für den Versand smtp.mail.de).
Es dauert nicht lange und Thunderbird spricht für uns mit Mail.de. Eine passende Anleitung findet sich genau hier!
Wer ein Android in der Tasche hält, der bedient sich im Google-Shop, auch über die Startseite von Thunderbird zu finden, die Einrichtung gleicht den Schritten für die Schreibtischvariante.
Eine mobile App für das iPhone gibt nicht, denn das Programm Mail von Apple kann auch mit Mail.de umgehen, allerdings müssen für Versand (smtp.mail.de) und Empfang (imap.mail.de) die Server angegeben werden, sollte aber ohne Schockwellen möglich sein, einfach der Beschreibung folgen, genau hier!
Auf den Desktop-Macs steht ebenfalls der Thunderbird zur Verfügung, wer schon die App Mail auf dem Desktop nutzt, der findet die Anleitung genau hier! Das ist unproblematisch, denn im Gegensatz zu Outlook stiehlt die App Mail vom Mac keine Daten!
Technikaffine Leserinnen und Leser, die bereits weitblickend mit Linux unterwegs sind, können die Mail-Apps der Distribution benutzen oder eben auch Thunderbird installieren. Dort über die Softwareverwaltung mit einem Klick erreichbar.
Die neue Mailadresse ist natürlich nur die halbe Miete, es kommt die höchst berechtigte Frage, wie teile ich allen meine neue Mailadresse mit (gar nicht) und sind meine alten Mails jetzt alle im digitalen Orkus? Nöh!
Das wird beim nächsten Rückblick Thema sein. Wer mitmacht, der hat eine Woche Zeit, alles wie hier angesprochen einzurichten. Wer Fragen hat, der möge das Kommentarfenster nutzen – und jede Frage bringt uns alle weiter. Es gibt leider immer die, die heimlich scheitern und es dabei belassen. Nur so gewinnt Google und Microsoft – aber das muss doch nicht sein, nicht wirklich!
Der nächste Sonntag ist der 1. März, das ist der erste Sonntag im Monat und das ist di.day – also, wenn ich jetzt, wann dann?

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