Die Nordbrücke ist dicht. Na so was, was machen wir denn da, wird sich die überwiegend mit Spendensammeln befassten CDU gedacht haben? Ganz klar, die rufen erst mal den ADAC an und überlegen dann gemeinsam, wie man am besten Fußgänger und Radfahrer behindern, sie soweit möglich auch noch gegeneinander ausspielen kann. Das ist es, was diese Stadtregierung macht. Warum gibt es vom Bonner Oberbürgermeister, der eigentlich dem Wohl der Bevölkerung dienen sollte, keinen vernünftigen Vorschlag? Ich denke mal, weil Vernunft nicht zu seiner Kernkompetenz gehört.

Der kann sowas nicht. Weil ich keine Lust auf ein Verfahren wegen Verstosses gegen den Politiker-Schutzparagraphen 188 StGB habe, verrate ich an dieser Stelle nicht, was ich von Guido Deus halte.

In Bonn ohne Auto – das geht

Als ich Anfang der 80ziger nach Bonn zog, habe ich – nachdem die Parkplatzsuche im damaligen Bonner Regierungsviertel mich zwei Pressekonferenz zu spät kommen ließ, das Auto abgeschafft. Seitdem besitze ich keines mehr. Wenn wir etwas transportieren müssen, leihen wir uns ein Fahrzeug in der jeweils entsprechenden Größe. Das heißt aber auch, dass ich extensiv Bus und Bahn fahre. Wie man hier in der unregelmäßigen, überwiegend von Martin Böttger geschriebenen Rubrik nachlesen kann.

Und da ich das seit über 40 Jahren so mache, kann ich den Autofahrern sagen – es geht. Schafft das Ding ab, wenn ihr es nicht beruflich benötigt, etwa als Handwerker etc.

Denken Autofahrer?

Ich habe schon immer erstaunt Autofahrern im Stau zugeschaut. Besonders schön kann und konnte ich den täglichen Irrsinn aus der Linie 66 zwischen Beuel und Siegburg beobachten, etwa wenn ich früh morgens zu unserer Zahnärztin nach Siegburg fuhr. Die Autos standen rechts und links der Stadtbahn-Trasse. Am späten Nachmittags dann in umgekehrter Richtung – die gleichen Menschen, alleine in ihren Fahrzeugen.

Ich frage mich immer wieder, wieso sich Menschen alleine in jeweils einem Auto hintereinander, wahrscheinlich hinter oder vor ihrem Nachbarn her fahrend, aus benachbarten Reihenhäusern kommend, zum gleichen Behördenhaus in der Gronau fuhren und abends das gleiche wieder zurück. Wahrscheinlich haben sie, endlich am Dienstort angekommen, sich auch noch die wenigen Parkplätze gegenseitig streitig gemacht. Diese Menschen müssen doch ein psychisches Problem haben. Warum fahren die nicht zu viert in einem Auto? Warum fahren sie nicht mit der in der Mitte der von ihnen täglich aufs neue verstopften Straße verkehrenden Stadtbahnlinie 66? Die se Bahn zieht an ihnen vorbei, oft nur halb besetzt. Zwar sind inzwischen auch die Bahnen voller, aber der Stau draußen hat trotzdem stetig zugenommen. Und jetzt ist auch noch eine Brücke dicht. Auf die Idee, den offenbar geistig eher trägen Autofahrern aus den Bonn-Siegburger “Höhenlagen”, zu empfehlen, mit der Bahn zu fahren, fummeln Guido Deus, der CDU-Spendensammler und seine Getreuen sich ein Verkehrskonstrukt zurecht, das der Allgemeinheit schadet und den Menschen in der Stadt die Atomluft raubt. ich denke mal, das, was die CDU treibt, erfüllt möglicherweise den Tatbestand der Körperverletzung im Amt.

Ich hoffe, dass Juristen diese Frage mal prüfen. Ein beliebtes Argument ist: Wir wohnen auf dem Land, da gibt es kaum ÖPNV. Das stimmt heute sehr oft nicht mehr. Aber als es noch stimmte, wohnte ich selbst in St.Katharinen-Strödt, einem kleinen Dort im Westerwald. Das war vor über 50 Jahren. Mein Nachbar arbeitete, wie ich auch, in Neuwied .Der Nachbar, Josef Feldhaus hiess er, nahm nicht nur mich mit nach Neuwied, er lud auf der Strecke noch einen weiteren Arbeitskollegen ein. Die Fahrt mit Bus und Bahn war für mich möglich, hätte aber länger gedauert.

So fuhren jeden Tag drei Menschen in einem Auto nach Neuwied, alle drei hatten einen Führerschein. Wohlgemerkt, das war so um 1972 herum. Damals gab es noch keine Grünen, aber schon viele vernünftige Menschen. Viele – von diesen vernünftigen Menschen – wollen was machen, gegen die völlig abwegige Verkehrspolitik in Bonn und haben für den 26. Juni 26 eine Demo geplant und sammeln Unterstützer für eine Pettion bei openPetiton.

Die Hauptforderung lautet: Hände weg von Umweltspuren und Radwegen! Radverkehr in Bonn fördern, nicht behindern.

Demo gegen Dummheit am 26. Juni

Am Freitag, den 26.06. um 17 Uhr veranstalten Radentscheid, ADFC, VCD und Fuss e.V. eine Kundgebung auf dem Bonner Münsterplatz. Unter dem Motto “Wir sind Teil der Lösung” fordern wir den Erhalt der Radwege und Umweltspuren.

Ich habe den Aufruf als Mitglied der Bonner Gruppe der Naturfreunde erhalten. Die rufen also auch dazu auf. Kommt alle! Es gibt wohl auch weiterhin Sonne.