Der Newsletter des Demokratischen Salons für Oktober und November 2026 (den vollständigen Text lesen Sie hier) informiert Sie über die zwischen Mitte August und Ende September veröffentlichten Texte. Wie üblich finden Sie Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen sowie auf einer eigenen Seite, nach Orten sortiert Vorschläge für den Besuch von Veranstaltungen und Ausstellungen.

Die ersten Tage des Monats Oktober stehen im Zeichen zweier Jahrestage: Am 7. Oktober jährt sich zum dritten Mal das Pogrom der Hamas. 1.200 Menschen wurden an diesem Tag ermordet, 251 Menschen entführt. Die meisten waren Zivilist:innen, darunter viele, die sich für Frieden und Aussöhnung engagierten. Erst nach 738 Tagen konnte die letzte Geisel befreit werden. 

Am 3. Oktober jährt sich zum 36. Mal der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland, in anderen Worten „die Vollendung der deutschen Einheit“ nach der Friedlichen Revolution. Als Editorial empfehle ich ein Gespräch mit dem Fotokünstler Ralf Baumgarten über sein Fotoprojekt „Denk ich an Deutschland …“. Seine Bilder dokumentieren die Vielfalt der Menschen in Deutschland, Zuversicht, Wertschätzung und manch kritischen Blick. Ein junger Sikh sagt nur ein Wort, das er mit Deutschland verbinde: „Heimat“. (Rubriken: Liberale Demokratie, Treibhäuser) 

Inhalte der weiteren neu veröffentlichten Texte:

  • Lena Kahle stellt in „Die Schule und das Grundgesetz“ die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) vor. Sie beschreibt deren Unterstützungsleistungen für Lehrkräfte, auch im Kontext der Konflikte, die es zurzeit erschweren, Demokratie in der Schule zu thematisieren. (Rubrik: Liberale Demokratie)
  • Patricia Eckermann, Fernseh- und Buchautorin, beschreibt in „Über Vielfalt“ die Praxis, Dramaturgie und (Un-)Sichtbarkeit (nicht nur) Schwarzer Menschen im Fernsehen, den „Roberto-Blanko-Effekt“, was Deutsch-Sein für Schwarze Menschen in Deutschland bedeutet und welche Bedeutung „Empathie und Solidarität“ haben. (Rubriken: Treibhäuser, Afrikanische Welten)
  • Peter Joch beschreibt in „Jüdisches Leben in der Demokratie“ Ziele und Inhalte der Ausstellung „Mit eigener Stimme – 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland“. Themen sind die wechselvolle Geschichte des Zentralrats, seine Erfolge in der Stärkung jüdischen Lebens sowie die Auseinandersetzung mit den Reflexen des Antisemitismus. (Rubriken: Jüdischsein, Liberale Demokratie).  
  • Lesia Smyrna porträtiert in „Fadenkreuze der Geschichte“ die ukrainische Künstlerin Lesia Khomenko, die sowjetische, post-sowjetische wie westliche Muster in ihren Bildern abstrahiert, transformiert und in ein „Postmemory“ überführt, in dem Regenbogenwelten, Wunderwelten und Spiegelungen entstehen. Das Auge wird Waffe im Kampf gegen falsche Nachahmung. (Rubriken: Kultur, Osteuropa)
  • Ana Margvelashvili dokumentiert in „Georgien in der DDR“, was uns ein Foto über georgisch-deutsche Begegnungen in der DDR erzählt. Über den literarischen Salon bei Ekkehard Maaß entstanden Übersetzungen georgischer Literatur ins Deutsche. Beteiligt waren unter anderem die Fotografin Helga Paris und die Autorinnen Elke Erb und Sarah Kirsch. (Rubriken: Osteuropa, DDR, Kultur) 
  • Betül Karakoç-Kafkas, Religionspädagogin und Erziehungswissenschaftlerin, analysiert in „Doing Gender in der Moschee“ die Rolle von Imaminnen in Moscheen, die Moschee als Ort der Begegnung und der Bildung in Gemeinde und Stadtteil sowie Anzeichen für feministische Entwicklungen und für eine neue Generation junger männlicher Imame. (Rubriken: Gender, Islam) 
  • Sabeth Schmidthals, Leiterin der AG Erinnern einer Berliner Gesamtschule, arbeitet mit muslimischen, unter anderem palästinensischen Schüler:innen, die sie nach Israel, Polen, Frankreich und Italien begleitet. Ihre Erfahrungen beschreibt sie in „Meine Geschichte, deine Geschichte“. Grundlage ist ein Konzept von Elke Gryglewski. (Rubriken: Islam, Levantinische Aussichten, Shoah)
  • Glenda Obermuller stellt die erste Schwarze Bibliothek in Nordrhein-Westfalen vor: „Die Theodor Wonja Michael Bibliothek“. Sie ist ein Hafen für Körper und Geist, ein Ort der Begegnung, ein Ort der Bewahrung (nicht nur) Schwarzer Literatur und Geschichte, sodass Träume wahr werden. Sie spielt eine Rolle in dem Roman „Kekeli“ von Jessica Lawson. (Rubriken: Kultur, Afrikanische Welten) 
  • Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidt haben sich mit der Rolle und den Freiräumen des privaten Handwerks in der DDR befasst. Auch dort galt: „Handwerk hat goldenen Boden“. Die Studie ist ein Beitrag zur Alltagsgeschichte der DDR, einer Reparaturgesellschaft zwischen Planwirtschaft und Markt. Sie fragt auch nach den Folgen der Transformationszeit. (Rubrik: DDR) 
  • Nicole Günther führt uns mit ihren Fotografien in Platos Höhle. Sie schafft Augenblicke, die das Fotografierte auf das Wesentliche konzentrieren. Es entsteht ein nonverbaler Dialog mit anderen Fotokünstler:innen wie mit den Betrachtenden. In „Der ewige Augenblick“ porträtiert Norbert Reichel Ziele und Arbeitsformen der Bonner Fotokünstlerin anlässlich ihrer Ausstellung „Stage Stories“. (Rubrik: Kultur) 
  • Lukas Meisner befasst sich im Gespräch mit Dominik Irtenkauf mit der Frage, wie philosophisch und wie politisch Science Fiction ist. Könnte Science Fiction eine neue realistische Literatur werden? Science Fiction ist letztlich philosophisches Schreiben: „Auf dem Weg zu einem emanzipatorischen Realismus“. (Rubrik: Utopien / Science Fiction)
  • Norbert Reichel analysiert in „Amerikanische Zustände“ mehrere aktuelle Studien Faschismus als Lebensform, unter anderem mit Bezug auf die fünfte Staffel der Serie „Fargo“. Race und Religion begründen ein Bildungsziel Grausamkeit, einen heiligen Krieg und ständige Radikalisierung. Der Essay endet mit drei Szenarien. (Rubriken: Weltweite Entwicklungen, Opfer und Täter:innen)

Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen finden Sie zu folgenden Themen: Georg-Stefan-Troller-Preis, das neue Magazin von Weiter Schreiben sowie Auszeichnung des Programms mit der Rahel Varnhagen-von Ense-Medaille, 30 Jahre Bürgerstiftungen (Aktive Bürgerschaft), jüdisches Leben in Deutschland nach dem 7. Oktober (Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung), Hochschulen nach dem 7. Oktober (Therese Klein), die Stärken Europas (Anne Applebaum), die Arbeiter:innen und die SPD (Thomas Pickety), Wahl in Sachsen-Anhalt (Ines Geipel), Autoritarismus (Aus Politik und Zeitgeschichte), Erfolgsgeschichte Mönchengladbach (Henrik Rampe), PISA-Ergebnisse (Aladin El-Mafalaani), Radio Corax in Halle an der Saale (Marcel Laskus), Verfemte Erinnerung in Russland (Silke Bigalke), polnisch-belarusische Grenze (Emilia Smachowski), Gedenkstätten in Belarus (Ales Adamowitsch, Anna Kaminsky), missglücktes Volksbad in Berlin (Alice Hasters), Basketballer:innen (Nico Horn), Bildung für nachhaltige Entwicklung (UNESCO), Militärdiktatur Iran (Dibsa Mirzai, Nima Mina), Kakerlaken-Bewegung in Indien (Britta Petersen, Najeeb Jung), Untergehendes New Orleans (Benjamin von Brackel).

Der Newsletter des Demokratischen Salons erscheint in der Regel etwa alle sechs bis acht Wochen. Die nächste Ausgabe erhalten Sie gegen Ende November / Anfang Dezember 2026. Neue Beiträge werden weiterhin laufend veröffentlicht.

(Alle Internetlinks zuletzt am 4. Oktober 2026.)

Über Norbert Reichel - Demokratischer Salon:

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