Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Ruhrgebiet (Seite 19 von 20)

Die Journalisten

Die Zeit galt schon zu meiner Schulzeit als das Blatt der Studienräte. Alle hier erwähnten Subjekte haben sich seitdem stark verändert, aber die Struktur ihrer Beziehungen ist irgendwie gleich geblieben. Stephan Lebert hat dort nun eindrucksvoll die Veränderungen seines Journalistenlebens der letzten 25 Jahre nachgezeichnet, sehr realistisch, sehr lebensnah, frei von Fake. Auf eine Analyse der kapitalgetriebenen Veränderungen in seinem Berufsleben verzichtet er, wie es seine Zeitung auch gerne tut. Das Buch, das das erfasst, muss in Deutschland noch geschrieben werden. Trotzdem: lesen Sie diesen Lebert, es macht nicht dümmer.
Update: In der taz folgte dazu eine klug ergänzende Entgegnung von Anne Fromm. Hier schimmern die Klassenverhältnisse bereits durch. Die Autorin ist ein Zugewinn der taz-Medienredaktion. Sie schreibt in der Regel wenig spektakulär, aber immer wie eine aufmerksame Beobachterin, die ihr eigenes Ego zurücknimmt. Müsste sie gar nicht.
Dunja Hayali dagegen ist die Bescheidenheit ausgetrieben worden. Sie ist scheinbar – vom ZDF und von der Kölner Agentur “Barbarella Entertainment” – so gut beraten, dass sie dass Zeug zu einer Medienrepräsentantin des von Gaucks Berater*inne*n kreierten “hellen Deutschland” hat. Ihre Einlassung zum Feminismus könnte auch von Marktforscher*inne*n entworfen worden sein. Sie ist im Ruhrgebietskaff Datteln aufgewachsen, dort habe ich mal kurzzeitig eine Fabrikhalle gefegt. “Berühmt” wurde die Stadt bisher durch Horst Niggemeier und durch ihn inspirierte Regionalkrimis. Ich gestehe: ich mag sie auch, die Hayali.

Lehren aus Trump

Unübersehbar das Geschwätz dieser Woche. Meine Auswahl von unten nach oben:
1. Erstaunlich unreflektiert und wiederkäuend mein ehemaliger Blogkollege David Schraven, dessen mentale Entfernung und Erinnerungsschwächen aus dem Ruhrgebiet (“Mettigel”) unverkennbar sind, und dem am Beispiel eines ehemaligen SPD- und heutigen AfD-Poltikers auch die politischen Kategorien schwer verrutscht sind.
2. Holger Schmale, ehemaliger Freitag-Verleger und ehemaliger USA-Korrespondent (1997-01), rätselt mit uns über den außenpolitischen Kurs Trumps, ebenso wie seine ehemaligen Kollegen von dpa, deren Material hintergrund.de aufbereitet hat.
3. Die FAZ würdigt die Vorhersagefähigkeiten von Michael Moore, doch wem hilft rechtbehalten jetzt weiter? Günter Bannas skizziert Merkels und Gabriels Lehren. Dass Gabriel sich beim Blockieren des Klimaschutzplans “gegen Merkel durchgesetzt” habe, will sie exakt so aussehen lassen und erodiert so weiter Gabriels politische Basis. 7% hätten hierzulande Trump gewählt. Bei aller Kritik an der Qualität der Demoskopie: er hätte weniger als die AfD. Wer bei Trump “copy&paste” versucht, landet also exakt da, wo Merkel einen haben will.
4. Erste gedankliche Anstrengungen für eine politische Strategie hierzulande und in Europa finden sich bei Claus Leggewie in der FR.
5. Und am nachdenklichsten fand ich nicht die so genannten Seiten, sondern ein Interview des von mir sehr geschätzten und bei nachdenkseiten.de oft unflätig beschimpften Wolfgang Storz, ebenfalls ehemaliger Freitag-Verleger, mit Horst Kahrs von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

And now something completely different:
aus den Unterklassen im englischen Fußball: Klopp steht mit dem FC Liverpool auf Platz 1, ein “Mini-Klopp” mit Huddersfield, Grafschaft Yorkshire, auf Platz 3 in Liga 2. Vergesst sie also nicht, die Unterklassen!

Schäuble, wo ist “unsere” Billion hin?

Wolfgang Schäuble ist derzeit der beliebteste deutsche Politiker. Für alle, die ein klein wenig von Volkswirtschaftslehre und ihrer internationalen Diskussion verstehen, ist das ein Rätsel und wird es wohl für immer bleiben.

Für Hoffnung ist es nie zu spät. Nach dieser Devise arbeitet die taz-Redakteurin Ulrike Herrmann, die jüngst darauf hinwies, dass das deutsche Kapital, dank seiner von Schäuble gestützten und propagierten wahnwitzigen Exportweltmeisterschaftsgier im Ausland zuletzt 1 Billion Euro verbrannt hat. Weg ist es. Wir müssen nicht traurig sein, es gibt sowieso zuviel Geld, nicht bei Ihnen oder mir, Weiterlesen

Ruhrpottderby: Formkurven kreuzten sich

Die spielentscheidende Szene, so sollte sich später erweisen, gleich am Anfang: Kolasinac foult Pulisic platzverweiswürdig; es wird aber nicht einmal Freistoss gepfiffen. Kolasinac bekam dadurch den Spin, um der kampfstärkste Spieler auf dem Platz zu werden. Er rettete ein weiteres Mal spielentscheidend vor einem einschussbereiten Dortmunder. Gelb bekam er erst eine Viertelstunde vor Schluss. Pulisic dagegen musste fürchten, in diesem Spiel Freiwild zu sein, und blieb hinter seinen sonst üblichen Leistungen zurück, mein Gott der ist erst 18. Mehr Gefahr kam über die andere Seite des Dortmunder Angriffs (Dembele, Passlack).

S04 war exzellent vorbereitet Weiterlesen

Guardiola 1:1, Mourinho 0:4, Favre 4:2 auswärts, ungeschlagen Nr. 1

Und hier die guten Fußballnachrichten
Die Trainer haben die größeren Starrollen erkämpft. Ihr Gehälter sind oft höher, für sie werden auch schon Ablösesummen bezahlt, ihre Abfindungen nach Entlassungen bewegen sich in Sphären, die uns fremd sind. Nicht alle halte das aus und durch, siehe die Trainingsleitung der Betriebsmannschaft von Bayer.
Die teuerst bezahlten Stars, auch bei den Trainern, arbeiten in England. Wie bei den Spielern kommen nur noch wenige englische Fußballlehrer als Chefmanager in der Premier League zum Einsatz. Zum Glück können sie alle noch nicht zaubern. Und so gab Guardiolas Mannschaft heute zuhause Punkte gegen Southampton ab. Die Tabellenspitzze in England ist so eng wie selten, drei Mannschaften oben punktgleich, als hätte jemand Regie geführt.
Mourinho kackte mit ManU 0:4 bei seinem Exverein Chelsea ab, mit den Siegern muss man sich nicht freuen, aber Schadenfreude muss erlaubt sein.
Noch mehr mitfreuen können wir uns mit Lucien Favre. Trotz (oder wegen?) “Leistenverletzung” von Mario Balotelli gewann sein OGC Nizza heute 4:2 in Metz, der 5. Ligasieg hintereinander. Selbst wenn die Millardärstruppe PSG heute Abend gegen Marseille gewinnen sollte, bleiben Nizza und Favre auf Platz 1. Gratulation! Eine Würdigung der bisherigen Arbeit Favres, offensichtlich geschrieben vor dem Sieg in Metz, hier in der Jungen Welt.

Nur gute Nachrichten aus der Regionalliga West: Mönchengladbach behält die Spitze nach einem 4:2 bei Alemannia Aachen. Der Bonner SC hatte endlich wieder ein Erfolgserlebnis: 3:1 bei Wiedenbrück (das ist da, wo Bertelsmann sitzt). Sogar RW Essen hat gewonnen, mit 5:1 beim Abstiegskandidaten Siegen, wo sich der BSC kürzlich noch so blamiert hatte. A propos: die Reportage von Christoph Biermann in der aktuellen Ausgabe von 11Freunde über die Lage des Ruhrgebietsfussballs abseits von BVB und SO4 ist großartig, und neben dem Interview mit Galdbach-Kapitän Lars Stindl ein Höhepunkt dieses Heftes (leider nicht online).
Ebenfalls empfehlenswert: Interview von Jürgen Becker mit “Jogi Löw” in den WDR-Mitternachtsspitzen.

Tuchel hat Recht

Welchen Fußball wollen wir sehen? Den “Männersport”? Dann sage ich: nein, danke. Als im Tennis männersportlich die Aufschlagspiele jeweils durchgeprügelt und richtige Ballwechsel eingespart wurden, begann die eigentliche Konjunktur des Damentennis, wobei die Ladies, wie in allen anderen Sportarten auch, in punkto Athletik stark zulegten. Das können die Fußballer auch haben, wenn sie wollen: bei den olympischen Spielen war das Fußballdamenfinale an Sehenswert dem der Herren gleichwertig. Der Fußballgott war eine Göttin und hiess Maroszan.

Borussia Mönchengladbach erlebt derzeit in der Champions League, wie man spielerisch gegen die Milliardärsteams untergehen kann, wenn man auf brutale knochenbrechende Gegenwehr verzichtet. Weiterlesen

Türkei

Es gibt ein neues ambitioniertes Magazin namens “Renk”, vorgestellt in der taz.
Ingo Arend treibt sich lieber in Istanbul als in Berlin rum. Das kann ich nachvollziehen. Hier sein aktueller Rumtreiber-Bericht aus der Kunstszene, die sich nach dem Putschversuch in einem Kontrollvakuum freier bewegen kann als gedacht.
Diesen Eindruck macht auch eine vom Goethe-Institut mitinspirierte Initiative namens Actopolis, die sich an vielen Orten, u.a. in Ankara betätigt. Beeindruckende Bildsprache, auch aus dem Ruhrgebiet.
Lalon Sander erinnert an das Barbarentum des Weissen Mannes, der eben immer genau weiss, wovon er spricht.
Und der Slawe Trojanow versucht, zu befürchten ist: weitgehend vergeblich, uns Germanen die Sache mit der Angst noch mal zu erklären.

WCCB fertig – Pantheon gerettet – Beethovenhalle auch

Bonn weit vor Berlin und Hamburg. Während in Hamburg die letzten Nägel für die Elbphilharmonie gekloppt werden und das ganze Land über den Berliner Flughafen nur noch Witze macht, ist das WCCB in Bonn, dessen Vorgeschichte ein durchaus gleichwertiger Skandal war, in Betrieb gegangen, jetzt auch inkl. Hotel Gastronomie, Variete etc.
So, wie das für die Entwicklung des UN-Viertels und seiner Arbeitsplätze von großer Bedeutung ist, ist es für Beuel die Erhaltung und Ansiedlung des Pantheon.
Und für die gesamte Stadt, ihr Geschichtsbild, ihr Selbstverständnis die Erhaltung der Beethovenhalle, einem architektonischen Symbol der alten BRD, zu Lasten des Wolkenkuckucksheims Festspielhaus.
All das sind Grundbedingungen, um die Weiterentwicklung der kommunalen Demokratie in unserer Stadt – nicht zu garantieren! aber – überhaupt möglich zu machen. Da, wo ich herkomme, im Ruhrgebiet regieren Bezirksregierungen die pleitesten Städte der Republik.
Ich weiss nicht, ob es der Grünen Ratsfraktion selbst bewusst ist: aber das sind die Spuren, die sie in dieser Stadt bereits hinterlassen hat. Es ist schwer, aber Kommunalpolitik kann sich lohnen.

FAZ bläst Immobilienblase

Es ist so viel Geld unterwegs, dass es nicht mehr weiss wohin. Kredite kosten – fast – nichts mehr, weil kein “Kreditwürdiger” mehr Geld leihen will. Darum gibts auch keine Sparzinsen mehr. In Produktion wird nicht mehr investiert, weil die Kapitalbeseitzer Arbeit nicht mehr bezahlen wollen. Da bezahlt man ja richtige Menschen. Und mit denen gibts eh nur Ärger. Aktien sind schon aufgepumpt, und lassen bisweilen böse Luft ab, wie bei mir mal meine Solarworld-Aktien, bei anderen Telekom, VW, Deutsche Bank. Im Kapitalismus ist der kleine (Doof-)Mann eben immer der Dumme.

Jetzt frage ich mich nur, was wohl der FAZ-Leser ist? Weiterlesen

Fußballökonomie: Ruhrgebiet weit vor Düsseldorf

Düsseldorf ist in seiner regionalen Umgebung, egal ob vom Norden/Ruhrgebiet oder vom Süden/Köln aus gesehen, wegen seiner mit Reichtum verbundenen Schnöselhaftigkeit verhasst. Landesregierungen und -politik in Düsseldorf, egal welcher Parteien, waren immer darauf bedacht, die beiden NRW-Metropolen Ruhr und Köln “nicht zu stark” werden zu lassen.

Die NRW-Fußballökonomie hält nun für alle Düsseldorf-Hasser Tröstung bereit. Weiterlesen

Lucien Favre Spitzentrainer

Schöne Fußballtage. Nach dem großartig anzusehenden 2:2 des Bonner SC gegen BVB II gestern Abend holt uns heute Erleichterung ein, dass die Auswärtsdeppen aus Mönchengladbach aus Leipzig einen Punkt mitnehmen konnten, eine Aufgabe, an der andere schon mit sparsamer Fußballkunst gescheitert sind. Noch größer aber ist die Freude, dass Lucien Favre heute in Frankreich, wie schon einst, bisweilen mehrmals in einer Saison mit Mönchengladbach, mit seinem OGC Nizza den Spitzenreiter, in diesem Fall den AS Monaco, mit 4:0 geschlagen hat.
Der europaweit für untrainierbar gehaltene Mario Balotelli traf heute wieder zweimal, schoss in zwei Ligaeinsätzen also schon 4 Tore. In seinen Memoiren wird Lucien später einmal schreiben müssen, wie er das mit Balottelli geregelt hat. Lucien und seine Nicoise sind jetzt Erster vor den arabischen Milliardären von PSG und dem russischen Oligarchenspielzeug aus der Geldwaschanlage Monaco. Gratulation!

Was aber wollen “die Blauen” aus dem Ruhrgebiet nach ihrem verpfuschten Saisonstart (4 Niederlagen, 1:8 Tore) sagen, wenn sie auf Borussia Mönchengladbach aus der Vorsaison (5 Startniederlagen, am Ende CL-Qualifikation) verweisen? Soll Weinzierl also nach Bremen oder nach Hamburg oder möglichst weit weg ins Ausland gehen? Und holen sie dann Jens Keller zurück (jetzt 3. der 2. Liga mit Union Berlin)?

Werder ist leider kein Maßstab

Da die DB wieder daran scheiterte, mich heute in einem Zug vom Ruhrgebiet nach Bonn zu transportieren, kam es in den zahlreichen von mir ersatzweise genutzten Regionalzügen zu Begegnungen mit heimreisenden Gladbach-Fans. Das Urteil über das heutige 4:1 gegen Werder Bremen war schnell gesprochen.

Der heutige Gegner der Borussia gab keine Aufschlüsse Weiterlesen

Kunst – Essen-Werden & Bonn

Ein feines Statement in dieser Zeit setzt eine private Hausgemeinschaft in Essen-Werden.

Bonn hat es in die FAZ geschafft, das bringt Sonderseiten im Pressespiegel der Bonner Stadtverwaltung. Andreas Rossmann berichtet über zwei Rhein-Ausstellungen, in der Bundeskunsthalle und im Rheinischen Landesmuseum. Rossmann lebt heute als NRW-Feuilletonkorrespondent der FAZ – ja sowas gibt es (noch) – in Köln und liebt, wie ich, das Ruhrgebiet, und obwohl ich dort aufgewachsen bin und er nicht, kennt er es viel besser 😉

Sorge um den Klartext-Verlag

Konzernmutter WAZ (“Funke-Mediengruppe”) meldete heute, dass Geschäftsführer Ludger Claßen sich ab sofort “aus gesundheitlichen Gründen” aus der operativen Geschäftsführung des Klartext-Verlages zurückziehe. Ich besitze etliche Bücher aus diesem Verlag, sie behandeln die Geschichte des Fußballs im Ruhrgebiet. Nun tritt ein wichtiger Macher ab, und ich habe Sorge, dass damit mehr als eine individuelle Berufslaufbahn endet. Weiterlesen

“Schwarze Null” schwächt deutsche Wirtschaft

Diese These wird gut erläutert in der Sascha-Lobo-Kolumne beim Spiegel.

Zur Diskussion über den Journalismus was heutiges von Christoph Kappes und was, wöfür der Autor nichts kann, sehr gestriges über das ZDF.

Ein herber Verlust für das Ruhrgebiet ist, dass es Annika Joeres, einstige Kollegin bei den Ruhrbaronen, in Südfrankreich viel besser gefällt. Kein Wunder: Wetter, Essen und Trinken sind dort einfach besser.
Wie kriminell es dagegen in Frankreichs Arbeitswelt zuging, wird jetzt am Beispiel der France Telecom von Strafgerichten untersucht.

Gute oder schlechte Nachricht? – Funke-Gruppe baut in Essen

Für Ruhrgebietskinder verbindet sich mit der WAZ eine alte Hassliebe. Mit Dankwart Bumskopp hat man Lesen gelernt. Den Cartoon auf der Seite “Aus aller Welt” gibt es heute noch. Verschwunden sind Detektiv Rip Korby und irgendwas für Mädchen, das ich vergessen habe. Unvergessen sind die Sportressortchefs Wilhelm Herbert Koch (“Anton sachte Czerwinski für mich”) und Hans-Josef Justen. Und für mich mein Hassgegenstand Wulf Mämpel, Lokalchef erst in Gladbeck, dann in Essen, die Personifizierung des arroganten rechtssozialdemokratisch fixierten Pressemonopols.
Sozialdemokratisch ist an der WAZ und ihrem Konzern heute nichts mehr. Weiterlesen

EM: Ein Schwarzer führt Schland durchs Turnier

Sollen wir uns nun bei Gaulands AfD bedanken? Dass sie mit ihrem dummen Geschwätz Jerome Boateng zu einem weiteren Leistungssprung provoziert haben? Wahrscheinlicher ist, dass er auch ohne die rechten Spinner erfolgt wäre.

Nach der schwarzen Celia Sasic bei den Frauen, übrigens als Kind aus Bonn gebürtig, ihre Eltern leben noch heute hier, Weiterlesen

Justizversagen nach Love Parade?

Die Ablehnung der Eröffnung der Hauptverhndlung durch das Duisburger Landgericht ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Fast sechs Jahre sind vergangen, dass in Duisburg einundzwanzig Menschen bei der sogenannten “Loveparade” ihr leben verloren, fünfhunderteinundsiebzig verletzt wurden. Viele sind bis heute traumatisiert. Bis heute war das Verfahren gegen sechzehn Personen der Stadtverwaltung Duisburg, des Veranstalters und der Polizei, von denen letzlich sechs übrig blieben nicht eröffnet worden. 2015 hatte das Gericht, so hieß es in entsprechenden Meldungen, erneut eine große Menge Fragen an den Gutachter Keith Still gerichtet, der beurteilen sollte, ob die Beteiligten fahrlässig gehandelt haben und dessen Gutachten seit Mai 2013 vorliegt.

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“WDR Grenzenlos” – Retter des Systems dürfen nicht wachsen

Gestern Abend besuchte ich die kleine Festveranstaltung zu 10 Jahre “WDR Grenzenlos”. Die Gestaltung durch den Sender war nach innen aufwendig, nach außen sparsam. Das charakterisiert treffend die Widersprüchlichkeit des Ganzen: so ein Projekt ist geeignet, den öffentlich-rechtlichen Sender zu retten. Doch der spart lieber und gräbt sich damit sein Grab.

Intendant Buhrow hatte absagen müssen. Kein Wunder, denn er hätte keine Geschenke mitgebracht. Weiterlesen

Katastrophe, nationale

Die Fantasien ostdeutscher CDU-Mitglieder, und der Medien, die sie begeistert transportieren, die solche Begriffe im Munde führen, geben Rätsel auf. Werden wir jetzt alle schwarz? Oder nur unsere Haare? Ist der Religionskrieg schon ausgebrochen? Wird Arabisch zur Behördensprache? Werden unsere Villen für Flüchtlingsunterkünfte enteignet? Werden wir zur Fußball-EM in Frankreich nicht zugelassen, als Rache für Platini?

Was ist am Geschehen katastrophal? Allenfalls wohl, dass Flüchtlinge in Zeltlagern untergebracht werden, z.B. im Ruhrgebiet, während dort massenhaft Wohnungen leerstehen und bestehende zu “Problemhäusern” vergammeln. Oder dass die Angst besonders in leergezogenen ostdeutschen Regionen grassiert, wo sowieso kein Flüchtling freiwillig hinwill, sondern von verteilungswütigen Bürokraten allenfalls dazu gezwungen wird, damit endlich, endlich “die Stimmung kippt”.

Übrig bleibt, wenn es schon die Opposition nicht schafft, dass die CDU auch ihre Mehrheits- und Regierungsunfähigkeit wieder mal selbst herbeiführen muss. Katastrophe? Für Sachsens CDU vielleicht. Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für irgendwas gut ist.

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