Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Digitalisierung (Seite 1 von 2)

Empathie fĂŒr Blinde

Gezielte Zahlenverwirrung / Auslieferung des Schulsystems / Erinnerung an Melina
Jammern hilft zwar nicht. Aber vielleicht fĂŒhle ich mich danach besser. Als stark kurzsichtiger BrillentrĂ€ger steigert die Maskenpflicht in Beueler Strassen, der ich in der Friedrich-Breuer-Strasse wg. drangvoller Enge durch parkende SUVs sowieso schon nachgekommen war, meine persönliche Unfallgefahr. Die Tröpfchen, auf denen das Virus so gerne reitet, sind auf meinen BrillenglĂ€sern gut zu sehen – und sonst nichts. Wenn ich also auf eng vorbeifahrende Autos (und FahrrĂ€der!) einen leicht taumelnden Eindruck mache, liegt es nicht am Alkohol. Wenigstens fand ich im Edeka einen Mitarbeiter, der mir eine passende GlĂŒhbirne aus dem Regal suchen konnte.Weiterlesen…

Die Krise und die Zukunft der EU

von Peter Wahl
Zeit fĂŒr eine europapolitische Grundsatzdebatte

Es sollte ein Neustart fĂŒr die EU werden. Nach zehn Jahren Dauerkrisen – Finanzcrash, Euro- und Griechenlandkrise, Flucht und Migration, Orban und Salvini, Handelskrieg mit Trump und Brexit – sollten mit der neuen Kommission endlich bessere Zeiten anbrechen. Und das mit einer Frau an der Spitze, auch noch einer Deutschen! „Green Deal,“ „Apollo-Moment Europas“ – von der Leyen tat das, was sie schon als Ministerin am besten konnte – alle Register politischer SchaumschlĂ€gerei ziehen.Weiterlesen…

Merkel ist ausgestiegen

Heute fand sie also statt, die von allen möglichen Forderungen nach RĂŒcknahme der GrundrechtsbeschrĂ€nkungen vorab belastete Konferenz von Bundeskanzlerin und MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder. In vielen Jahren politischer Arbeit habe ich mir angewöhnt, bei wichtigen Auftritten bestimmter Akteure mehr auf Haltung, Tonlage und Körpersprache zu  achten, als auf den Inhalt, besonders wenn zu besorgen ist, dass dieser nicht die wirklichen Geschichten erzĂ€hlt, sondern verabredete Sprachregelung zur Gesichtswahrung der Beteiligten verkĂŒndet.Weiterlesen…

Que sera, sera

Es gibt Ereignisse, die alles verĂ€ndern. Das ist ganz sicher auch bei Corona so, auch wenn außer Christian Lindner niemand weiß, wie genau anders. Doch es gibt auch Dinge, die bleiben. Rassismus zum Beispiel
Tschernobyl. Der Fall der Mauer. Der 11. September. „Bis ans Ende unseres Lebens werden wir von Corona hören“, stöhnt die Tochter entnervt. Ja, so wird das sein. Komm klar. Keiner Generation sind Ereignisse erspart geblieben, die alle Sicherheiten in Frage stellten. Und die Gesellschaften von Grund auf verĂ€nderten. Zum Guten und zum Schlechten.Weiterlesen…

„Wir brauchen eine metaphysische Pandemie“

von Prof. Dr. Markus Gabriel
Die Weltordnung ist erschĂŒttert. Auf der fĂŒr das bloße Auge unsichtbaren Skala des Universums verbreitet sich ein Virus, dessen wirkliche Ausmaße wir nicht kennen. Niemand weiß, wie viele Menschen schon an Corona erkrankt sind, wie viele noch sterben werden, wann wir einen Impfstoff entwickeln usw. Außerdem weiß niemand, welche Auswirkungen die derzeit radikalen Maßnahmen eines paneuropĂ€ischen Ausnahmezustands auf Wirtschaft und Demokratie haben.Weiterlesen…

Nicht digital genug

von Julia Reda
Edit Policy: Coronavirus und das Europaparlament – COVID-19 macht auch vor den Parlamenten nicht halt: Die GĂ€nge des Europaparlaments leeren sich und vorher Unmögliches geht mit einmal.

Krisenzeiten sind stets Zeiten großer VerĂ€nderungen. Plötzlich ist möglich, was vorher als unmöglich galt. Das gilt auch fĂŒr das Europaparlament, das in Zeiten des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 vor besonderen Herausforderungen steht. Seine grĂ¶ĂŸte StĂ€rke, die friedliche Zusammenarbeit von Abgeordneten, Mitarbeiter*innen und Sekretariat aus mindestens 28 LĂ€ndern (britische Staatsangehörige arbeiten nach wie vor im Europaparlament, auch wenn sie keine Abgeordneten mehr stellen), macht es auch anfĂ€llig fĂŒr die Verbreitung von Infektionskrankheiten.Weiterlesen…

Satansersatz: das böse Smartphone

Ich habe auch eins. Mein Provider wollte mich kĂŒrzlich fĂŒr tot erklĂ€ren, weil ich es so wenig benutze, und forderte mich ultimativ auf, mein unverbrauchtes Prepaid-Guthaben aufzuladen. Die Überwachungsalgorithmen denken immer, ich sĂ€sse alleine und trostlos zuhause, weil es vergessen am Ladekabel auf meiner Sofalehne liegenbleibt. Beim Abendessen mit schönen Frauen wĂŒrde es nur stören. Ebenso bei politischen Versammlungen, oder anderen subversiven AktivitĂ€ten.
Das das kleine Ding jetzt an allem schuld sein soll – herrjeh,Weiterlesen…

Digitalismus – ist es Keuchhusten? Ist es Grippe?

Wie schlimm ist es? Arno Kleinebeckel/telepolis berichtet ĂŒber mehrere aktuelle Gesundheitsuntersuchungen und neue Krankheitsdefinitionen, allesamt Symptome dafĂŒr, dass die grosse Mehrheit fĂŒr sich noch keine tauglichen Alltags-Kultur-Instrumente gefunden hat, mit denen sie den neoliberal-digitalisierten Kapitalismus halbwegs schadlos ĂŒberstehen kann. Im Gegenteil: der individualisierte Druck auf sich selbst droht in ausweglose Sackgassen zu fĂŒhren.
Es wĂ€re Aufgabe der demokratischen Politik, Auswege aus diesen Sackgassen freizukĂ€mpfen. Von alleine bewegt sich da nichts.Weiterlesen…

Stadtplanung aufwachen!

Es werden noch mehr Autos ĂŒber uns herfallen
Die Autoindustrie mit der Geschwindigkeit gesellschaftlicher und technischer VerĂ€nderungen vertraut zu machen, können wir wohl wegen Aussichtslosigkeit aufgeben. Mir persönlich, ich besitze seit 1978 kein Auto mehr, ist es auch ziemlich egal. Nicht egal ist mir jedoch, wie meine Nahumgebung, meine Stadt und mein Stadtteil, gestaltet wird. DarĂŒber gibt es sich schon genug Sorgen zu machen.
In Beuel soll eine FussgĂ€ngerampel abgeschafft werden. Eine Friedhofsmauer soll weg und mehrere HĂ€user, damit der Autoverkehr “besser” durch Beuel hindurchfliesst,Weiterlesen…

Ukraine / IT-Kompetenzmangel / Pornogucken / Max Eberl

Christian WipperfĂŒrth/telepolis setzt unmittelbar vor der Parlamentswahl in der Ukraine seine wertvoll-komplementĂ€re Berichterstattung fort. Die diversen alten Grundversorgungsmedien scheinen dafĂŒr weder Kompetenz noch Zeit zu haben.
c’t-Redakteur Jan Mahn klagt, “Der Diskurs um die Digitalisierung ist kaputt”. Was die derzeit gewĂ€hlten Politiker*innen betrifft, hat er darin zweifellos recht. Da sind nicht viele, die ihn beherrschen; und dieWeiterlesen…

Sahara als Kriegsgebiet / Agrardaten / Kneipensterben

Bernd Schröder/telepolis schreibt ĂŒber die Ölförderversuche im Sudan und SĂŒdsudan. Ob es eine gute Idee war, das Ganze zu zwei Staaten zu spalten? Der SĂŒden hat die meisten Ölquellen, der Norden Meereszugang und Pipeline. Um solche Pipelines gib es ĂŒberall auf der Welt maximale Erregung, da wissen wir was von in Deutschland (dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv).
Ganz in der “NĂ€he”, im Nachbarland Zentralafrikanische Republik spielt sich ein Krimi um Gold und Diamanten ab.Weiterlesen…

“Smarte grĂŒne Welt?” – Buchbesprechung

von Gert Samuel
Immer wieder wird das Schlagwort „Digitalisierung“ quasi wie ein notwendiges Allheilmittel fĂŒr das Fortbestehen der Menschheit und eine erfolgreiche Lösung der großen gesellschaftlichen Aufgaben in die politischen und auch die Alltags-Debatten geworfen. Das folgende Buch setzt sich grundlegend mit den Möglichkeiten und auch mit den Grenzen, den ĂŒberzogenen Erwartungen sowie mit den Gefahren eines unkritischen Nachlaufens und gedankenlosen Umsetzens der Forderung nach umfassender Digitalisierung auseinander.

Steffen Lange und Tilman Santarius plĂ€dierenWeiterlesen…

Disruption oder Eruption?

Die “digitalisierte Landwirtschaft”
Vor einigen Tagen hatte ich bereits auf einen NDR-Film zu diesem Thema hingewiesen. Heute schreibt Svenja Glaser/oxiblog grĂŒndlich ĂŒber eine Studie zu diesem Thema. Welche Auswirkungen wird es auf unseren Appetit haben? Schmeckt es noch, wenn richtige Menschen an der Erzeugung kaum beteiligt waren? Es schmeckt nicht unbedingt besser, wenn wir beim Essen an sklavenĂ€hnliche ArbeitsverhĂ€ltnisse beim Ernten von deutschem Spargel, italienischen Tomaten oder spanischen Erdbeeren denken. In der Regel spalten wir das in der Zeit gedanklich ab, es soll ja schmecken.Weiterlesen…

Drogenroute Ostafrika / Daten-Machtkampf in die Stadt?

Ich habe es gestern nicht geschrieben, weil es nach Verschwörungstheorie ausgesehen hĂ€tte. Darum ĂŒberrascht es mich nicht, wenn es jetzt andere tun. Alle möglichen GrossmĂ€chte tummeln sich militĂ€risch im verwĂŒsteten Afghanistan. Was tun sie dort? Ich weiss es nicht. Wir können aber sehen, was unten rauskommt: Heroin. Afghanistan ist quasi der Rohstoff-Monopolist auf dem Weltmarkt. Komisch, ne?Weiterlesen…

Tatort / #metoo&WDR / Smartphones&Schule / Atlantik kommt nÀher

War kein Tatort. War nur Polizeiruf 110, aber nicht DDR sondern MĂŒnchen. Und das Wichtigste: leider der Vorletzte mit Matthias Brandt, ein Schauspieler mindestens so klug wie sein Papa. Heute ergehen sich die TV-Kritiken in Abhandlungen der Frage: wie realistisch war das? Könnte es so sein? Urteilen Sie selbst! Hier der Krimi (nur 1 Monat Mediathek!). Und hier die Wirklichkeit, zusammengestellt von Thomas Moser/telepolis.
Sommerloch. Die Machtmissbraucher und FrauenbelĂ€stiger beim WDR machen Urlaub. Oder haben SieWeiterlesen…

Signal an Saudis? / Chinas BĂŒrger-Kontrolle

Kronprinz Mohammed Bin Salman hat es mit allem eilig. Da trifft es sich gut, dass er ein feudaler Diktator ist. Mit Macht will er sein Land als Grossmacht im globalen Kapitalismus integrieren. Wenn Religion dabei nĂŒtzlich ist, gut – wenn nicht, auch egal. Alle “MĂ€chtigen” dieser Welt legen Wert auf seine Freundschaft, angesichts seiner Zahlungskraft ist dafĂŒr alles andere egal.
Alles? Ein bisschen nervös macht sein politisches Potenzgehabe schon. Kein Zufall, dass er sich mit Trump – scheinbar – so gut versteht. So muss offenbleiben, von wem diese klitzekleinen Warnungen an ihn ausgehen. So versteckte das ZDF wĂ€hrend der WM letzte Woche Mittwochnacht um 0.45 h (!) eine kritische Dokumentation ĂŒber Saudi-Arabien (Mediathekaufenthalt: 1 Monat),Weiterlesen…

Demokratische Gestaltungskraft zurĂŒckgewinnen

von Toni Hofreiter
GrĂŒn-Linke VorschlĂ€ge zum Grundsatzprogrammprozess

Ein Grundsatzprogramm in einer Zeit der UmbrĂŒche zu formulieren, in einer Zeit, in der ein US PrĂ€sident in jeder Sekunde mit einem Tweet die Welt Kopf stehen lassen kann, ist ein Wagnis. Aber es ist ein notwendiges Wagnis, dieser gefĂŒhlten Ungeordnetheit, dem Getriebensein und dem Kontrollverlust etwas entgegenzustellen. In der Umbruchsituation in welcher sich unsere Gesellschaft und unser Parteiensystem befindet, klafft eine politische LĂŒcke. Es fehlt ein ĂŒberzeugendes politisches Angebot, das ĂŒber das Verwalten und Verteidigen eines Ist-Zustandes hinausgeht. Unser Anspruch muss es sein, diese LĂŒcke mit optimistischen, progressiven, linken Inhalten und Angeboten zu fĂŒllen.
Gelingen wird dieses Wagnis, wenn wir mit diesem Programm den Mut wecken, dass politischer Wandel möglich ist. Wenn wir die Zuversicht stiften, dass wir fĂŒr alle eine bessere und gerechtere Zukunft möglich machen können. Dieser Mut ist der SchlĂŒssel dazu, dem Rechtsruck den Boden zu entziehen, progressive Mehrheiten neu zu begrĂŒnden und demokratische Gestaltungskraft zurĂŒckzugewinnen.Weiterlesen…

Feministisch in die Zukunft

von Gesine Agena, Katja Dörner, Ricarda Lang, Ulle Schauws

Am Wochenede beginnen BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen auf dem Startkonvent ein neues Grundsatzprogramm zu entwickeln. Das letzte wurde nĂ€mlich bereits 2002 verabschiedet und wird in den nĂ€chsten 1 1/2 Jahren erneuert. Gesine Agena, Katja Dörner, Ulle Schauws und Ricarda Lang machen mit bei dieser Erneuerung und schreiben, welche feministischen Fragen in diesen Prozess einfließen mĂŒssen. Viele tolle grĂŒne Feminist*innen unterstĂŒtzen sie dabei.

Feministische Fragestellungen im Grundsatzprogramm-Prozess

Feminismus ist ein zentraler Grundsatz von uns GrĂŒnen; eine unserer wichtigsten Wurzeln ist die Frauenbewegung. Wir haben als erste die Machtfrage auch innerhalb unserer Partei gestellt und setzen in unseren Strukturen konsequent Geschlechtergerechtigkeit um. Viele Frauen wĂ€hlen uns wegen unserer Frauen- und Gleichstellungspolitik, die fĂŒr uns auch selbst eine identitĂ€tsstiftende Wirkung hat. Diese SĂ€ule unserer Partei wollen wir stĂ€rken.Weiterlesen…

Rettet die GefĂŒhle!

Und die MenschenwĂŒrde!
Wird uns ausgerechnet im Zeitalter der radikalen Individualisierung die Individuum-Eigenschaft wegrepariert? Roland Benedikter gab bei telepolis einen Überblick ĂŒber die “Digitalisierung der GefĂŒhle“. Meine These: die, die das betreiben, sind ahnungslos, was das Menschsein betrifft. Die tendenziell zukĂŒnftig unbegrenzten RechnerkapazitĂ€ten können immer nur Faktoren berechnen, die wir ihnen eingeben, auch zum “Selbstlernen”. Der Mensch und sein GefĂŒhls-Inneres wird von so vielen Faktoren bestimmt, dass sie uns nie alle bekannt sein werden.Weiterlesen…

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