Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Klimawandel (Seite 1 von 5)

Umwelt vor acht statt Börse vor acht

Fünfmal in der Woche wird im ersten Programm der ARD zur Prime-Time vor Beginn der “Tagesschau” die Zuschauer*innenschaft fünf Minuten lang mit einem anachronistischen Überbleibsel der späten neunziger Jahre gequält: “Börse vor Acht” hat nicht einmal den Unterhaltungswert der zwei Alten aus der Muppets-Show und keinen Informationswert. Denn die verschwindend kleine Zahl der Zuschauer*innen die sich für Kapital an der deutschen Börse interessieren, informieren sich mittags in entsprechenden Spartenkanälen, im Internet oder leisten sich eine Tageszeitung. Weiterlesen

Demente Ampel?

Während in Berlin unter grosser Medienaufmerksamkeit und bisher überraschend erfolgreicher Diskretion über eine Ampelkoalition verhandelt wird, gibt es hier um die Ecke in Rheinland-Pfalz schon lange eine, seit 2016. Die wurde in diesem Sommer durch die Starkregenkatastrophe im Ahrtal auf eine harte Probe gestellt. Das betrifft nicht nur missratenes Katastrophenmanagement, dem bisher nur ein einzelner Landrat in Ahrweiler zum Opfer gefallen ist, sondern noch mehr die Lehren und Konsequenzen aus den katastrophalen Ereignissen. Auch da sieht es nicht gut aus. Und lässt, wenn es sich auf Bundesebene so ähnlich wiederholen sollte, Schlimmes befürchten. Weiterlesen

Der kleine Hobbit lügt (II)

Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU und mit Abstrichen der CSU ist bekanntermaßen rheinischer Katholik, der es mit der Wahrheit etwa so genau nimmt, wie Kardinal Woelki mit der Verantwortung für den Umgang mit Mißbrauchsopfern in seinem Bistum. Anders als Konrad Adenauer steht er aber nicht dazu, sondern plustert sich zum Moralapostel auf. Die SPD habe in der Geschichte “immer auf der falschen Seite gestanden” keifte er bei der CSU, jener Splitterpartei, die neben FDP, AFD, Linke in das lächerlichste “Quartell” der Geschichte aufgenommen wurde, um der verzweifelten Union Vorteile im Wahlkampf zu schaffen. Weiterlesen

Angst vor 2015?

Meine persönliche Erinnerung verbindet sich mit der OB-Wahl in Bonn. Mein Arbeitskollege Tom Schmidt kandidierte und erreichte ehrenvolle 22,1%, mehr als eine Verdoppelung der Wahl zuvor. In mir war der Entschluss gereift, das angestellt Arbeiten beenden zu müssen, der vermutlich weiseste Entschluss meines Lebens. Beim Jamaika-Regieren der Stadt waren wir unter Leitung des damaligen Dezernenten Martin Schumacher mit der Unterbringung und Versorgung zahlreicher Flüchtlinge befasst. Diese Stadt, ihre Zivilgesellschaft und ihre Verwaltung zeigten sich damals von ihrer starken, ihrer besten Seite. Weiterlesen

Wankendes EU-Europa

Wenn Frankreich “fällt”, war es das wohl
Durchaus zurecht beherrscht die rheinische Flutkatastrophe und die damit verbundene Politikkatastrophe des versagenden “Katastrophenschutzes” das deutsche Mediengeschehen. Das verbindet sich angesichts zusammengesparter Medien-Infrastrukturen in privaten und öffentlichen Redaktionen leider mit einer immer grösseren Ansammlung blinder Flecken. Nicht nur über das Weltgeschehen, sondern über unsere unmittelbare Nachbarschaft. Einige Hinweise, die nicht übersehen werden sollten. Weiterlesen

Ausländer bevorzugt

1,4 Mrd. € Schadensersatz erhält der schwedische Energiekonzern Vattenfall aufgrund des deutschen Ausstiegs aus der Atomenergie. Auch die deutschen Energieversorger erhalten Milliardenzahlungen (insgesamt 2,4 Mrd. €). Vattenfall hatte die Drohkulisse einer Klage aufgebaut, von der dann die deutschen Stromversorgen profitierten. Auch die überaus hohen Entschädigungen für den Braunkohleausstieg sind mit einem Verzicht der Konzerne auf Klagen verknüpft. Bei Vattenfall gilt nämlich eine Sonderregelung: Als einziger ausländischer Energieversorger in Deutschland konnte Vattenfall das Schiedsgericht des Energiecharta-Vertrags anrufen und seine Ansprüche dort geltend machen. 6,1 Mrd. € Schadensersatz wurden ursprünglich gefordert. Weiterlesen

Gegen die Krise des Systems

von Diana Lilia Trevilla Espinal (Übersetzung: Mirjana Jandik)
Sorge füreinander, für die Gemeinschaft und die Natur

Fürsorge geht weit über das Kümmern um die Familie hinaus und wird im lateinamerikanischen Kontext auch im Zusammenhang mit der Verteidigung von Leben und Territorien diskutiert. Im Kontext jahrhundertealter kolonialer, patriarchaler und kapitalistischer Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnisse, die sich in besonderer Weise auf die Körper der Frauen auswirken, gilt es, gemeinschaftliche Alternativen zu finden. Fürsorge soll dafür aus dem Bereich des Privaten herausgezogen und politisiert werden. Dabei geht es um Sorge füreinander, für die Gemeinschaft und für die Natur. Weiterlesen

Der lange Arm des Kolonialismus

von Friederike Habermann
1884 stieg Deutschland in den Wettlauf um Afrika ein. Dieser Teil der Geschichte ist noch heute ein weißer Fleck, der daraus entstandene Reichtum gilt als unbescholten.
»Du warst wieder in Spanien?« Die Szene spielt in einer Kneipe. »Ja, aber nur übers Wochenende – das kost ja fast nix mehr.«
»Mallorca – das ist doch peinlich. Ich war jetzt in Namibia.« Der Sonnengebräunte schwärmt von seinem Safari-Urlaub. »Was ist mit dir?«, fragt er den Dritten am Tisch. »Ich war mit den Kindern in Rumänien – alles so unberührt, da kommste nicht mal mit dem Flieger hin«, lobt sich indirekt der Umweltbewussteste unter den Bierkumpanen. Weiterlesen

Alles außer normal

Von Dr. Hanspeter Knirsch
Es besteht durchaus die Aussicht, dass die gegenwärtige Pandemie irgendwann überwunden sein wird. Was dann folgen wird, wissen wir naturgemäß nicht. Die Zukunft ist und bleibt ungewiss. Dennoch kann man der Zukunft Struktur geben, indem man Erwartungen formuliert (Niklas Luhmann). Eine der vorherrschenden Erwartungen drückt sich in dem Wunsch aus, dass alles wieder so wird wie vorher. Es soll alles wieder normal werden. Die Sehnsucht nach Normalität ist umso intensiver und verständlicher, je länger die Pandemie dauert. Weiterlesen

Klatsche für alle Transusen

von Ulrich Horn
Deutsche Politiker schimpfen oft, Italien sei nicht reformbereit. Nun zeigen die Italiener, was eine Harke ist. Per Referendum zwingen sie ihre Politiker, das Parlament in Rom drastisch zu verkleinern. Seine beiden Kammern müssen um mehr als ein Drittel auf 600 Sitze schrumpfen. Die Italiener machten ihren Politikern klar, wer Herr im Haus ist. Diese Klatsche trifft auch die Bundestagsabgeordneten. Weiterlesen

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