Thema: Pantheon

5:0 – “Zuviel Mühe gegeben, um schlecht zu sein”

Von , am Freitag, 15. Juni 2018, in Fußball, Politik.

Das war die zweifellos präziseste Analyse des gestrigen WM-Eröffnungsspiels. Durch Wladimir Kaminer, Schriftsteller, Kabarettist, DJ, Cafe-Betreiber, Filmemacher, Talkshowgast, Lieblingsrusse. Ich lernte ihn vor etlichen Jahren im Bonner Pantheon persönlich kennen und erfuhr dort, dass er ausserdem ein beinharter Geschäftsmann ist.
Kaminer macht regelmässig Deutschland-Tourneen mit einem zweiteiligen Programm. Im ersten Teil, einer kabarettartigen Lesung kommt das linksliberale deutsche Publikum. Im zweiten Teil, der “Russendisko” wird der Saal dann von Russlanddeutschen überfüllt, in der Regel bis zum nächsten Morgen. Ein sicheres Geschäftsmodell für alle Beteiligten. Kaminer ist ein klarsichtiger Analyst, nicht nur von Fussball und Politik, Weiterlesen

Bonns Stadtentwicklung – was kommt? was wird?

Von , am Dienstag, 29. Mai 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Wer wie ich die 60 überschritten hat, muss sich vermehrt fragen, was von heute diskutierten Projekten er oder sie überhaupt noch erleben wird. Für mich persönlich gab es, bei allem bonntypischen “Jammern auf hohem Niveau” auch positive Überraschungen.
Als ich 2006 in Bonn begann, mich professionell an der Kommunalpolitik zu beteiligen, habe ich nicht geglaubt, dass das WCCB angesichts des Ausmasses der gleichnamigen Affäre jetzt schon seit mehreren Jahren nicht nur steht, sondern arbeitet und funktioniert. Als ich damals begann, war gerade der “bestbezahlte Angestellte” der Stadt Bonn, Weiterlesen

“Meisenhorst” – Eine humanistische Leitkultur

Von , am Sonntag, 13. Mai 2018, in Beuel & Umland, Genuss.

Politische Kabarettisten sind mittlerweile ziemlich rar. Georg Schramm ist im Ruhestand, Dieter Hildebrandt lebt nicht mehr und Volker Pispers macht eine künstlerische Pause. Philip Simon, deutsch-niederländischer Kabarettist, war zu Gast im Beueler Pantheon und outete sich dort als glühender Verfechter einer humanistischen Leitkultur. Eigentlich mehr als politisches Statement und weniger als die Kleinkunst eines Kabarettisten. Diese Grenze zwischen Kunst und Politik ist allerdings fließend, zumal Kunst in vielen Fällen auch politisch sein darf und muss.

Wenn Philip Simon das Grundgesetz zu Rate zieht Weiterlesen

Der Grundwiderspruch zwischen Kapitalismus und Kleinfamilie

Von , am Samstag, 28. Oktober 2017, in Beuel & Umland, Politik.

Für Christdemokraten, die auf diese Bezeichnung noch wert legen, ist es dumm gelaufen. Während Ehe und Familie sogar vom Grundrechtekatalog des Grundgesetzes als “geschützt” bezeichnet werden, der Kapitalismus dagegen nicht (im Gegenteil, s. Art. 14 und Art. 15), ist es in der deutschen Wirklichkeit umgekehrt gelaufen. Den Kapitalismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Die 2-Generationen-Kleinfamilie dagegen wird von den gesellschaftliche Umständen dieser Art des Wirtschaftens und Arbeitens aufgerieben.

Ich habe das ja schon als pubertierender Jugendlicher so gesehen. Nicht wenige dieser Altersgruppe haben ähnliche Einsichten. Bei den meisten wächst die sich aber wieder raus, wenn mann nach dem Einstieg ins Berufsleben Zonen für Sicherheit und Rückzug sucht. Und wenn man dann merkt, dass die Kleinfamilie das nicht ist, ist es meistens zu spät – weil sie schon da ist, und ein Entkommen nur zu hohen materiellen und emotionalen Kosten möglich ist.

Die SZ interviewte gestern eine österreichische Politologin, Weiterlesen

Bonner Baustellen

Von , am Donnerstag, 27. Juli 2017, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Es ist eindeutig Sommerloch. Wie ein Glockenschlag wird das alljährlich bekannt dadurch, dass in den Lokalzeitungen die Rüpel-Radler wieder in den Schlagzeilen sind. Sie landen dort nicht durch konkretes Verhalten oder Ereignisse, sondern: weil Sommerloch ist. Ja, es gibt sie. Genauso, wie seit Jahrhunderten die Möglichkeiten der City-Durchquerung für Fahrräder unzureichend sind. Statt eine konsequente Verkehrspolitik zu machen, hetzt die Bonner Kommunalpolitik seit Jahrzehnten die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen, Fussgänger*innen und Radfahrer*innen aufeinander, so wie sie es z.B. auch mit der Sport- und der Kulturlobby macht, um anschliessend zu sagen: siehste – ohne mich würdet Ihr doch nur übereinander herfallen.

Ja, die City, und ebenso die Stadtteilzentren, sind gefährdet. Die Gefahr geht von den digitalkapitalistischen Plattformen, Logistikkonzernen und vom kapitalgetriebenen Immobilienmarkt aus. Das Plattmachen des Bonner Solarworld-Konzerns mit mehreren hundert hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Bonn ist eine Ausnahme. Das war auch nicht der böse Dumping-Chinese. Es war die CDU/FDP-Bundesregierung 2005-09, die einen Bürgerkrieg gegen die gesamte deutsche Solarbranche entfesselte. Und jetzt endgültig gewonnen hat; selbst Investorenkapital aus Katar konnte es nicht mehr retten. Damit ist die globale chinesische Marktführerschaft auf Jahrzehnte gesichert. Die Parteispenden von Frank Asbeck waren alle vergeblich.

Zurück zur City. Inhabergeführter Einzelhandel und ebensolche Gastronomie sind zu den heutigen Immobilienpreisen nicht mehr möglich. Weiterlesen

Wahn und Sex

Von , am Freitag, 25. November 2016, in Beuel & Umland, Genuss.

Norbert Alich, Rampensau des Pantheon, der lange über das westsibirische Rheinufer lästerte, und jetzt selbst dort arbeiten muss hähä, pflegte immer die Redensart “Bonn, das liegt zwischen Pech und Wahn.” Eine objektive Tatsachenfeststellung. Anders der große Dichter Wiglaf Droste. Während er zuletzt über seine schönen Sexerlebnisse berichtete, scheint es da zu einer ungesunden Unterbrechung gekommen zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass es bei ihm – tragisch genug – Neu-Ossi, mit ostwestfälischer Zuwanderungsgeschichte, zu einem mehrtägigen Alkoholmissbrauch kam, mit fürchterlichen Diskriminierungsanfällen gegen das schöne Köln-Wahn. Der Beueler Jürgen Harder ist Mitinvestor des dortigen Eltzhofes, nebenan werden massenhaft neue Wohnungen gebaut. Da können andere Städte nur neidisch drum sein.

Während Wiglaf also in gesundheitsschädlicher Weise seinen Sex-Genuss unterbrach, hat die Jungle World in ihrer jüngsten Ausgabe Sex-Unterricht zum Schwerpunktthema gemacht. Beispielhaft, gut so.

Beuel wird sich verändern (müssen)

Von , am Montag, 7. November 2016, in Beuel & Umland.

Nichts ist tödlicher als Stillstand. Beim heutigen Depressionswetter, geschlossener (Olivotti) und gähnend leerer (LaLuna) Eisdiele, wird gedanklich bewusster, dass unser Stadtteil attraktiv und lebenswert ist, aber auch weiter an sich arbeiten muss. In abendlicher Dunkelheit zeigte ich letzte Woche einer Freundin aus Ehrenfeld unser Stadtteilzentrum – und sie wusste aus eigener Erfahrung, wovon ich sprach.

Wir begannen am Adenauer-Platz, Verkehrszentrum, Treffpunkt, mit der großen Anzeigetafel der Stadtwerke gut ausgestattet. Man weiss schnell wann man wohin wegkommt.
Geschlabbert haben wir die Besichtigung des Beueler Brückenforums. Die Mehrheit der Lokale im Erdgeschoss steht leer – gerechter “Lohn” durch die jahrzehntelange Vernachlässigung Weiterlesen

Endlich wieder Brückenzoll

Von , am Freitag, 14. Oktober 2016, in Beuel & Umland.

Als Beueler vermeidet man Rheinüberquerungen, wenn man nicht rüber “muss”. Ebenso verständnislos steht man der Tatsache gegenüber, dass immer wieder linksrheinische Menschenmassen Beuel unkontrolliert überschwemmen, und die Brücke nach Lust und Laune überqueren, um Busse, Bahnen, Bioladen, Eisdiele, Programmkinos und demnächst das Pantheon zu überfüllen. Um Fluchtursachen von Linksrheinern zu begrenzen, werden jetzt in Beuel schon Studentenwohnheime gebaut. Ein besonderes Problem sind die Fahrradfahrer*innen, die sich in besonders ungehemmter Weise vermehren. Man fragt sich, wann endlich ein Buch von Sarrazin über sie erscheint.
In einem Anflug von Unbeherrschtheit und tierischen Instinkten unternahm ich heute morgen dennoch einen Versuch, mit dem Fahrrad nach Bonn rüber zu fahren. Ich ahnte, dass ich was Verbotenes tat, aber meine Unvernunft hatte mich übermannt. Weiterlesen

WCCB fertig – Pantheon gerettet – Beethovenhalle auch

Von , am Dienstag, 11. Oktober 2016, in Beuel & Umland.

Bonn weit vor Berlin und Hamburg. Während in Hamburg die letzten Nägel für die Elbphilharmonie gekloppt werden und das ganze Land über den Berliner Flughafen nur noch Witze macht, ist das WCCB in Bonn, dessen Vorgeschichte ein durchaus gleichwertiger Skandal war, in Betrieb gegangen, jetzt auch inkl. Hotel Gastronomie, Variete etc.
So, wie das für die Entwicklung des UN-Viertels und seiner Arbeitsplätze von großer Bedeutung ist, ist es für Beuel die Erhaltung und Ansiedlung des Pantheon.
Und für die gesamte Stadt, ihr Geschichtsbild, ihr Selbstverständnis die Erhaltung der Beethovenhalle, einem architektonischen Symbol der alten BRD, zu Lasten des Wolkenkuckucksheims Festspielhaus.
All das sind Grundbedingungen, um die Weiterentwicklung der kommunalen Demokratie in unserer Stadt – nicht zu garantieren! aber – überhaupt möglich zu machen. Da, wo ich herkomme, im Ruhrgebiet regieren Bezirksregierungen die pleitesten Städte der Republik.
Ich weiss nicht, ob es der Grünen Ratsfraktion selbst bewusst ist: aber das sind die Spuren, die sie in dieser Stadt bereits hinterlassen hat. Es ist schwer, aber Kommunalpolitik kann sich lohnen.

Pantheon-Vertrag geklärt – Beuel kann jetzt durchstarten

Von , am Donnerstag, 1. September 2016, in Beuel & Umland.

Der Vertrag zwischen Pantheon und Stadt zur Ansiedlung des renommierten Theaters in Beuel ist unterzeichnet. Das eröffnet goldene ökonomische Perspektiven für die weitere Entwicklung Beuels. Dank an Reiner Pause, OB Sridharan, Dezernent Schumacher, Theater-/Opern-Intendant Helmich. Mitglieder des Kulturausschusses, allen die daran mitgearbeitet haben.

Unter Unkundigen ist es weitverbreitet, über unnötige Kultursubventionen zu meckern. Das dokumentiert jedoch in erster Linie Ahnungslosigkeit. Weiterlesen

Pause

Von , am Mittwoch, 6. Juli 2016, in Beuel & Umland, Genuss, Politik.

Ende des Pantheons? Das muss man wohl befürchten. Ich war und bin nicht an den Verhandlungen zwischen Stadt und Pantheon beteiligt. Ich kenne aber daran beteiligte Personen, vorwiegend solche, die sich den Arsch dafür aufreissen, dass es zu einer Einigung kommt, die eine Weiterarbeit des Pantheon innerhalb der Stadt möglich macht.
Die Verzweiflung der Theatermacher ist zu verstehen. Wer mit der Bonner Stadtverwaltung zu tun hat, das wissen viele BürgerInnen, hat es selten leicht. Weiterlesen