Der Vertrag zwischen Pantheon und Stadt zur Ansiedlung des renommierten Theaters in Beuel ist unterzeichnet. Das eröffnet goldene ökonomische Perspektiven für die weitere Entwicklung Beuels. Dank an Reiner Pause, OB Sridharan, Dezernent Schumacher, Theater-/Opern-Intendant Helmich. Mitglieder des Kulturausschusses, allen die daran mitgearbeitet haben.

Unter Unkundigen ist es weitverbreitet, über unnötige Kultursubventionen zu meckern. Das dokumentiert jedoch in erster Linie Ahnungslosigkeit. Das Pantheon nämlich wird, ähnlich wie es schon die Brotfabrik oder die Filmbühne getan haben, noch mehr konsumfreudige Kaufkraft nach Beuel locken, Kaufkraft, die an mehr als Pommes, Currywurst und Dosenbier von Aldi interessiert ist.

In Sichtweite des künftigen Pantheon-Standortes hat sich bereits ein Schweizer Investor ein seit 12 Jahren unverkäufliches Hochhaus gesichert, um dort ein Studentenwohnheim einzubauen. Ebenfalls in Sichtweite errichtet ein anderer Investor mehrere hundert Eigentums- und Mietwohnungen, in “verkehrsgünstiger” Lage an einer vielbefahrenen Kreuzung. Was spekulieren die? Dass Wohnraum in Beuel weggeht, wie geschnitten Brot, Preis egal. Und im Beueler Zentrum macht sich bereits Franchise-Gastronomie breit, weil inhabergeführte Betriebe sich die Gewerbemieten nicht mehr leisten können.

Leute, für die Geld keine Rolle spielt, müssen sich also um die Entwicklung Beuels keine Sorgen machen. Bei allen andern könnte es dagegen jetzt etwas schwieriger werden. Die politische Führung der Stadt, das kommunale Wohnungsunternehmen Vebowag und die bisher so erfreulich umtriebige und umsichtige Beueler Gewerbegemeinschaft sind jetzt gefordert, wenn Beuel in Zukunft nicht verwechselbar aussehen soll, wie gentrifizierte Stadtteile anderswo; immerhin mit Godesberg sind wir derzeit nicht zu verwechseln. Es fehlt an erschwinglichen Gewerbemieten und preisgünstigen Mietwohnungen. Alles andere ist da.