Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: RTL

Freude des Tages

Gegen Bayermonsanto sind wir immer dabei …
Mich hat es nicht interessiert, geguckt habe ich nix. Aber gelesen. Und Sie haben das hoffentlich heute mittag im KantinengesprĂ€ch grĂŒndlich durchgesprochen. Wenn nicht, holen Sie es beim Feierabendbier (oder was anderes Kaltes) nach! Gestern bei der Live-Übertragung des Gespensterspiels Inter-Bayermonsanto sendete der Kölner Lokalsender RTL zu den Bildern eine nicht abschaltbare (!) Gespenster-Tonspur mit GerĂ€uschen von FC-Köln-Fans. Das könnte den Agroindustrie- und Big Pharma-Konzern noch mehr geĂ€rgert haben, als das verdiente sportliche Ausscheiden.Weiterlesen…

Die nÀchste Runde

von Julia Reda
im Kampf gegen Artikel 17 und Uploadfilter
Die Urheberrechtsreform war ein Hauptprojekt von Julia Reda im Europaparlament. Mit einem neuen Projekt will sie nun die Umsetzung in Deutschland kontrollieren.

Genau ein Jahr ist es her, dass die EU ihre Urheberrechtsreform beschlossen hat. Hunderttausend Menschen waren zuvor in Deutschland gegen Uploadfilter auf die Straße gegangen. Stoppen konnten sie die umstrittene Richtlinie zwar nicht, aber es gelang ihnen, in letzter Minute noch einige Schutzvorkehrungen im Gesetzestext zu erstreiten. Diese können uns helfen, die Gefahr fĂŒr unsere Grundrechte einzudĂ€mmen.Weiterlesen…

Armutszeugnis

von Bernd GĂ€bler (mit Vorwort von Jupp Legrand) Otto Brenner-Stiftung
Wie das Fernsehen die Unterschichten vorfĂŒhrt
Vorwort

Armut ist ein politisch umstrittener Begriff, der auf vielschichtige Fragen verweist, facettenreiche Inhalte zum Ausdruck bringt und auch Probleme anreißt, die im­mer wieder diskutiert werden mĂŒssen. Es geht um Weltbilder, Werte, Interessen und Vorstellungen von Gerechtigkeit, die nicht selten aufeinanderprallen. In demo­kratischen Gesellschaften ist dabei das durch Medien erzeugte Bild von Armut und sozialer Ungerechtigkeit fĂŒr gesellschaftliche Aushandlungen zentral. Doch welches Bild zeichnen die Medien in Deutschland von Armut? Welches Zeugnis dieser gesellschaftlichen RealitĂ€t legen sie ab? Weiterlesen…

Bertelsmann – mit Pornos MilliardĂ€rin

In den 90ern muss es gewesen sein, als die deutschen SchulmĂ€dchenreports und britischen Sexmagazine bei Sat1 und Kabel1 alle so abgenudelt waren, wie Bahnhofskinos. Die ersten Jugendlichen bastelten mit Modems rum. Aber der bertelsmanneigene Kanal Vox hatte noch einen Berg abzuspielender französischer Billigpornos seiner Senderschwester M6 auf Halde. Und also wurde die Fliessbandware in WochenendnĂ€chten abgespielt. Softpornos, also nichts war echt. Es wurde nicht gekleckert, die Studiodekoration konnte immer wieder ohne Grundreinigung wiederverwendet werden.Weiterlesen…

DFB diktiert ARD-Programm

Korruption in Köln fÀllt heute aus
14 Spieler haben Herrn Hans-Joachim Löw abgesagt. Lionel Messi ist gesperrt. Obwohl wegen des Stehplatzverbots die StadionkapazitĂ€t schon verringert ist, sind nur 2/3 der Eintrittskarten verkauft. Aber die ARD legt sich fĂŒr den DFB und RTL heute (und auch am Sonntag, wenn es gegen das Starensemble von Estland geht) auf den RĂŒcken. “Der König von Köln” fĂ€llt heute aus. Stattdessen wird ein Werk von 2012 wiederholt, ebenso am Sonntag zum Tatort-Termin.
ErklĂ€rungen der ARD oder des verantwortlichen Senders WDR zu diesen ProgrammĂ€nderungen waren fĂŒr mich nicht auffindbar. “Der König von Köln”,Weiterlesen…

Charlotte Roche / Dieter-Nuhr-Kritik / SchÀferkordt geht

Vielleicht wĂŒrde ich ihre NĂ€he nicht lange aushalten. Personen, deren MedienprĂ€senz in mir grosse Zuneigung wecken, verdĂ€chtige ich dessen fast immer. Wo es einen Nordpol gibt, gibt es immer auch einen SĂŒdpol. So ein Fall ist fĂŒr mich Charlotte Roche, der ich noch bei keiner Preisverleihung und auch nicht in Köln auf der Strasse begegnet bin. Die JĂŒngeren werden sie gar nicht mehr kennen, so rar hat sie sich zuletzt gemacht. Am auffĂ€lligsten war noch, dass sie sich namentlich und mit verblĂŒffend prĂ€ziser Beschreibung in der #metoo-AffĂ€re gegen WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke positioniert hat,Weiterlesen…

Sommerloch-TV, mögliche Perlen des

Die Angst der ZDF-Programmdirektion ist der Platzierung der folgenden Hinweise anzusehen, wir schwitzen bei diesem Wetter alle mit ihr. Immerhin hat das ZDF als knapper MarktfĂŒhrer (vor den Dritten) noch was zu verlieren. Die ARD landet jetzt ohne Fussball fast immer unter 10%. Die MarktfĂŒhrer ZDF und Dritte haben klar das Ă€lteste Publikum. Die Marktanteile der Privatsender sind dagegen pulverisiert – RTL und SAT1 schaffen nur mit MĂŒhe noch ĂŒber 5%. So weit meine Schadenfreude.
Arte zeigt heute um 22.45 h “Digital Africa“. Mit einer Kuratorin der re:publica gehts zu Projekten in den Slums von Nairobi, ein Motorrad-“Uber” in Ruanda und in die Landwirtschaft Ghanas.
Gleichzeitig startet (!, soll es unbemerkt bleiben?, schĂ€men sie sich?)Weiterlesen…

ARD-Desaster / Politisches Prekariat

Gestern nahm die LeseaktivitĂ€t auf dieser Seite einen merkwĂŒrdigen Aufschwung. Die Blogsoftware zeigt mir (und Ihnen uber “Meistgelesen in den letzten 48 Stunden” in der Spalte rechts), was besonders viel gelesen wird. Das war gestern abend ein ĂŒber ein Jahr alter Text ĂŒber den Bonner Lokalpolitiker Haluk Yildiz, der gestern schon wieder von der ARD-Trashmasterin Maischberger gebucht worden ist. Er kann telegen sprechen, hat eine kurze Anreise, und erfĂŒllt so schön das Klischee von einem StĂ€ndigen Vertreter Erdogans in Deutschland.
Die bewusstlose Fahrigkeit des fĂŒr die Sendung verantwortlichen, derzeit wohl wg. der #metoo-Debatte weitgehend fĂŒhrungslosen, WDR wĂ€chst sich zu einer handfesten Existenzkrise der gesamten ARD aus. Weiterlesen…

TV is dead

1 Terrabyte (TB) ist das Speichervolumen eines Weihnachtsgeschenks, das ich dieses Jahr, ich weiss gar nicht mehr von wem, bekommen habe. Es ist wenig grösser als ein Spekulatius. Und darauf gespeichert sind, selbstverstĂ€ndlich nur fĂŒr streng privaten Gebrauch, so ziemlich alle relevanten US-Serien, egal von welchem Streaminganbieter. Ich wĂ€re nie auf die Idee gekommen, einen von denen zu abonnieren, schon weil ich mein ganzes Datengold behalten, und nicht diesen MilliardĂ€ren spenden will. Insofern entgeht denen auch kein GeschĂ€ft. Und ich lebe sowieso nicht mehr so lange, um das alles gucken zu können.
Wenn es also so einfach ist, an kĂŒnstlerisch und handwerklich gut gearbeitete Filme mit exzellenten Schauspieler*inne*n zu kommen, wer braucht dann noch deutsches Fernsehen?Weiterlesen…

Privatfernsehen – bald mausetot

In den 80er Jahren verfolgte die CDU-Bundesregierung Kohl die Absicht, konservative Herrschaft in Deutschland durch die EinfĂŒhrung privaten Fernsehens abzusichern. Die öffentlich-rechtlichen Sender erschienen ihr rot (das war den Sozialdemokraten zugeordnet) unterwandert, vor allem NDR und WDR, die mit der Tagesschau in Hamburg und dem Hauptstadtstudio in Bonn die politische Berichterstattung dominierten. Mit seinem Grossspender Leo Kirch zog Kohl an einem Strang. Strippenziehen war sein grösstes Talent.

Nachdem anfangs die ĂŒberwiegend konservativen Zeitungsverlegerfamilien das Angebot annahmen, sich an privaten TV-Sendern zu beteiligen, merkten manche schnell, andere langsam, das sie das nicht können und liessen sich wieder rauskaufen. Übrig blieben im GeschĂ€ft die Konzerne Kirch und Bertelsmann, Senderflaggschiffe Sat1 und RTL.

Bertelsmann wurde fĂ€lschlich der SPD zugeordnet, nur weil es im SPD-regierten NRW seinen Konzernsitz hatte und dort selbstverstĂ€ndlich gepflegte diplomatische Beziehungen unterhielt, auch zur zeitweiligen Regierungspartei GrĂŒne. Bei einzelnen Begegnungen in GĂŒtersloh und Köln war ich dabei. Leitendes Interesse war aber keine bestimmte Politik, sondern Geldverdienen.Weiterlesen…

Alexander Kluge 85

Er hat exakt das Alter meines Vaters erreicht und scheint auch bei Ă€hnlich guter Gesundheit zu sein. Alexander Kluge ist 85 geworden. Aus diesem Anlass widmet das Essener Museum Folkwang ihm eine Ausstellung, die in den einschlĂ€gigen Kulturmedien reichlich gewĂŒrdigt wird. Ist Kluge darum Mainstream? Keineswegs.
Ich wiederhole zur Verdeutlichung im Folgenden meinen Eintrag vom Juni dieses Jahres.

Alexander Kluge hat fĂŒr mich einiges gemeinsam mit dem grossen Philosophen Friedrich KĂŒppersbusch: wir lernten uns kennen in den 90er Jahren, telefonisch, weil mein damaliger Chef Roland Appel keine Zeit hatte, das GesprĂ€ch zu ĂŒbernehmen. Beide waren und sind TV-Produzenten. KĂŒppi wĂŒrde es allerdings niemals wagen,Weiterlesen…

Medienblase

Heute mittag beim Videorecorderprogrammieren bekam ich einen kurzen Zapping-Blick in die Berliner Pressekonferenz der Bundeskanzlerin, die der “Ereignis”kanal Phönix selbstverstĂ€ndlich live ĂŒbertrug. Frau Merkel und ihr Auftritt ist bestens bekannt, einer gleicht – absichtlich – dem andern. Schockierend war fĂŒr mich der Blick in ihr Publikum, in den vollbesetzten Saal von Journalist*inn*en. Sie sahen – gefĂŒhlt – alle so gleich aus. Gut, die GeschlechterparitĂ€t ist bei Journalist*unn*en, die (noch) arbeiten mĂŒssen, und nicht nur Befehle erteilen (“delegieren”), ganz gut gewĂ€hrleistet. Und es werden sicher nicht nur Deutsche gewesen sein, die dort sassen. Aber soziokulturell sahen sie alle so gleich aus: Hochschulabschluss, wahrscheinlich auch die Eltern schon, nicht uniform aber einheitlich casual gekleidet, beim gleichen Friseur gewesen, gleicher Geschmack – und wie wir Leser*innen wissen: verdammt Ă€hnliche Ansichten. Das Vorlesen der Presseschauen im Radio sollte verboten werden, die Gleichheit ist geschĂ€ftsschĂ€digend fĂŒr die zitierten Zeitungen. So wie Autofahrer*inne*n vorgehalten werden kann, dass sie nicht in einen Stau geraten, sondern selbst der Stau sind, so gilt fĂŒr die meisten Medien, die ĂŒber “Filterblasen” schwadronieren: selber!

Der Medienmarkt ist ein Markt, bei dem es diesbezĂŒglich noch Gerechtigkeit gibt.Weiterlesen…

Trampert / Bannon / SchÀuble / wahl-o-mat

Rainer Trampert weiss schon seit vielen Jahren politisch nicht mehr weiter, 1987 hörte er als Bundesvorstandssprecher der GrĂŒnen auf, 1990 trat er aus. Öffentlich auf sich aufmerksam machte er danach noch durch gemeinsame Pferdezucht und Kabarettauftritte mit Thomas Ebermann. LegendĂ€r fĂŒr mich waren seine TV-Auftritte in den 80ern, mit denen er Helmut Kohl, Heiner Geissler und Co. so auf die BĂ€ume trieb, dass Kohl danach in keine kontroverse TV-Runde mehr ging. Und Merkel tut das auch nicht. Ich ĂŒbertreibe kaum, wenn ich sage, dass sich Trampert auf diese Weise um die QualitĂ€t des deutschen Fernsehprogramms verdient gemacht hat. Seine bleibenden Talente gut SchwĂ€tzen, gut Schreiben, gut Beobachten dokumentiert er bisweilen in der Jungle World, wie aktuell hier.

Das gleiche Blatt hier wie auch die dogmatische (Jungle World wĂŒrde sagen: stalinistische) Stiefschwester Junge Welt hier bemĂŒhen sich um ein tieferes VerstĂ€ndnis fĂŒr die Degradierung Stephen Bannons.

WĂ€hrend wir uns im deutschen Wahlkampf langweilen, findet in der EU, der Finanzwelt und zwischen den von ihr beauftragten Politikern ein beinharter Machtkampf statt, von dem wir möglichst wenig mitbekommen sollen – hier Tomasz Konicz bei Telepolis.

Am 30. August startet der wahl-o-mat der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung. Zu spĂ€t fĂŒr mich, habe schon gewĂ€hlt. RTL startete ein paar Tage frĂŒher ein “Wahl-Navi“, das mir durch seine Datenneugier – in welchem Wahlkreis wohnen Sie? und viele weitere persönliche Daten werden abgefragt – auffiel, die ich der Einfachheit halber ĂŒbersprungen habe. Die Wahlkreisfrage kann man einfach falsch beantworten. Dem RTL-Navi zufolge, bin ich recht weit von den Parteien entfernt ;-)

Kluge

Alexander Kluge hat fĂŒr mich einiges gemeinsam mit dem grossen Philosophen Friedrich KĂŒppersbusch: wir lernten uns kennen in den 90er Jahren, telefonisch, weil mein damaliger Chef Roland Appel keine Zeit hatte, das GesprĂ€ch zu ĂŒbernehmen. Beide waren und sind TV-Produzenten. KĂŒppi wĂŒrde es allerdings niemals wagen, einem Sender mit der Standkamera aufgenommenes fortgesetztes Reden von nur zwei Personen gegen Geld anzubieten. Kluge traut sich das, weil er sich mit intelligentem Lobbyismus fĂŒr seine Firma dctp, begleitet von einem aussergewöhnlich guten Rechtsberater, einem ehemaligen SPD-Staatskanzleichef aus Hessen Paul-Leo Giani, Programmfenster bei RTL und Sat1 erobert und damit deren Programmdirektoren und ihren “Audience Flow” in den Wahnsinn getrieben hat – allein das ist eine fernsehpreiswĂŒrdige Lebensleistung. Mein Kluge-Satz, den ich nie vergessen werde: “Es gibt immer einen Markt fĂŒr das Besondere.”

Im aktuellen Philosophie-Magazin hat er nun u..a. folgende kluge SĂ€tze zum aktuellen Kapitalismus gesprochen:
“Die Industrie 4.0“ zielt darauf, das letzte QuĂ€ntchen KonsumfĂ€higkeit aus den Menschen herauszupressen,Weiterlesen…

Geiseln von Profit und Terrorkampf

Beim Dortmunder Anschlag vom vergangenen Dienstag wurden die Spieler der Borussia, Menschen die sonst stĂ€ndig unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehen, zu ganz gewöhnlichen Opfern eines Terroranschlags mit allen damit verbundenen Folgen. Schon von WohnungseinbrĂŒchen wissen wir, dass die Opfer oft monatelang traumatisiert sind. Bei Terrorangriffen lösen Explosionsknall, Ausnahmesituation und die Erkenntnis ĂŒber die Folgen – auch nicht eingetretene – bei den unmittelbar Betroffenen wie auch bei Zeugen ein Trauma aus. Deshalb werden die Opfer nachhaltig psychologisch betreut, um ihnen zu ermöglichen, das Ereignis zu verkraften. Werden solche Erlebnisse verdrĂ€ngt, kann es zu langfristigen psychischen Irritationen oder Störungen kommen. Schlaflosigkeit, AlptrĂ€ume, einem Burn-Out Ă€hnliche Symptome und letztich ArbeitsunfĂ€higkeit sind möglich. Wichtig sind GesprĂ€che, gemeinsame Aufarbeitung, psychologischer Rat in einem geschĂŒtzten Raum ohne Druck. Ohne Druck bedeutet auch, selbst entscheiden zu können, wann man an den Ort des erlittenen Anschlags zurĂŒckkehren möchte. Auch seelsorgerische Betreuung kann fĂŒr manche Betroffenen eine wichtige Hilfe sein. FĂŒr nichts davon wurde den Spielern von Borussia Dortmund genĂŒgend Zeit gelassen.

Berichte von Spielern, dass ihnen erst bei der Heimkehr zu ihrer Familie klar wurde,Weiterlesen…

Panikmache regiert das Land

Gestern Abend ist in Berlin ein Sattelzug in einen Weihnachtsmarkt gefahren und hat nach bisherigen Erkenntnissen zwölf Menschen getötet und achtundvierzig verletzt. Das ist schlimm, wenn dies absichtlich geschehen ist, noch schlimmer. Das MitgefĂŒhl mit den Opfern und ihren Angehörigen sowie die hoffentlich baldige Genesung der Verletzten sind das Wichtigste. Dies wĂ€re die richtige Reaktion, wenn wir nur im mindesten ernst nĂ€hmen, was die Weihnachtsbotschaft des christlichen Glaubens meint. Barmherzigkeit und Mitleid mit den Opfern und ja, auch mit dem TĂ€ter, egal wer er ist. Denn wie fehlgeleitet, wie irrsinnig und weit weg von jeder Menschlichkeit muss ein Mensch gekommen sein, der so etwas – möglicherweise, wir wissen es immer noch nicht – mit Absicht getan hat? Warum schreibe gerade ich als Atheist so etwas? Weil ich trotzdem glaube, dass ein Weg der inneren StĂ€rke und Sicherheit von uns allen, nur ĂŒber Mitleid und Barmherzigkeit erlangt werden kann und nicht ĂŒber Hass und Gewalt. Der Gedanke kam mir, als ich heute Morgen das “Handelsblatt Morning Briefing” las, in dem Herausgeber Steingart von “Zivilisationsfinsternis” und einer “weltweiten Serie des Unheils” schrieb und die Frage stellte, “ab dem wievielten Anschlag der Krieg” beginnt?

Als vor einigen Jahren in Köln ein Raser auf dem Ring in eine Menschenmenge fuhr und ich weiß es nicht mehr genau, ich glaube, fĂŒnf Menschen tötete, darunter den Sohn den OberbĂŒrgermeisters Schramma, war das eine furchtbare Tat. Aber niemand kam deshalb auf die Idee,Weiterlesen…

Lehren aus Trump (III)

Zum Beginn zwei prĂ€gnante Beispiele, wie es gehen kann und wie nicht. Richard Meng kenne ich schon aus seinen Juso-Zeiten in der Studentenpolitik der 80er Jahre. Er wirkte immer etwas weichgespĂŒlt und wehleidig-selbstverliebt, in seiner Jugendorganisation stand er immer eher rechts, links von ihm standen seinerzeit Leute wie Gerhard Schröder oder Olaf Scholz. Das hat sich dann im Laufe der Jahrzehnte sehr verĂ€ndert. Meng wurde ein anstĂ€ndiger, sogar bisweilen qua Sachkenntnis SPD-kritischer Journalist (Mitglied ist er bis heute), wĂ€hrend viele Genossen von links nach rechts an ihm vorbeizogen. Ein reflektierter, nachdenklicher Typ ist er damals gewesen und bis heute geblieben, wie er mit diesem Carta-Beitrag zeigt, bei dem wir ihm lesend beim Nachdenken zuschauen können.

Jens Berger, Redakteur der Nachdenkseiten, ist ein fleißiger, konsequent-linker Typ, vermutlich schon immer gewesen. Er schreibt seit langem viele kluge Sachen. Wenn wir aber dazu hier mal das aktuellste Beispiel nehmen, so hat er einerseits nach meiner persönlichen Meinung weitgehend Recht. Doch was hilft rechthaben?Weiterlesen…

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