Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Saud

Sauds pfeifen im Wald

Gastronom*inn*en von Plattformen gequÀlt
Die Altstadt von Beirut war schon vor der Explosionskatastrophe weitgehend “niedergelegt” worden. Vom ehemaligen Regierungschef Rafiq Hariri und seinem folgsamen Erben Saad. Seine Baufirma Solidere entwickelte er zu einem zweifelhaften Zwitter zwischen Baukonzern und staatlicher Ordnungsbehörde, auf diese Weise das Vakuum ausnutzend, das der ebenfalls von ihm gefĂŒhrte Staat langjĂ€hrig hinterlĂ€sst. Pragmatisch, wie ein erfolgreicher Bauunternehmer zu sein hat,Weiterlesen…

ClankriminalitÀt

Steffen Grimberg/taz hat Indizien ĂŒber den Konflikt im Murdoch-Clan gesammelt. Nur vordergrĂŒndig geht es dabei um Differenzen zu den Beziehungen zum Trump-Clan. Gegen den wird mal wieder “bösartig” ermittelt. Im PrĂ€sidentenamt sorgt der Delinquent fĂŒr ein völliges Verschwimmen der Grenzziehung zwischen “normalem” GeschĂ€ftsbetrieb und rĂ€uberischer Erpressung. Mit dieser Grenzziehung haben deutsche Banken Ă€hnliche Probleme, und besonders spektakulĂ€r ist mir, dass die Kölner (!!!) Staatsanwaltschaft hier um AufklĂ€rung bemĂŒht sein soll.Weiterlesen…

Saudi-Terrorismus / Plutonium in die Nahrungskette

Eine kleine Meldung nur, die an Grosses erinnert: ein saudi-arabischer Soldat ist im US-Ausbildungscamp ausgerastet und “musste” erschossen werden. SelbstverstĂ€ndlich war er – wie alle seiner Art? – “den Sicherheitsbehörden bekannt”. Die französische AFP kann sich, so viel Bosheit muss sein, den Hinweis auf die “RĂŒstungspartnerschaft” zwischen den USA und Saudi-Arabien nicht verkneifen. Ich möchte ein wenig nachhelfen.Weiterlesen…

NĂ€chster Trump-Helfer-“Selbstmord”

Schon wieder ist einer totgegangen. Er könnte fĂŒr den “mĂ€chtigsten Mann der Welt” eine noch wichtigere Rolle gespielt haben, als der Sexdienstleister und damit verbunden zwangslĂ€ufige “NachrichtenhĂ€ndler” Jeffrey Epstein: Thomas Bowers, ehemals in Diensten der Deutschen Bank. Im US-Kongress wĂŒhlt ein Untersuchungsausschuss in der Geschichte rum und hat nun einen möglichen wichtigen Zeugen weniger.Weiterlesen…

Klumpenrisiken

Die Familien Ignatova, Windsor, Trump und Saud
Fangen wir bei klein und unten an, und arbeiten uns dann nach oben. Ruja Ignatova nötigt mir Respekt ab, wie es intelligente BankrĂ€uber oder geerdete Mafiabosse in Kino- und TV-Filmen schon immer getan haben. Mit kĂ€rglichen 4 Mrd. hat sie zahlreiche Menschen aus der Welt der unersĂ€ttlichen Gier abgezogen. Und jetzt soll sie verschwunden sein, obwohl (oder weil?) sie vom “FBI” gesucht werde. Die Story wird gewiss bald zur Streaming-Serie, an der Frau Ignatova, wenn sie tatsĂ€chlich so schlau ist, wie sie in dieser Story wirkt, noch einmal mitverdienen kann.
Weniger amĂŒsant, was ein Spross der WaffenhĂ€ndlerfamilie Windsor öffentlich zum Besten gegeben haben soll. Weiterlesen…

Erfolgsdiplomat Wladimir Putin

Vor zwei Wochen meldete ich hier den Besuch Wladimir Putins bei den superreichen Kriegsverbrechern auf der arabischen Halbinsel. Er scheint ihnen Angebote gemacht zu haben, die sie nicht ablehnen konnten. Denn schon heute meldet der Finanzteil der FAZ Vollzug. Saudi-Aramco, teuerster Konzern der Welt, in Staatsbesitz, also Familienbesitz der Sauds, soll jetzt doch seinen Börsengang starten (zu deutsch: Geld in die Kassen spĂŒlen) und Russian Direct Investment Fund (RDIF) stellt bereits ein “Investorenkonsortium” zusammen. Nicht alles an dieser Meldung ist schlecht.Weiterlesen…

Saudi-Crash / Frauenfussball-Boom

Es ist nur eine kleine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, die gewöhnlich ĂŒber VorgĂ€nge im ganz grossen Grosskapital gut informiert ist, weil sie zu seinem Besitz gehört. Die grösste Staatsfirma der Welt Saudi-Aramco, der Ölkonzern der Feudalfamilie Saud, der der Staat Saudi-Arabien gehört und die den “mĂ€chtigsten Mann der Welt” finanziell aushĂ€lt, hat – ich weiss nicht zum wievielten Mal – schon wieder ihren Börsengang (es geht nur um einen einstelligen Prozentanteil an diesem dicksten Schiff des Grosskapitals) verschoben.Weiterlesen…

Regime-Change in Saudi-Arabien?

Was der Massenmord im Jemen nicht vermochte, der verhinderte noch nicht einmal RĂŒstungsexporte mit Milliardenvolumen an die TĂ€ter, das könnte jetzt ein einzelnes Todesopfer bewirken: dass alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, das Regime, nicht zu verwechseln mit dem feudalistischen System, Saudi-Arabiens zu wechseln. Das vermutliche Mordopfer Kashoggi wĂ€re dann nicht “umsonst” gestorben, denn genau das war zuletzt sein politisches Ziel.Weiterlesen…

Wer ist unser “Wir”? / Saudis und wir / Russland&China

Michael Seemann lese ich selten, nehme ihn aber bei allen Gelegenheiten als klugen Kopf wahr. Er hat sich und uns der MĂŒhe unterzogen, zu beschreiben, wer der definierte “Feind” von Trump, AfD und all denen ist, die uns bei #unteilbar und anderen Gelegenheiten endlich auf die Strasse treiben. Sind Sie auch “vom BĂŒrgertum emanzipierte*r Globalist*in”?
Wie sortieren sich in diesem Welt- und Gesellschaftsbild die Fronten im mutmasslichen Mordfall Kashoggi? Als Globalist widert mich das feudalistische Herrschaftssystem der Familie Saud an, die vor Krieg, Massenmord im Jemen und anderswo nicht zurĂŒckschrecken. Ich wĂŒrde es, wenn es eine Möglichkeit dazu gĂ€be,Weiterlesen…

Despotien treibt es zu Mord und Krieg

Despot*inn*en haben keine Lösungen fĂŒr (gesellschafts-)politische Probleme. Sie wollen “nur” ihre Herrschaft sichern. Wenn die schwach ist, bietet sich immer die “Lösung” eines vereinenden Feindes (“der Besitz eines Feindes”, Alexander Kluge) an – mal innere Feinde, noch krĂ€ftiger wirken Ă€ussere Feinde. Wenn Despot*inn*en gegeneinander in einen solche Krieg ziehen, sind wir zunĂ€chst versucht, zu denken, das trĂ€fe schon “keinen Falschen”. Aber die trifft es ja gar nicht, das wissen wir spĂ€testens seit 1914/18, sondern viele arme Schweine ….

Clans Erdogan und Saud im Mafiakrieg?

Die RĂ€uberpistole zwischen den Clans Erdogan (TĂŒrkei) und Saud (Saudi-Arabien) wirktWeiterlesen…

Krieg in Jemen & Libyen / Blackrock / Gentrifizierung / Söder

Die hiesige Berichterstattung zittert sich Trumps Ausstieg aus dem Atomkontrollabkommen mit dem Iran entgegen. Ja, das ist wirklich wichtig. Dennoch dreht sich auch unabhĂ€ngig davon eine partiell schreckliche und verbrecherische Welt weiter. Und “wir” immer dabei.
Im Jemen bringen “unsere” an Saudi-Arabien gelieferten Waffen massenhaft Menschen, mehrheitlich Zivilist*inn*en, um. Saudi-Arabien wird von einem Feudalclan regiert, dessen Menschenfeindlichkeit nur von wenigen Regimen weltweit ĂŒbertroffen wird. Unsere Freunde?
Wie die sog. “libysche KĂŒstenwache“.Weiterlesen…

ErgÀnzendes zu einem Trittin-Interview (DLF)

JĂŒrgen Trittin gab heute morgen dem Deutschlanfunk (DLF) ein Interview zu den kurz aufeinanderfolgenden Staatsbesuchen von Monsieur Macron und Frau Merkel bei Donald Trump. In meinen Augen beschreibt Trittin die Gemengelage zutreffend. Es gibt ein paar beachtenswerte Feinheiten und einige ErgĂ€nzungen zum besseren VerstĂ€ndnis.

Die Feinheit ist, dass Trittin die Erdgasleitung Northstream 2 von Russland nach RĂŒgen selbst erwĂ€hnt, aber nicht in seinen Parteivorsitzenden Baerbock und Habeck vergleichbarer Weise ablehnt, sondern sophistisch darauf hinweist, dass es Trumps Regierung ist, die die EU daran recht erfolgstrĂ€chtig zu spalten versucht. Die freundliche Interviewerin liess ihm das durchgehen, ohne genauer nachzufragen.

Die Gegenstrategie und das Eigeninteresse der USA ist,Weiterlesen…

Tatort Saudi-Arabien

Wenn der ARD-Tatort nicht mehr “experimentell” sein soll, kann ihn quasi jede/r selber schreiben. Die FAS-Medienredaktion hat schon mal ein paar Folgen entworfen. DafĂŒr braucht keiner mehr Drehbuchautor*inn*en und auch keine 23 Drehtage. Die Schauspieler*innen, einmal eingescannt, lassen sich sicher auch digital animieren. Die Zuschauer*innen werden dann ĂŒber 70 sein, aber 6-8 Mio. sind so immer zu schaffen, und viel billiger! Vielleicht mit einem neuen Soundtrack von Reinhard Mey, der quasi als Teaser alles musikalisch zusammenfasst. Einst hatte das ZDF mit seiner Serie “Der Kommissar” 90% Marktanteil. Der war 30 Minuten kĂŒrzer. Hauptsache ist doch nur, dass am Schluss das Gute siegt und mann gut einschlafen kann.

Ungleich spannender der Wirklichkeitskrimi in Saudi-Arabien.
Aktuelle Berichte aus dem Handelsblatt hier und hier, eine EinschĂ€tzung von Guido Steinberg (SWP) zu den innerfamiliĂ€ren MachtkĂ€mpfen in der feudalen Herrscherfamilie Saud, und eine Zusammenfassung von Thomas Pany (Telepolis) zur angeheizten Kriegsgefahr. Wenn das so weiterlĂ€uft bekommt EU-Europa in KĂŒrze in seiner Nachbarregion zu der einen Atommacht Israel noch zwei dazu: Saudi-Arabien und den Iran, Chinas Nordkorea-Problem mal 3.
Wer will noch mal unbedingt Aussenminister werden?

Der digitale Kapitalismus deutscher Zeitungsverlage

Didier Eribon wurde hierzulande mit 7 Jahren VerspĂ€tung berĂŒhmt. So lange brauchte es fĂŒr die Übersetzung seines Buches “RĂŒckkehr nach Reims“. Darin beschrieb er die Verwandlung seiner einst kommunistisch orientierten Verwandtschaft zu WĂ€hler*inne*n der rechtsradikalen FN. Was hierzulande gerne totalismustheoretisch gelesen wird (linksradikal=rechtsradikal), sieht Eribon ganz anders: Ursache sei der Verrat einst angeblich “linker” Parteien an den Interessen ihrer WĂ€hler*innen. Dennoch hat er ganz vernĂŒnftig im 2. Wahlgang den PrĂ€sidenten Macron gewĂ€hlt. Den sieht er heute als Gefahr fĂŒr Freiheit, Kultur und Zivilisation: seine Verachtung die die arbeitenden Menschen, seine neoliberale Anti-Sozialpolitik, seine Steuerumverteilung zugunsten der sich Bereichernden zu Lasten derer, die nicht mehr viel haben an Respekt und Selbstachtung.
Darum hat Eribon auf seine goldene Ehreneintrittskarte zur Frankfurter Buchmesse gerne verzichtet und es mit einem flammenden Text im SZ-Feuilleton begrĂŒndet.

Ich hoffe, die SZ hat dem Mann wenigstens ein faires Honorar bezahlt. Denn das Interesse des Verlages geht wohl dahin, eine grössere Verbreitung des Textes zu vermeiden. Er ist nÀmlich online nur hinter ihrer Paywall zu lesen.
Das ist exakt die “Digitalstrategie” der deutschen Verleger*innen.Weiterlesen…

Aussenpolitik und Sicherheit – damals und heute

Derzeit wird irgendein Jahrestag im Zusammenhang mit Willy Brandt begangen (25. Todestag?), ein Anlass fĂŒr einige Medien, sich wieder mit ihm zu beschĂ€ftigen. Das begrĂŒsse ich. Ein sehenswertes StĂŒck war der jĂŒngst auf Phönix ausgestrahlte Film von Michael Kloft, der sich stark auf ein Buch und Interviews mit Torsten Körner stĂŒtzte.
Einschub: auf der wenig benutzerfreundlich gestalteten Phönix-Homepage kann ich leider kein ĂŒbersichtlich gestaltetes Mediathek-Angebot entdecken. Ich habe wohl den letzten Wiederholungstermin erwischt.
Ganz von Legendenbildung lassen konnte Klofts Film leider nicht. So wird auf dem Umweg ĂŒber den interviewten Egon Bahr, der sich auf eine Selbstaussage Brandts zu stĂŒtzen vorgab, behauptet, Brandt sei “je Ă€lter umso linker” geworden. Gleichzeitig wird zurecht darauf verwiesen, welchen grossen – menschlich stabilisierenden – Einfluss Brandts letzte Ehefrau Brigitte Seebacher auf ihn ausĂŒbte. Der war keinesfalls links.
Der fĂŒr die Gegenwart bemerkenswerte an Brandt und seiner Politik, und schwerpunktmĂ€ssig seiner Aussenpolitik, war, dass er den vom Krieg traumatisierten Menschen – nicht nur in Deutschland – das GefĂŒhl wachsender Sicherheit vermittelte. Diese Kunst beherrscht heute niemand mehr.
Das heute absichtlich verbreitete GefĂŒhl Weiterlesen…

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