Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Smartphone

Satansersatz: das böse Smartphone

Ich habe auch eins. Mein Provider wollte mich kĂŒrzlich fĂŒr tot erklĂ€ren, weil ich es so wenig benutze, und forderte mich ultimativ auf, mein unverbrauchtes Prepaid-Guthaben aufzuladen. Die Überwachungsalgorithmen denken immer, ich sĂ€sse alleine und trostlos zuhause, weil es vergessen am Ladekabel auf meiner Sofalehne liegenbleibt. Beim Abendessen mit schönen Frauen wĂŒrde es nur stören. Ebenso bei politischen Versammlungen, oder anderen subversiven AktivitĂ€ten.
Das das kleine Ding jetzt an allem schuld sein soll – herrjeh,Weiterlesen…

Bin ich umstellt? Irre oder nur alt?

Der Bundesinnenminister verbietet Combat18. Ach, ich dachte, der hat das selbst gegrĂŒndet. Nee, das wohl nicht, aber lesen sie mal hier, was seine Behörden alles so angestellt haben.
Wie hat MBS Bezos’ Smartphone angezapft? UngefĂ€hr so? Meine Freund*inn*e*n beklagen sich, dass ich nie ans Handy gehe (ist jetzt auch ein Smartphone). Sie könnten unbesorgt sein, wenn sie mich nicht anrufen wĂŒrden. Ich speichere nichts. Aber mein Smartphone speichert natĂŒrlich, dass sie angerufen haben. Es liegt – meistens – auf derWeiterlesen…

Revolution, Disruption & Sex

Der Wochenzeitung “Freitag” saugt aus der ausgelutschten ’89er Wendeerinnerung noch aktuelle Substanz
HĂ€tte ich nicht gedacht, und möchte mein Kompliment hiermit weitergeben. Zur Wende ’89 ist alles gesagt, nur noch nicht von allen – dachte ich. Der deutsche als Klageweib – oops, ich glaube, das ist schon ein Diskriminierungsklischee. Zur Sache folgende Anlesetipps:
Elsa Koester und Anna Stiede, zur Wendezeit noch nicht Jugendliche (zu denen gabs hier beim MDR mehr), sondern Kleinkinder, kramen – als wahrlich junge Frauen, in ihren Erinnerungen.Weiterlesen…

Intelligenz

Mein Freund Rudolf Schwinn pflegte schon bei unseren Begegnungen Ende der 70er Jahre zu sagen: “Jaja Martin, so ist das Leben, es wird immer verrĂŒckter …” Dass das heute so ist, ist also wahrlich nichts Neues. Dennoch denkt und redet fast jede*r mit zunehmendem Alter so, seit mehreren tausend Jahren ist das eine Konstante der Menschheitsgeschichte. Zu dieser Konstante folgende Verschwörungstheorie.
Über die Frage, was das Smartphone gewordene Telefon mit den Menschen macht, gibt es nicht nur endlose Nachbarschaftsdiskussionen, sondern auch Bibliotheken fĂŒllende Fach- und Ratgeberliteratur. Mein persönlichen BeobachtungenWeiterlesen…

“Smart” leben heisst Fremdbestimmung

Die Ludwigsburger Film- und Fernsehschule hat vor einigen Jahren eine mit schwarzem Humor gewĂŒrzte Reklamesatire produziert, inspiriert von einem Mercedes-Benz Solgan “Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen” . Man muss – mit Ausnahme der gleichnamigen Automarke, denn die ist Ă€lter – bei nĂ€herer Betrachtung der Sachverhalte den Eindruck bekommen, dass vor der Verwendung der Bezeichnung “Smart-” als vorangestellter Eingenschaft in Ă€hnlicher Weise, wie der Slogan im Werbespot es tut, inzwischen eine universelle Warnung geboten ist. “Smart” entwickelt sich zum Feind der PrivatsphĂ€re, des freien Willens des Konsumenten, des Verbraucherschutzes, ja des Schutzes ganzer mittelstĂ€ndischer Wirtschaftszweige und vor allem der BĂŒrgerrechte und letztlich der Demokratie. Wie konnte es dazu kommen?Weiterlesen…

IT und wir – der Geist ist aus der Flasche

Alte Medien ergötzen sich an Drogengeschichten: unsere AbhĂ€ngigkeit vom Smartphone. Kleinkinder und SĂ€uglinge, die damit Lesen und Schreiben lernen. Schreib- und Schönschrift wird abgeschafft, wie das Bargeld. Nichts bleibt. Bei den Alten breitet sich Panik aus; sie halten sich fĂŒr dement, nur weil sie nicht mitmachen.

Sie irren. Was die alten Digitalverweigerer leben, ist in Zukunft nur noch der MilliardĂ€rsoberklasse vergönnt. Sie lassen arbeiten. Also lassen sie auch die neuen Medien entwickeln und benutzen, geniessen aber selbst das Privileg, damit nicht persönlich behelligt zu werden. Und wenn sie es sich leisten können: ihre Kinder auch nicht. Viele lachen oder schĂŒtteln den Kopf ĂŒber Chefs, die sich immer noch E-Mails ausdrucken lassen. Das ist nicht zum Auslachen,Weiterlesen…

Smartphone-Demokratie

Eine Revolution in Höchstgeschwindigkeit
von Rainer Bohnet

Das digitale Zeitalter ist eine Revolution in Höchstgeschwindigkeit. Es verĂ€ndert unser ganzes Leben und bringt sogar die Demokratie in BedrĂ€ngnis. Die Smartphone-Demokratie ist ein thermonuklearer Sprengkopf im Vergleich zur Feder, die vor rund 200 Jahren mĂ€chtiger als das Schwert war (Zitat von Richard Gutjahr in seinem Vorwort zu “Smartphone-Demokratie”).

Da die Demokratie im Gegensatz zur Autokratie systemisch sehr langsam ist, dient die Digitalisierung in erster Linie autoritĂ€ren und populistischen KrĂ€ften. Das kann die Demokratie in BedrĂ€ngnis bringen.Weiterlesen…

Trojanische Datenkraken im Fahrradkleid

Globalisierung und „schlanke Verwaltung“ als segensreiche Errungenschaften des Neoliberalismus lassen derzeit Kommunen wie Berlin, MĂŒnchen, aber inzwischen auch Köln und DĂŒsseldorf scheinbar ohnmĂ€chtig unter einem neuen Modeboom stöhnen: LeihfahrrĂ€der.

 

Was zunĂ€chst in einigen Kommunen als sinnvolle ErgĂ€nzug zum ÖPNV durch Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn und andere gestartet wurde, hat sich inzwischen zu einer doppelten Plage entwickelt: Zahllose BilligfahrrĂ€der aus Fernost mĂŒllen geradezu die Straßen der Metropolen voll, liegen herrenlos, fast neu, aber ungepflegt und zum Teil massenhaft an irgendwelchen öffentlichen Orten herum. Und die Benutzer dieser Leihbikes werden gnadenlos und ohne jede Beachtung des Datenschutzes ausgeschnĂŒffelt, ihre persönlichen Daten verschwinden, werden vermarktet und zum Teil sogar im Netz veröffentlicht. Dubiose Anbieter aus China und Singapur namens “YoBike”, “oBike” oder “Ofo” laden in Metropolen weltweit derzeit tausendfach minderwertige FahrrĂ€der ab, die nicht einmal ĂŒber Gangschaltung verfĂŒgen und bieten sie fĂŒr Spottpreise zur Miete feil.

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GrĂŒne: Im Wahljahr bloss nicht auffallen?

Cem Özdemir und Kathrin Göring-Eckardt haben den Entwurf fĂŒr das Wahlprogramm 2017 vorgestellt. Der Titel heisst “Zukunft wird aus Mut gemacht”. Das klingt zwar wie aus der Feder einer töpfernden Agentur fĂŒr positives Denken vom Prenzlauer Berg, ist aber in Wirklichkeit bei NENA geklaut. In ihrem Originalhit 1984 „Irgendwie, Irgendwo Irgendwann“ heisst die Zeile: „Liebe wird aus Mut gemacht“. Ob das Programm hitverdĂ€chtig ist – wohl nicht mal, wenn Nena dafĂŒr singt. Dabei sollte dem Vorstand bei Prognosen von sieben Prozent sechs Monate vor der Bundestagswahl doch dĂ€mmern, dass lieb sein und auf die Machtbeteiligung warten, wohl nicht das Konzept sein kann, um sich neben Schulz und Merkel zu behaupten. Nach einer ersten – zugegeben kursorischen – Sichtung muss sich ernste Sorge um den RealitĂ€tssinn der Autoren angesichts der Stimmungslage in der Gesellschaft und den Schichten, die die GrĂŒnen erreichen könnten, ausbreiten. 1990 redeten alle von der Vereinigung, die GrĂŒnen fuhren Klimazug – das Ergebnis von 4,9% ist bekannt. Die GrĂŒnen scheinen das 2017 toppen zu wollen.

Konkrete Antworten auf aktuelle Probleme wie etwa die Frage, wie das dringend notwendige Einwanderungsgesetz konkret aussehen könnte, sucht man auf 104 Seiten vergeblich.Weiterlesen…

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